Zwei Monate nach der Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz beginnt bereits das Unternehmen „WM-Qualifikation 2010 in Südafrika“. Insgesamt 53 Mannschaften kämpfen in den nächsten 13 Monaten um 13 europäische Startplätze bei der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Den Auftakt machte bereits am 20. August Kasachstan mit seinem klaren 3:0-Heimsieg gegen Andorra in Gruppe 6. Am 6. September greifen die übrigen Nationen in das harte Qualifikations-Geschehen ein. Und wieder hoffen die Außenseiter auf das ersehnte WM-Ticket, während einige große Fußball-Nationen zittern.
Wiedersehen zwischen England und Kroatien
Verteilt wurden die 53 Mannschaften auf neun Gruppen. Nur die Gruppensieger lösen das Ticket für Südafrika direkt. Während die besten acht Gruppenzweiten in einer Relegation mit Hin- und Rückspiel die verbleibenden vier WM-Startplätze ausspielen, scheidet der schlechteste Gruppenzweite direkt aus. Das deutsche Team von Bundestrainer Joachim Löw bekommt es in Gruppe 4 unter anderem mit Russland zu tun, das bei der EM mit Tempo-Fußball überraschte und erst im Halbfinale gegen den späteren Europameister Spanien scheiterte. Außerdem bekommt es das DFB-Team mit Finnland, Wales, Aserbaidschan und Liechtenstein zu tun.
Ein Wiedersehen der besonderen Art gibt es in der Qualifikationsgruppe 6 zwischen England und Kroatien. Beide Teams standen sich bereits in der EM-Qualifikation gegenüber. Im entscheidenden Spiel auf dem Weg zu den kontinentalen Titelkämpfen in Österreich und der Schweiz mussten sich die Engländer in London den Kroaten mit 2:3 geschlagen geben. Damit blieb den Kickern von der Insel beim Kampf um den EM-Titel nur die Zuschauerrolle. Außerdem haben es die Engländer in der WM-Qualifikation mit den starken Teams aus der Ukraine und Weißrussland sowie den klaren Außenseitern Kasachstan und Andorra zu tun.
Außenseiter „auf dem Sprung“
Gerade für ein paar Mannschaften, die sich bislang noch nie für eine EM oder WM qualifizieren konnten, stehen die Chancen diesmal besser denn je. So hofft die Slowakei darauf, endlich aus dem großen Schatten der Tschechischen Republik zu treten. Auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland scheiterte die Slowakei erst in der Relegation an Spanien (1:5 und 1:1). In Gruppe 3 muss sich das Team um Angreifer Stanislav Sesták vom VfL Bochum mit der Tschechischen Republik, Polen, Nordirland, Slowenien und San Marino auseinandersetzen.
Finnland, das einzige skandinavische Team, das sich bislang noch nie für eine Fussball-Weltmeisterschaft qualifizieren konnte, hofft in der „deutschen Gruppe 4“ auf das WM-Ticket. Auch Bosnien-Herzegowina will sich erstmals seit seiner Unabhängigkeit für ein großes Turnier qualifizieren. Die Mannschaft tritt mit den Bundesliga-Akteuren Zvjezdan Misimovic, Edin Džeko (beide VfL Wolfsburg) und Sejad Salihovic (1899 Hoffenheim) an. Doch mit Europameister Spanien und EM-Halbfinalist Türkei sowie Belgien, Armenien und Estland in Gruppe 5 wird es sicher schwer.
