European Leadership Conference, Wien

Dr van Eekelen - Dominik Stampf
Dr van Eekelen - Dominik Stampf
Verschiedene Friedens- und Kulturinitiativen präsentieren sich im Saal der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien

Vom 1. bis 3. Juli 2011 fand im großen Plenarsaal der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) im Gebäude der Vereinten Nationen in Wien, sowie im nahe gelegenen NH-Hotel die European Leadership Conference (ELC) statt, welche im Zeichen des 2010 von der UN ausgerufenen Internationalen Jahres der Jugend stand. Der Titel der Veranstaltung war "Communicating Change: Youth Perspectives on Peace".

Vertreter der Universal Peace Federation und des United Nations Information Service eröffnen die Konferenz

Die ersten beiden Teile der Konferenz wurden am 1. Juli im Saal der IAEA abgehalten. Zu Beginn gab es eine kurze Einführung zur Konferenz, gegeben von Herrn Peter Haider, dem Generalsekretär der veranstaltenden Universal Peace Federation (UPF) in Österreich, einer NGO, die sich - neben zahlreichen multikulturellen Aktivitäten - zum Ziel gemacht hat, eine religiöse Kammer in der UNO einzuführen und Personen, die im besonderen Maße für den Frieden arbeiten, zu "Friedensbotschaftern" (Ambassadors for Peace) zu ernennen.

Herr Haider sprach über die zunehmende Bedeutung von NGOs (Non-Governmental Organizations) und brachte seine Dankbarkeit zum Ausdruck, dass die Vereinten Nationen NGOs helfen würden, so große Veranstaltungen (im Saal der IAEA waren etwa 200 Teilnehmer) in den UN-Räumen abzuhalten.

Danach erfolgte eine Begrüßung durch Herrn Janos Tisovszky vom United Nations Information Service (UNIS) in Wien. Er betonte, in Vertretung des abwesenden UN-Generalsekretärs Ban zu sprechen und begrüßte alle Anwesenden Organisationen und Gäste im Gebäude der UN, vor allem die Vertreter der jungen Generation, deren Bedeutung als Träger der Veränderungen, die man neulich in der Arabischen Welt und an anderen Orten gesehen hat, er hervorhob.

Die nächste Rednerin war Frau Hai Ok Song Lee, welche als Vertreterin ihres Mannes, des Leiters der UPF Europa einführende und begrüßende Worte sprach und die Wichtigkeit der Charakterbildung und funktionierender Familien für den Frieden betonte. Auch drückte sie ihre Freude aus, beim Betreten des UN-Gebäudes von vielen jungen Menschen empfangen worden zu sein, welche die Veranstaltung organisiert und ermöglicht hatten. Der folgende Redner war Dr. Willem van Eekelen, der ehemalige Verteidigungsminister der Niederlande und Generalsekretär der Westeuropäischen Union (WEU). Auch er hob die Bedeutung der Jugend in der Politik der Zukunft hervor und berichtete von seinen reichhaltigen Erfahrungen in der internationalen Politik.

Aktive junge Menschen berichten von ihren Erfahrungen

Die Höhepunkte des ersten Veranstaltungstages bildeten Erfahrungsberichte junger Menschen, die sich in besonderem Maße für den Frieden eingesetzt haben. Einer dieser Menschen ist Karim Rihan, ein Wiener Student ägyptischer Herkunft, welcher zur Zeit der Ägyptischen Revolution - gegen den Rat seiner Familie und Freunde - in seine alte Heimat zurückkehrte, um an den Umstürzen teilzuhaben. Er berichtete von der unglaublichen Atmosphäre am Tahrir-Platz, als er zum ersten Mal sah, wie Muslime und Christen zusammen für den Frieden und die Zukunft Ägyptens beteten und zusammen aßen.

Danach sprach Frau Nicole Heydari, Studentin der Wiener Diplomatenakademie, welche als kulturelle Analystin mit den US-amerikanischen, französischen und polnischen Koalitionstruppen in Afghanistan gearbeitet hat. Als in den USA lebende Tochter eines persischen Vaters und einer mexikanischen Mutter spricht sie mehrere persische Sprachen, sowie Arabisch und wurde für die Kommunikation mit den einheimischen Stammesführern eingesetzt. Als Frau in der Männerdomäne Militär betonte sie, dass es für sie schwieriger gewesen sei, mit der männerlastigen Armeekultur umzugehen als mit der Kultur der Einheimischen. Es dauerte jedoch auch einige Zeit, so Heydari, bis sie sich den Respekt der Afghanen erarbeitet hatte - letztendlich wurde sie dann aber zum Hauptansprechpartner und Vermittler zwischen den Einheimischen und den alliierten Truppen in ihrer Region. So wurde sie auch von Teilen der Bevölkerung darauf hingewiesen, dass US-amerikanische Soldaten das Privateigentum missachtet, und auf Privatgrund Straßen und Gebäude errichtet hatten, ohne dafür eine entsprechende Entschädigung zu geben. Frau Heydari konnte letztendlich durchsetzen, dass die Betroffenen entschädigt worden sind.

Der letzte Redner des ersten Teils war Herr Sri Ranga, Mitglied des Parlaments von Sri Lanka, der über die angehende Entwicklung seines Landes hin zur Demokratie und die Bedeutung der Jugend in diesem Prozess sprach.

Diverse Organisationen stellen sich selbst vor

Im zweiten Teil der Konferenz sprachen Gründer und Leiter verschiedener sozialer und friedensfördernder Jugendorganisationen. Den Anfang machte Matthias Reisinger, der Gründer von HUB Wien. Sein Projekt ist ein Ableger von HUB International und besteht hauptsächlich in der Gründung von Jugendzentren, wo Jugendliche in einer behüteten Umgebung ihre Freizeit verbringen können.

Josef Sedlak und Elisabeth Rohrmoser sind die Leiter der "Pioneers of Change", welche ein einjähriges Programm zur Charakterbildung für Jugendliche anbieten. Hier werden verschiedene Aktivitäten angeboten, bei denen besonderes Augenmerk auf Kommunikation, Charakterbildung und Umgang mit der Natur gelegt wird.

Neelam Rose ist eine 20-jährige britische Muslimin und Gründerin der sozialen Organisation "UK Swagger", welche Jugendlichen und jungen Müttern eine Stimme in ihrem Viertel verschaffen soll. Zu diesem Zweck wurden mehrere Medienprojekte gestartet, und schließlich ein Erziehungsprogramm erstellt, welches heute an mehreren Schulen im Unterricht verwendet wird. Frau Rose betonte, dass es wichtig sei, auf die Bedürfnisse junger Menschen, sowie auch der Eltern einzugehen.

Der vorletzte Sprecher war Dr. Alexander Karakas, Leiter des Trialog Instituts für interkulturelle Begegnung. Eines der Projekte dieser Organisation ist die Gründung eines Fußballteams, in dem Christen, Muslime und Juden zusammen spielen, um jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, über kulturelle und religiöse Barrieren hinweg als Team zusammenzuarbeiten. Das Team der "Trialog Allstars" trat letztendlich in einem Freundschaftsspiel gegen den bekannten Wiener Ligaverein Austria Wien an. Als letzter Sprecher des Tages war Herr Bogdan Pammer vom Jugendkomitee der Universal Peace Federation an der Reihe. Er sprach hauptsächlich über die Besonderheit unserer Zeit, in der es so viele Sozial- und Friedensprojekte gibt, die erfolgreich agieren. Außerdem betonte er die Wichtigkeit der Vernetzung und Zusammenarbeit solcher Organisationen.

Diskussionen und kulturelle Beiträge an den beiden folgenden Konferenztagen

Am 2. und 3. Juli wurde die Veranstaltung im NH-Hotel an der Wagramer Straße in Wien fortgesetzt. Im Mittelpunkt standen hier Gruppendiskussionen von den Vertretern verschiedener Organisationen und anderen Teilnehmern. Auch das Leben des Gründers der Internationalen Universal Peace Federation, des Koreaners Dr. Sun Myung Moon, wurde behandelt und seine neu erschienene Autobiografie "As A Peace Loving Global Citizen" vorgestellt.

Herr Peter Zöhrer präsentierte auch kurz das von ihm gegründete "Forum Religionsfreiheit" (FOREF), welches sich für die Rechte religiöser Minderheiten nicht nur in Österreich einsetzt und Missstände in diesem Bereich aufdeckt.

Danach wurden die Redner des Vortages, Karim Rihan, Dr. Alexander Karakas, Nicole Heydari und Herr Sri Ranga von Herrn Peter Haider und Frau Hai Ok Song Lee als "Friedensbotschafter" (Ambassadors for Peace) ausgezeichnet.

Als Abschluss folgte ein kultureller Teil, in dem mehrere Künstler mit musikalischen Beiträgen auftraten. So präsentierte der Laienchor "Vienna Peace Choir" ein zweiteiliges Programm mit österreichischer und englischsprachiger Musik, ein fünfköpfiges A cappella Ensemble führte mehrere Stücke vor und es gab auch instrumentale Beiträge an Klavier und Violine.

Offene Gespräche runden die Konferenz ab

Am Ende der Veranstaltung hatten die Teilnehmer noch die Gelegenheit, persönliche Anliegen vorzutragen. So wies eine Teilnehmerin aus Tibet auf das Wirken des Dalai Lama für den Weltfrieden, sowie den Einfluss der chinesischen Politik auf die Welt hin und die Angst vor China, die viele Organisationen davon abhält, mit dem Dalai Lama zusammenzuarbeiten und bat die UPF um engere Kooperation mit dem geistigen Oberhaupt Tibets. Eine Teilnehmerin von den Philippinen wies auf die desolate politische Situation ihres Landes im Hinblick auf Korruption und Kriminalität hin und bat die UPF um Rat und Hilfe.

Ausblick

Vertreter der Universal Peace Federation Österreich bezeichneten die Konferenz als großen Erfolg und hoffen, dass es in Zukunft mehr Veranstaltungen dieser Art geben möge.