Am 16. Mai 2009 blickt die europäische Musikwelt nach Moskau in die 16.000 Zuschauer fassende Olimpijski-Arena. Hier findet der 54. Eurovison Song Contest statt. Die russische Hauptstadt ist zum ersten Mal Gastgeber des Eurovison Song Contests, da 2008 in Belgrad der russische Sänger Dima Bilan mit dem Song „Believe“ gewann.
Eurovision Song Contest 2009: Jurys und das altbekannte Televoting
In diesem Jahr werden zum ersten Mal seit 1996 wieder flächendeckend Jurys zum Einsatz kommen. Das Ländervoting setzt sich aus gleichen Teilen aus Tele- und Jury-Wertungen zusammen. Die Jurys werden jeweils aus fünf Mitgliedern bestehen, welche jeweils als echte Musikexperten gelten. Sie dürfen aber nicht an den Wettbewerbstiteln der Teilnehmer beteiligt sein. Die deutsche Jury besteht aus H. P Baxxter (Scooter), Jeanette Biedermann, Guildo Horn, Sylvia Kollek und Tobias Künzel (Die Prinzen). Dagegen wird Produzent Ralph Siegel nicht in der deutschen Jury sitzen, da er den montenegrinischen Titel „Just get out of my life“ für Andrea Demirovic mitkomponierte.
Teilnehmen werden in Moskau insgesamt 43 Länder. Nur San Marino wird als einziger Teilnehmer vom letzten Jahr diesmal aus finanziellen Gründen nicht dabei sein. Dafür kehrt die Slowakei nach elf Jahren Abstinenz auf die Bühne des Eurovision Song Contest zurück. Wie schon im vergangenen Jahr werden die 25 Finalteilnehmer auch diesmal in zwei Halbfinals am 12. und 14. Mai 2009 ermittelt.
Alex Swings Oscar Sings für Deutschland im Rennen
Mit den „Großen Vier“ Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien sowie Gastgeber Russland stehen bereits fünf Länder im Finale. Für Deutschland werden Alex Swings Oscar Sings in Moskau auf der Bühne stehen und versuchen, mit dem Swingsong „Miss Kiss Kiss Bang“ den Geschmack der Jurys zu treffen. Hinter Alex Swings Oscar Sings verbirgt sich das Duo Alex Christensen und Oscar Loya. Christensen wurde 1991 mit seiner Technoversion der Filmmelodie „Das Boot“ bekannt. Dieser Titel war in mehr als 22 Ländern auf Platz eins der Charts - und gleichzeitig der erste Technosong, der es auf den ersten Platz der Verkaufscharts schaffte. Weniger bekannt ist hierzulande Oscar Loya. Der aus Kalifornien stammende 29-Jährige, der seit drei Jahren in Deutschland lebt, tourte in den vergangenen Jahren als Musical-Sänger um die Welt.
Nicole gewinnt den Grand Prix 1982 mit „Ein bisschen Frieden“
Deutschland ist seit dem Beginn des europäischen Musikfestivals dabei. Beim ersten Wettbewerb 1956 in Lugano standen mit Freddy Quinn und Walter Andreas Schwarz sogar zwei deutsche Vertreter auf der Bühne. 1982 holte Nicole mit dem Song „Ein bisschen Frieden“ zum bislang einzigen Sieg beim Grand Prix d'Eurovision de la Chanson nach Deutschland. Nur einmal war kein deutscher Vertreter im Finale dabei: 1996 in Oslo schied Sänger Leon mit seinem Song „Blauer Planet“ in der Qualifikation aus. Seitdem sind die „großen Vier“ Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien in jedem Jahr automatisch für das Finale qualifiziert, weil sie die größten Geldgeber des Spektakels sind. Den bislang einzigen deutschen Sieg in der Geschichte des Eurovision Song Contest holte Nicole mit dem Song „Ein bisschen Frieden“ 1982 in Harrogate (England). Ein Jahr zuvor war Nena Valaitis nur knapp am prestigeträchtigen Sieg vorbeigeschrammt. Mit ihrem Song „Johnny Blue“ landete sie nur vier Punkte hinter der siegreichen englischen Band Bucks Fizz auf Platz zwei. Seitdem warten Deutschlands Musiker vergebens auf einen weiteren Erfolg. Am nächsten dran war zweimal die Gruppe Wind, die 1985 in Göteborg und 1987 in Brüssel jeweils Rang zwei belegte. Zum letzten Mal durfte sich Deutschland 1999 in Jerusalem über einen Podestplatz beim Eurovision Song Contest feiern, als die deutsch-türkisch-englische Band Kudüs'e seyahat mit dem Song „Reise nach Jerusalem“ hinter Schweden und Island gewählt wurde.
In den letzten Jahren kaum deutsche Erfolge beim Eurovision Song Contest
In den vergangenen Jahren mussten sich die deutschen Vertreter mit Plätzen in den hinteren Regionen begnügen. 2008 in Belgrad belegten die No Angels mit dem Lied „Disappear“ unter den 25 Finalteilnehmern nur den 23. Platz – punktgleich mit den beiden Letztplatzierten Polen und Großbritannien. Ein Jahr zuvor wurde Roger Cicero in Helsinki mit seinem Swing-Titel „Frauen regier’n die Welt“ 19. 2005 in Kiew blamierte sich Gracia mit „Run & Hide“ mit nur vier Punkten als Letzte.
