
- Everybody's fine, Filmplakat - Walt Disney
„Everybody's fine“, das amerikanische Remake des italienischen Filmes „Allen geht's gut“ (Giuseppe Tornatores, „Stanno tutti bene“, 1990) ist ironisch zu verstehen, denn es handelt vom einsamen, perfektionistischen Frank Goodes (Robert de Niro, „Taxi Driver“), dessen Frau vor einigen Monaten verstarb und dessen erwachsene Kinder verstreut in den USA leben: New York, Denver, Las Vegas und Chicago. Um der Einsamkeit zu entfliehen, lädt der unbeliebte Vater alle vier zum Weihnachtsessen ein – doch alle sagen ab (einer davon nicht einmal selbst, sondern lässt sich von den anderen Geschwistern entschuldigen). Traurig geht es weiter, wenn Frank seinen Kindern Überraschungsbesuche abstattet.
„Everybody's fine“? – Von wegen!
Der Kontakt zu den Kindern bestand hauptsächlich über die Mutter, so wissen sie nicht, worüber sie mit ihrem Vater reden sollen, bzw. möchten sie ihn nicht enttäuschen, da sie sich nicht seinen Vorstellungen entwickelten. Franks Arzt rät ihm von der Reise zu den Kindern ab und möchte von ihm wissen, ob er mit seiner toten Frau spricht, als ob sie noch hier wäre. Dass er es tut, bleibt sein Geheimnis. Die Kinder spielen ihm etwas vor und halten ihre Probleme vor ihm zurück, denn mit Scheidung, lesbischer WG und beruflichem Scheitern würde er nicht klarkommen, dafür hatte er von seinen Kindern und seiner strengen Erziehung zu viel erwartet: Ausreden, Lügen und Verschleierungen erwarten ihn.
Kinder spielen dem strengen Vater etwas vor
In New York trifft Frank seinen Lieblingssohn, den Maler David (Austin Lysy, „Brooklyn Lobster“) nicht an und reist weiter nach Chicago zu Amy (Kate Beckinsdale, „Weil es dich gibt“), die dort als Werbe-Geschäftsfrau mit Mann und Kind in einem riesigen Haus lebt. Angespannte Stimmung auch, als er Robert (Sam Rockwell, „Basquiat“) in Denver, angeblicher Dirigent eines Orchesters, und den in Las Vegas tanzenden Revuestar Rosie (Drew Barrymore, „Verrückt nach dir“) besucht. Sie spielen dem ehemaligen Telefonkabel-Verleger alle etwas vor. Schließlich bekommt er einen Herzinfarkt, was die Familie vor dem Krankenbett versammelt. Und auch das Rätsel um Frank wird aufgelöst.
„Everybody's fine“ ist ein sentimentaler Weihnachtsfilm
Kirk Jones („Lang lebe Ned Devine!“) nunmehr dritter Spielfilm drückt auf die Tränendrüse, was durch Robert De Niros Schauspiel allerdings nicht bei jedem ankommt. Viel zu vorhersehbar sind die Szenen, dennoch wird einem klar, dass es wirklich besser ist, als Elternteil seinen Kindern genügend Freiraum zu geben und auch „Versagern“ zu verzeihen oder sich selbst in Frage zu stellen. „Everybody's fine“ kam in Deutschland zu Ostern ins Kino, ist aber definitiv ein Winter-/Weihnachtsfilm – trotz all der Dramatik mit Hollywood-Happy-End!
Die DVD „Everybody's fine“ erschien 22. Juli 2010 im Verleih von Walt Disney
