
- Friedhof la Recoleta - Nadine Neufeld
Maria Eva Duarte de Perón - für die einen eine Heilige, für die anderen aber eine Hure. Wie ihr Ruf, waren auch ihre Taten sehr kontrovers. Sie erreichte das Stimmrecht für Frauen oder führte Mindestlöhne ein, aber sie unterstütze auch Nazi-Flüchtlinge, die sich in Südamerika verstecken wollten. Ihr Leben zeigt die starken Kontraste einer Legende, deren märchenhafte Geschichte bis heute fasziniert.
Kurz und intensiv
Eva Perón lebte kurz aber intensiv. In jungen Jahren, mit nur 33 Jahren, starb sie an Gebärmutterkrebs. Evita, wie Argentiniens Ex-Präsidenten Juan Domingo Perón seine Ehefrau liebevoll nannte, liegt seit 1976 im Familiengrab der Duartes auf dem Friedhof la Recoleta, im elegantesten Stadtteil von Buenos Aires. Unter den vielen pompösen Mausoleen unterscheidet sich das Grab durch die unzähligen Besucher, die Eva Peróns letzte Ruhe fotografieren und manchmal sogar Blumen davor legen. Eva Perón lebt nach ihrem Tod in den Herzen einiger Menschen als Heldin weiter.
Macht und Einfluss
Sie zählt für viele zu den bedeutendsten Frauen des letzten Jahrhunderts: Doch schon zu Lebzeiten war sie eine umstrittene Figur: Einerseits schaffte sie es beispielsweise durch den Einfluss auf ihren Mann den Frauen Argentiniens 1947 das Wahlrecht zuzusprechen. Andererseits beteiligte sie sich zusammen mit ihrem Gatten maßgeblich an der Installation einer Fluchthilfezentrale für Nazivermögen und Nazi-Kriegsverbrecher nach dem zweiten Weltkrieg. Die Besitzlosen, die „Descaminados“ (Hemdlosen) verehrten sie wie eine Heilige, während die Reichen, das Militär und die Mächtigen, die Oligarchie sie als Tyrannin und als rach- und geltungssüchtig bezeichneten. In jungen Jahren und in sehr kurzer Zeit gelang es der ehemaligen Schauspielerin und Radiomoderatorin die Macht ihres Gatten zu stärken und sie ebenfalls für sich einzusetzen.
Hass und Liebe
Der Hass aber auch die Liebe die ihr die Massen entgegen brachten, entsprang wohl ihre Herkunft: Sie kam als eines von fünf unehelichen Kinder einer unverheirateten Köchin in Argentinien zur Welt. Jedoch anerkannte ihr Vater, der mit einer anderen Frau verheiratet war, sie als seine Tochter und so trug sie seinen Namen: Maria Eva Duarte. Ein weiterer Grund war ihre Promiskuität bevor sie den Präsidenten ehelichte. Sie wählte ihre Partner nach dem gewünschten Status in der Gesellschaft. Nach ihrem frühen Tod residiert sie nun elitärer, als sie in ihren frühen Jahren lebte. Ob als Heilige oder Hure, sie schaffte es mit ihrer märchenhaften Geschichte, einen Mythos und eine Faszination um ihre Person zu kreieren, wie keine andere.
