"Evolution unterwegs" in Reutlingen

Sonderausstellung im Naturkundemuseum über die Evolutionstheorie

Charles Darwin - Wikimedia
Charles Darwin - Wikimedia
"Evolution unterwegs" ist eine Sonderausstellung im Naturkundemuseum Reutlingen, die den Besucher kreativ an die Forschung Darwins heranführt.

Das Darwin-Jahr ist vorbei, doch das Interesse an der Arbeit des Evolutionstheoretikers ist ungebrochen. Und das zu Recht: Denn wie die Wanderausstellung "Evolution unterwegs" alltagsnah zeigt, ist Selektion immer aktuell.

Ideenwettbewerb "Evolution heute" gab den Anstoß zur interaktiven Wanderausstellung

Schmiede der interaktiven Ausstellung war der Ideenwettbewerb "Evolution heute" zum Darwinjahr 2009 der Volkswagenstiftung. Drei kluge Köpfe, Kurator Norbert Niedernostheide , Professor für Evolutionsbiologie Klaus Reinhold und Biologe Tom Steinlein, konnten in diesem Zuge ihre Idee von einer realitätsnahen und interaktiven Ausstellung zum Thema Evolutionstheorie realisieren. Im Sommer 2009 hatte "Evolution unterwegs" Premiere im Museum am Schölerberg in Osnabrück und ist nun seit dem 22. Januar 2010 im Naturkundemuseum in Reutlingen zu Gast.

Evolution im Naturkundemuseum Reutlingen in 10 Stationen

Schritt für Schritt kann sich der Besucher durch die unterschiedlichen Kontexte der Forschung Charles Darwins bewegen. Die Ausstellung beschränkt sich nämlich keineswegs nur auf die Ergebnisse dieser langjährigen und aufwendigen Forschungsarbeit, sondern versucht einem ganzheitlichen Ansatz gerecht zu werden. Über zehn hierarchische Stationen entfaltet sich das Panorama der Artenvielfalt für den Besucher. Darunter befindet sich unter anderem ein Ausflug in das gesellschaftliche Leben ins England des 19. Jahrhunderts, um die sozialen und historischen Rahmenbedingungen von Darwins Forschung zu illustrieren. Auch werden die Vordenker der Evolutionstheorie nicht vernachlässigt. Ehe Darwin die Erkenntnisse auf den Punkt brachte, hatten sich bereits viele andere Naturforscher an der Erklärung der Artenvielfalt versucht. Zu ihnen gehörte zum Beispiel Platon.

Interaktive Ausstellung "Evolution unterwegs" veranschaulicht Prozesse der Selektion

Die Themenvielfalt spiegelt sich auch in der formalen Diversität der Ausstellung wider. Jede Station vermittelt ihr Thema auf individuelle Art und Weise. Das Computerspiel "Die Schmetterlingsklatsche" illustriert dem Besucher beim virtuellen Schmetterlinge-Fangen das Prinzip von Selektion und Adaption anhand der Mechanismen unserer Zeit. Schlecht an die Umwelt angepasste Schmetterlinge lassen sich leichter fangen als solche, die gut ihrer Umwelt angepasst sind. Die Station "Evolution und Technik" enthüllt, wie sich Evolution an unseren Alltagsgegenständen ablesen lässt. Sich verändernde Bedürfnisse führen zur Entwicklung neuer technischer Geräte.

Die Mechanismen von Selektion und Partnerwahl, die "sexuelle Selektion" werden beispielhaft durch die Tierwelt vorgeführt. Nicht umsonst sind viele Tiermännchen besonders bunt und schön gezeichnet. Ihre Attraktivität hat sich im Laufe der Evolution als selektiver Vorteil erwiesen.

Evolution unterwegs im Naturkundemuseum Reutlingen

Ein kleines Kino ergänzt die zehn aufeinander aufbauenden Stationen von "Evolution unterwegs" mit kleinen informativen Filmbeiträgen. Das gelungene Gesamtpaket schafft einen unmittelbaren Zugang zum Thema. Für Neuinteressierte in Sachen Evolutionstheorie gibt die Ausstellung einen gut strukturierten Überblick, Fortgeschrittenen bietet sie neue ungewöhnliche Perspektiven auf die Thematik. "Evolution unterwegs" macht deutlich, dass die Evolution tatsächlich immer in Bewegung ist und als ein stets unvollendeter Prozess unseren Lebensalltag prägt.

Das Naturkundemuseum Reutlingen, das sich in einer Dauerausstellung der Natur der Region gewidmet hat, zeigt die Sonderausstellung "Evolution unterwegs" noch bis zum 18. April 2010.

Naturkundemuseum Reutlingen

Am Weibermarkt 4

72764 Reulingen

Öffnungszeiten

Dienstag - Samstag 11-17 Uhr

Donnerstag 11-19 Uhr

Sonn- und Feiertage 11-18 Uhr

Sunna Guðmundsdóttir - Sunna Guðmundsdóttir, aufgewachsen in Island, arbeitete schon während ihres Studiums der Literaturwissenschaft als freie ...

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