Einige Menschen klammern sich eher hilflos an den letzten Strohhalm, indem sie sich selbstständig machen. Was soll auch werden, wenn man keine Stelle mehr findet und das Arbeitsamt jegliche Hoffnungen auf eine neue Anstellung vergräbt. Sicher, es gibt 1-Euro-Jobs, aber ist das wirklich eine Beschäftigung, die man machen möchte? Der Verdienst ist, wie es der Name schon sagt, mehr als gering. Eine Existenzgründung bietet sich aus einer Arbeitslosigkeit förmlich an. Man kann sich etwa erst einmal nebenbei selbstständig machen, das hat viele Vorteile, denn man kann in aller Ruhe austesten, ob dieser Weg überhaupt die richtige Lösung wäre und ob man der Situation und den neuen Aufgaben überhaupt gewachsen ist.
Das Arbeitsamt bietet in Deutschland einen sogenannten Gründungszuschuss an. Diesen kann man beantragen, wenn man noch mindestens 90 Tage Anspruch auf Arbeitslosengeld hat. Der Zuschuss wird, sofern er bewilligt wird, für eine Zeit von neun Monaten gezahlt. Er beträgt 300 Euro zusätzlich zum normalen Arbeitslosengeld. Nach den neun Monaten kann man unter Umständen einen weiteren Zuschuss in Höhe von 300 Euro beantragen, dieser wird dann für weitere sechs Monate bewilligt, das Amt ist aber keineswegs verpflichtet, diese Zuschüsse zu zahlen. Der Antragsteller muss einiges bei der Antragstellung vorlegen, dazu gehört ein Businessplan, die Teilnahmebestätigung an einem Existenzgründungsseminar, die Gewerbeanmeldung und ein Lebenslauf sowie eine Rentabilitätsvorschau.
Existenzgründung als Weg in eine bessere Zukunft?
Viele Menschen möchten nicht mehr unter einem Chef arbeiten, sie wollen sich selbst verwirklichen und machen dabei ihr Hobby zum Beruf. Wenn das Unternehmen Selbstständigkeit gelingt, dann kann man endlich aufatmen, aber bevor es soweit ist, erwartet den Gründer in jeglicher Hinsicht ein harter und langer Weg.
Welche Fragen stellen sich?
- Kann ich mit meiner Idee überhaupt auf dem Markt bestehen?
- Habe ich genügend Kapital und wie finanziere ich das Ganze?
- Was passiert, wenn ich es doch nicht schaffe und die Existenzgründung scheitert?
- Welche Arbeitszeit muss ich einplanen, kann ich auf wenig Freizeit und auf Urlaub verzichten?
- Bin ich dem ständigen Stress, der gerade am Anfang vorherrscht, überhaupt gewachsen?
Eine Menge an Fragen, die man sich vor Beginn stellen und die man ehrlich beantworten sollte. Falsche Eitelkeit oder zu viel Optimismus ist bei einer Existenzgründung fehl am Platz. Gerade die ersten Jahre werden mehr als schwierig, denn bei den meisten Neugründungen hat man die ersten Jahre nur Verluste. Man rechnet im Durchschnitt erst ab dem dritten bis sogar fünften Jahr mit einer finanziellen Besserung. Erst nach dieser Zeit wird sich herausstellen, ob die Entscheidung für eine Existenzgründung die richtige war.
