
- Purpurtute - L. Rechtnitz
Syngonium stammt aus Mittelamerika und gehört zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae), ihre Gattung umfasst etwa 15 Arten. Oftmals werden Syngonium Arten mit Philodendron verwechselt. Dem deutschen Namen Purpurtute wird die Pflanze allerdings erst im Alter gerecht, da sie erst dann ihre purpurfarbenen Hüllblätter zeigt. Syngonium gehört in seiner natürlichen Umgebung zu den Epiphyten, also so genannte Aufsitzerpflanzen, die sich vorwiegend in den Laubkronen von Bäumen ansiedeln und Richtung Sonne sprießen.
Die meisten Syngonium Arten haben ledrige, fleischige, glänzende Blätter, die Stängel sind holzig und dick. Die Blätter einer Jungpflanze sind pfeilartig geformt und ungeteilt, erwachsene Pflanzen bilden hingegen fußförmige, geteilte oder gelappte Blätter. Die Purpurtute bildet im Laufe der Zeit kletternde oder hängende Triebe. Als Zimmerpflanze benötigt sie Kletterhilfen in Form eines Moosstabs oder Spaliers. Sie gedeiht auch hervorragend in Blumenampeln, die Triebe hängen nach unten.
Syngonium podophyllum
… ist die häufigste Syngonium Art. Sie verfügt über unterschiedlich geformte, mittelgrüne Blätter. Bei Jungpflanzen sehen die Blätter pfeilförmig aus, erwachsene Pflanzen haben fünf-, sieben-, neun- und manchmal sogar elffach geteilte Blätter. Im Handel sind buntblättrige Sorten erhältlich.
Syngonium podophyllum Emerald Gem
… ist die kompakte Form mit kurzen Blattstielen. Die Blätter sind bei allen Pflanzen, ganz gleich welchen Alters, dunkelgrün mit hellgrüner Zeichnung entlang der Blattadern.
Syngonium in einer Pflanzengruppe arrangieren
Purpurtuten sehen einzeln sehr schön aus, aufgrund ihrer Optik sind sie aber auch ideale Ergänzung einer Pflanzengruppe. Aufgrund ihrer Größe sollte Syngonium in der hinteren Reihe mit Kletterhilfe angesiedelt sein. Zu Syngonium podophyllum passt unter anderem der gelbe Zimmerhopfen - auch bekannt als Dickähre (Pachystachys lutea). Das Acanthus-Gewächs ist als Zimmerpflanze schon lange bekannt und gehört in vielen Bereichen zum Standardsortiment. Aber auch eine Kombination aus Syngonium, Farn und Kolbenfaden (Aglaonema) macht sich gut. Aufgrund der ähnlichen Wachstumsbedingungen kann man auch Syngonium, Philodendron und Bubikopf - eine hier äußerst beliebte Zimmerpflanze - sehr schön in einer Gruppe arrangieren.
Syngonium pflegen
Die Pflege, Kultivierung und Vermehrung von Syngonium ist relativ einfach, wenn man auf die für diese Pflanze wichtigen Komponenten Luftfeuchtigkeit und Temperatur achtet.
Standort, Temperatur und Luftfeuchtigkeit
Im Gegensatz zu ihrem natürlichen Lebensraum wächst Syngonium als Zimmerpflanze erheblich langsamer und ist deshalb sehr gut zu kontrollieren und zu „erziehen“. Im Allgemeinen benötigt Syngonium nicht sehr viel Licht, idealerweise stehen sie halbschattig. Das gilt besonders für Sorten mit grünen Blättern. Buntblättrige Sorten sollten hell stehen. Im Zimmer darf Syngonium keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Die Pflanzen benötigen jährlich eine Umgebungstemperatur von mindestens 18 Grad; auch im Winter dürfen sie keinesfalls kühler stehen.
Syngonium benötigt eine hohe Luftfeuchtigkeit, weswegen sie nicht selten auf Schalen mit feuchten Kieselsteinen gebettet sind. Wichtig ist, dass regelmäßig der Staub vom Blattwerk entfernt wird. Außerdem sollte man die Pflanze so oft wie möglich mit entkalktem, lauwarmem Wasser besprühen, auch im Winter. Steigt die Zimmertemperatur, muss die Luftfeuchtigkeit nach oben angepasst werden. Deshalb im Sommer nach Möglichkeit die Pflanze täglich besprühen.
Gießen, Düngen, Ruhephase, Substrat
Während der Wachstumsphase gießt man Syngonium regelmäßig mit kalkfreiem, lauwarmem Wasser, zwischen den Wassergaben die oberste Erdschicht antrocknen lassen. Im Winter legen die Pflanzen eine kurze Ruhephase ein, in der man das Gießen sehr stark einschränken sollte, damit das Substrat noch stärker durchtrocknet als in der übrigen Zeit. Von März bis September wird die Pflanze im Abstand von 14 Tagen mit einem flüssigen Volldünger in normaler Konzentration gedüngt, während der Ruhephase auf Dünger verzichten. Als Substrat kommt für Syngonium Einheitserde T, TKS 2 oder mit Styroporflocken aufgelockerte Blumenerde in Frage.
Vermehrung und Schädlinge
Die Vermehrung von Syngonium erfolgt durch Stecklinge, genauer durch Kopf- oder Teilstecklinge in einem warmen Vermehrungsbeet bei einer Bodentemperatur von etwa 25 Grad.
Der größte Feind der Purpurtute ist die Schildlaus, die sich oft aufgrund zu trockener Raumluft - besonders im Winter während der Heizperiode - auf der Pflanze niederlässt.
Bietet man Syngonium die für sie so wichtige Tempertur und Luftfeuchtigkeit, wächst sie im Laufe der Jahre zu einer wunderschönen, stattlichen Pflanze heran, an der man aufgrund ihrer exotischen Optik sehr viel Freude hat. Es lohnt sich auf jeden Fall.
