
- Spiel des Lichts von Marika Zellner - Andrea Weber
Marika Zellners Fotografie steckt voller Geheimnisse, besonders deshalb, weil die Künstlerin über ihre Arbeit nichts verrät. Sie will nicht sagen, wie sie die Bilder macht, nicht wann sie sie fotografiert und auch nicht wo sie sie aufnimmt. „Meine ganz spezielle Aufnahmetechnik ist noch einzigartig. Deshalb will ich vermeiden, dass es Nachahmer gibt“, sagte sie Mitte Januar 2011 zu ihren Vernissage-Gästen in der Galerie im Schwankl-Eck in Wolfratshausen.
Ihre Fotografien von kraftvollen Spektralfarben, erinnern an das Reflektionsspiel von Sonnenlicht in einer Polarnacht, weit oben im hohen Norden. Marika Zellner nennt ihre Fotografien auch deshalb Sonnenlichtbilder, weil sie nicht nur so reflektieren, sondern auch aus Selbigem sind. Kein Bild trägt einen Namen, der das Geheimnis um sie lüften könnte. Nur eines betont die Künstlerin vehement: „Die Darstellung und Farbprägnanz erziele ich durch reine Fototechnik und nicht durch Manipulation am Computer.“
Neue Aufnahmetechnik in der Fotografie mit Lichtspiegelungen und Lichtbrechungen
Die gebürtige Berlinerin, die seit 1974 in München lebt und die Kunst der Fotografie professionell gelernt hat, wagt sich seit einigen Jahren auf das Gebiet der experimentellen Darstellung vor. Ihre aktuellen Arbeiten fasst sie im Bilderzyklus „Magie des Sonnenlichts“ zusammen. Mit ihrer Geheimniskrämerei macht Zellner freilich neugierig und man will herausfinden, was hinter dem Mysterium steckt. Es sind Lichtspiegelungen, Lichtbrechungen, Lichtspiele, manchmal so als würden Rauchschwaden durch Laserstrahlen wabern oder bunte Lichtblitze einer Showbühne durch den Raum jagen. Die Künstlerin findet: „Es sind Elfen, die mit ihren Schleiern tanzen.“ Doch alles ist nur Illusion und die Wahrheit scheint ganz banal zu sein. Marika Zellner fängt das Sonnenlicht zu einer bestimmten Jahreszeit und einem bestimmten Tageszeitpunkt in einem bestimmten Einfallswinkel ein.
Geheimnisvolle Plastizität durch spezielles Fotopapier
Die Bilder entstehen in Innenräumen ohne Zuhilfenahme von künstlichem Licht, nur durch das Spiel von Sonnenlicht, dass von irgendwo her kommt und sich auf irgendwas bricht. Deshalb ist der Betrachter versucht diese anonymen Objekte, auf denen sich die natürliche Lichtquelle bricht und derartig spannende Wirkung erzielt, ausfindig zu machen. Doch lässt die Künstlerin die Objekte außen vor. Man kann nur vermuten, dass es sich um Glasstücke, Spiegel, Metalle handeln muss, all jene Materialien, die reflektieren können. Zudem haben die Fotografien eine besondere Tiefe. Sie sind nicht dreidimensional, aber auch nicht zweidimensional und doch haben sie eine geheimnisvolle Plastizität. „Der Effekt entsteht durch ein ganz spezielles Papier“, nur soviel sagt Marika Zellner. Das Papier war am Ende der Schlüssel zum Erfolg. Zuvor hatte sich die Fotografin monatelang mit diesen Lichtspielereien beschäftigt, ehe sie mit dem Ergebnis zufrieden war und jetzt in die Öffentlichkeit ging.
