
- TU 154 - Jerzy / Pixelio
Flug 348 der westsibirischen Fluggesellschaft Kogalymavia sollte am 1. Januar 2011 in Richtung Moskau abheben, fing jedoch bereits vor dem Start Feuer und explodierte. Unter den 124 Passagieren befand sich auch die russische Pop-Gruppe Na-Na, die in einem ersten Interview von der Panik an Bord berichtete.
Probleme mit den Notausgängen der TU-154
Trotz scheinbar chaotischer Zustände konnten sich die meisten Passagiere aus dem brennenden und zerbrochenen Wrack der Tupolev TU-154 retten, das noch vor dem Erreichen der Startbahn auf dem verschneiten Rollweg aus bisher ungeklärter Ursache explodierte. Mitglieder der russischen Pop-Gruppe Na-Na beschrieben im russischen Fernsehsender NTV die Panik an Bord, die umgehend nach der Explosion im ausbrach. Die Flammen breiteten sich rasend schnell ausgehend vom Heck des Flugzeuges aus, nachdem durch das Öffnen eines Notausgangs Sauerstoff in das Flugzeug eintrat. Die Flugbegleiter hatten kaum Möglichkeiten, die Passagiere zu beruhigen. Alle seien durcheinander und in Panik auch über die Köpfe anderer Passagiere gestiegen. Probleme hat es offenbar beim Öffnen weiterer Notausgänge gegeben, so dass sich die meisten Passagiere durch einen Ausgang über den Tragflächen drängen mussten.
Sicherheitskräfte am Flughafen beschrieben, dass das Feuer vermutlich in dem mittleren der drei Triebwerke ausgebrochen ist, das sich unmittelbar über der Flugzeugzelle befindet. Dieses Feuer griff schnell auf andere Flugzeugteile und vermutlich auch die beiden anderen Triebwerke über, so dass es zu einer starken Explosion kam. Unter den 43 Verletzten haben die meisten eine Rauchvergiftung erlitten, zehn davon sind schwer verletzt.
Der westsibirische Flughafen Surgut ist eine Basis der Fluggesellschaft Kogalymavia
Der westsibirische Flughafen von Surgut befindet sich etwa 10 km nördlich der Stadt und verfügt über eine 2.790 Meter lange Start- und Landebahn ohne Instrumentenlandesystem. Die 1993 gegründete Regionalairline Kogalymavia verfügt über insgesamt mehr als zehn Mittelstreckenflugzeuge, davon fünf Tupolev TU-154, und verbindet hauptsächlich russische Städte mit Moskau. Surgut ist eine Basis der Fluggesellschaft.
Die russische Tupolev TU-154 ist zum Problemfall geworden
Einst war sie eines der wichtigsten Flugzeuge der Sowjetunion, ohne die der Luftverkehr innerhalb dieses riesigen Reiches kaum möglich gewesen wäre. Zahlreiche Betriebsstunden auch unter schwierigen Bedingungen hat die Tupolev TU-154 seit ihrer Indienststellung 1972 gemeistert. Robust konstruiert kann die TU-154 dank ihres verstärkten Fahrwerks problemlos auch auf unbefestigten Pisten landen, eine optimale Voraussetzung für viele abgelegene Flugplätze der Sowjetunion. Insgesamt wurden über 1.000 Flugzeuge produziert, viele sind vor allem in den ehemaligen Sowjet-Republiken noch in Betrieb.
In den letzten Jahren kam es jedoch vermehrt zu Problemen und Betriebsstörungen bei der inzwischen technisch veralteten TU-154. Viele Fluggesellschaften rüsteten deswegen auf moderne Flugzeuge um, auch die größte russische Airline Aeroflot hat die TU-154 inzwischen durch Airbus A320 ersetzt. Im April 2010 war eine hochrangige Regierungsdelegation – unter ihnen der polnische Präsident Lech Kaczynski – beim Anflug auf den russischen Militärflugplatz Smolensk mit einer TU-154 abgestürzt. Nach diesem Zwischenfall wird das „Arbeitstier“ der Sowjet-Ära weiter an Vertrauen verlieren und womöglich bald ganz außer Dienst gestellt werden.
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