Facebook: 4 Wege, sich im sozialen Netzwerk falsch zu verhalten

Auch bei Facebook gilt Diskretion - Rainer Sturm/pixelio.de
Auch bei Facebook gilt Diskretion - Rainer Sturm/pixelio.de
Manche Facebook-Nutzer geben irritierend viel im sozialen Netz preis. Muss das wirklich sein? Für alle Turteltauben, werdenden Eltern und Lästermäuler.

Informationen zu teilen ist Sinn und Zweck von sozialen Netzwerken wie Facebook. Manchmal schießen Nutzer aber über das Ziel hinaus. Es kommt zu Statusmeldungen, die nur noch eines sind: Überflüssig. Wer nicht riskieren will, von Freunden blockiert zu werden, sollte diese „Online-Fauxpas“ vermeiden.

Liebe bei Facebook: „Guten Morgen, Hasi! Du bist mein glitzernder Augenstern!“

Wie schön für Hasi und ihren Verehrer, dass sich beide anscheinend in einer glücklichen Beziehung befinden. Um das zu demonstrieren, antwortet Hasi umgehend mit: „Mein Täuberich, was wäre ich ohne dich?“ Nun fragt man sich als unfreiwillig Beteiligter, warum dieser herzerweichende Dialog nicht nach dem Aufwachen im Bett stattgefunden hat? Wieso erklären sich Hasi und Täuberich ihre Liebe online? Es ist auf alle Fälle irritierend. Singles sollten allerdings das Internet als Liebesbörse nicht unterschätzen: Nach Aussage der Singlebörse parship.de haben 2009 über 6 Millionen Deutsche ihre Liebe online gefunden.

Weltschmerz bei Facebook: „Es hat alles keinen Sinn mehr…“

Bei diesen Kommentaren sind die drei Punkte von höchster Wichtigkeit und kündigen eine dramatische und vermutlich ausufernde Geschichte an. So erleichtert sich der schreibende Nutzer nach dem Posten der Meldung auch fühlen mag, für den Leser stellen sich tiefsinnige Fragen: Hat die Zeit für einen kompletten Satz nicht mehr gereicht? Muss jetzt nachgefragt werden, was genau keinen Sinn macht? Oder soll gleich die Feuerwehr oder Polizei informiert werden? Nutzer, die derartige Sätze posten, wollen Anfragen erhalten, um sich dann das Problem von der Seele schreiben zu können. Ihnen allen sei geraten: Es gibt die Funktion „Private Nachricht senden“ bei Facebook.

Klatsch und Tratsch bei Facebook: „XYZ ist eine völlig bekloppte Kuh!“

Eine repräsentative Studie der Universität Münster kam 2011 zu dem Ergebnis, dass bereits mehr als 30% der Jugendlichen oder jungen Erwachsenen dem sog. Cybermobbing zum Opfer gefallen sind. Eine schnell hingetippte Beleidigung erscheint einfacher, als dem Gegenüber die Meinung ins Gesicht zu sagen. Derartige Statusmeldungen bieten dem Leser nur eine Möglichkeit: Den Schreiber als Freund zu löschen.

Nachwuchs bei Facebook: „Heute beim Ultraschall gewesen.“

Das Innere der eigenen Gebärmutter zu posten, scheint im Trend zu liegen, und so sieht man sich als Facebook-Nutzer häufig einem Foetus gegenüber, der nicht ahnt, dass seine Entwicklung online zu verfolgen ist. Schlimmer noch: Wie kommentiert man ein Foto, auf dem außer weißen Punkten auf schwarzem Untergrund nicht viel zu erkennen ist? Sicher ist die Freude über den Nachwuchs groß und gern beteiligt sich die Online-Community mit Jubelschreien, aber alles sollte in gewissen Grenzen geschehen.

Löschen, Blockieren, Melden bei Facebook: Abhilfe gegen Etikettenverletzer

Facebook bietet seinen Nutzern im Hilfebereich verschiedene Möglichkeiten, um mit „Online-Fauxpas“ umzugehen: Statusmeldungen können verborgen werden, indem man das Kreuz neben der betreffenden Meldung anklickt und dann auswählt, ob man nur diesen oder lieber gleich alle Beiträge des betreffenden Nutzers verbergen will. Freundschaften können jederzeit gelöscht werden, indem man auf der Profilseite des Betreffenden „Als FreundIn entfernen“ anklickt. Meldungen, Gruppen, Fotos u.ä. die gegen die Facebook-Bestimmungen verstoßen, können blockiert oder anonym gemeldet werden. Facebook behält sich in Einzelfällen vor, Nutzerkonten bei wiederholtem Verstoß zu sperren.

Im Juni 2011 gab Facebook bekannt, dass die Nutzerzahlen in Deutschland die 20-Millionen-Marke überschritten haben. Damit ist jeder vierte Deutsche im sozialen Netzwerk aktiv. Doch immer mehr Nutzer entziehen sich der Öffentlichkeit auch wieder und wenden das finale Abwehrmittel gegen Etikettenverletzer an: Sie deaktivieren ihr Konto.

Quellen:

  • parship.de
  • facebook.com
  • zdnet.de
  • psy.uni-muenster.de

Bildnachweis: © Rainer Sturm / pixelio.de

Ulrike Niemann, Ulrike NIemann

Ulrike Niemann - Ulrike Niemann lebt mit Mann und Katze in der Nähe von Paris. Nach Abschluss des Studiums der Kulturwissenschaft an der Uni ...

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