
- Fehler im sozialen Netzwerk vermeiden - Gerd Altmann/Pixelio
Wie viel Geld mit dem Wissen über andere Menschen zu verdienen ist, zeigt Facebook in diesen Tagen deutlicher denn je. Seit Monaten wird über einen Börsengang von Facebook spekuliert, nun ist es Gewissheit: Wie der amerikanische, auf Meldungen aus dem Finanzmarkt spezialisierte Sender CNBC am 13. Juni 2011 mitteilte, verdichten sich die Meldungen, dass der Antrag auf einen Gang an die Börse im Oktober oder November 2011 gestellt würde und mit einem Börsengang im ersten Quartal 2012 zu rechnen sei.
Facebook geht an die Börse
Wie der Sender weiter berichtete, soll Facebook mit einem Preis von 100 Milliarden Dollar an die Börse gebracht werden. Gegen diese horrende Summe nehmen sich große deutsche DAX-Unternehmen wie Kinderspielzeug aus, denn an der Börse sind die Deutsche Bank, Lufthansa und Deutsche Post zusammen nicht so viel wert. Trotz des Börsencrashs auf dem neuen Markt und der Bauchlandung von Nasdaq vor einigen Jahren und des jüngsten Userrückgangs in Nordamerika und einigen europäischen Ländern haben unverbesserliche Optimisten in den letzten zwölf Monaten immer wieder in Facebook investiert.
So stieg der Wert von Facebook innerhalb des letzten Jahres von 23 Milliarden Dollar im Juni 2010 auf rund 50 Milliarden Dollar im Januar 2011 und auf 65 Milliarden Dollar im März 2011. Eine schöne kurzfristige Wertsteigerung eines Unternehmens mit 2000 Mitarbeitern, das mit 1,2 Milliarden Dollar Umsatz einen Reingewinn von rund 350 Millionen Dollar produziert. Sein Gründer Mark Zuckerberg war mit 23 Jahren der jüngste Self-Made-Milliardär aller Zeiten.
Unkenntnis im Umgang mit Facebook und anderen sozialen Netzwerken
Die deutschen Tageszeitungen berichteten in den letzten Wochen ausführlich über drei Fälle in Deutschland, bei denen Facebook-Nutzer statt einen kleinen ausgewählten Freundeskreis die gesamte Facebook-Gemeinde zu ihrer Geburtstagsparty eingeladen hatten. Mehrere tausend Gäste erschienen, und die Polizei musste Häuser, Grundstücke und Autos der weiteren umliegenden Nachbarschaft schützen. Ergebnis: Aus der kleinen Party wurde nichts und die Gebühren für den Polizeieinsatz waren happig. Als Grund stellte sich heraus, dass die Einladenden einen kleinen Button auf ihrer Facebook-Seite nicht genutzt hatten. So wurde aus einem kleinen Verteiler ein großer.
Da aber die wenigsten Geburtstagskinder auf diese unpersönliche Art ihre Einladungen aussprechen, lässt diese Fehleransammlung darauf schließen, dass sehr viele Facebook-User aus Unkenntnis sehr viel mehr von sich preisgeben als sie wollen. Diese Zahl mag ganz beträchtlich sein, denn allein Facebook hat derzeit weltweit rund 700 Millionen aktive Mitglieder. In Deutschland haben mittlerweile rund 16 Millionen Menschen ein Facebook-Profil. Vielen sind aber die Einstellmöglichkeiten zur Sicherheit und zum Datenschutz zu kompliziert.
Was muss beim Umgang im sozialen Netzwerk beachtet werden?
Bei Facebook gibt es eigentlich nur drei Grundeinstellungen: „Für alle sichtbar“, „für Freunde sichtbar“ und „auch für Freunde von Freunden sichtbar“. Ein Klick reicht, um das richtige Fenster zu aktivieren. Man sollte immer, auf jeden Fall in den ersten Monaten, nur seinen Freunden sein Facebook-Profil zugänglich machen.
In letzter Zeit ist viel von der neuen Möglichkeit der Gesichtserkennung die Rede. Auch diese Möglichkeit sollte erst einmal ausgeschaltet werden: Bei den Einstellungen zur Privatsphäre gibt es eine Kategorie "Dinge, die andere Personen teilen". Hier muss bei "Freunden Fotos von mir vorschlagen" die Funktion "Gesperrt" ausgewählt und mit "OK" bestätigen werden.
Allgemeine Tipps für den Umgang mit sozialen Netzwerken
- Jeder User sollte über Personensuchmaschinen von Zeit zu Zeit kontrollieren, welche Daten weiter gegeben wurden. Übrigens lässt sich auch einstellen, dass das eigene Profil in Suchmaschinen nicht gefunden werden kann.
- Freunde gewinnt man nicht durch ein „Klick“. Deshalb Vorsicht bei Freundschaftsanfragen.
- Lieber zu wenig als zu viel über das Profil preisgeben. Auch ein eigenes Foto kann die Identifizierung für Fremde erheblich vereinfachen. Ein anderes Motiv tut es auch.
- Die vollständige Adresse, Telefonnummern, politische Meinungen und so weiter haben nichts im Profil zu suchen.
- Sollen andere nicht sehen, ob man on- oder offline ist, kann in der Chat-Funktion der Status immer „offline“ gestellt werden.
- Mit der Teilnahme an Online-Spielen über soziale Netzwerke erhalten die Anbieter meistens alle Daten des Users.
Das können nicht alle Tipps sein, denn Unwägbarkeiten, Unachtsamkeit und dadurch entstehende Fehlerquellen beim Umgang mit dem sozialen Netzwerk gibt es viel zu viele und viel zu häufig. Zum Schluss ein grundsätzlicher Tipp: Erst nachdenken, dann posten. Denn wer zuviel postet, hat sonst wohl nichts Besseres zu tun. Wem schließlich nützt die gepostete Vorfreude auf den 14-tägigen Urlaub mit den Eltern mehr als dem Einbrecher?
Quellen: CNBC, dm, Hamburger Abendblatt, Handelsblatt, Stern, zeit-de
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