Viele Anleger hofften, sich mit dem Kauf einer Aktie am Erfolg Facebook beteiligen zu können. Marc Zuckerberg selbst leitete am 18.5.2012 den Börsengang des Unternehmens ein. Organisiert wurde der Weg an die Börse vor allem durch die Großbanken Morgan Stanley, JPMorgan und Goldman Sachs. Während am Freitag die Alteigentümer von Facebook 16 Mrd. Dollar einnahmen, stürzte an den folgenden Börsentagen der Wert der Aktie ab.

Die Aktie, die beim Börsengang mit 38 Dollar in den Verkauf ging, hatte eine Woche später am 24.5.2012 einen Wert von 33,02 Dollar. Zwar liegt dieser noch immer unter dem Emmissionspreis, war aber nach den starken Einbrüchen am ersten Montag und Dienstag damit wieder auf steigendem Kurs. Begleitet wurde der Auftakt an die Börse zu allem Unmut auch noch durch technische Pannen beim vollständig computergestützten Börsenbetreiber Nasdaq.

Unstimmigkeiten beim Facebook Börsengang

Aber nicht nur die technischen Probleme verfolgten den Börsenstart von Facebook. Nun wird immer mehr der Vorwurf laut, die Vorbereitung sei schlampig durchgeführt worden. Zudem sollen im Vorfeld die am Börsengang beteiligten Banken „ausgesuchte“ Kunden vor einem schwachen Wachstum gewarnt haben, während Kleinanleger und institutionelle Investoren jetzt das Nachsehen haben.

Mittlerweile gibt es Klagen von enttäuschten Anlegern gegen Facebook und seine Alteigentümer, gegen die beteiligten Banken und gegen den Börsenbetreiber von Nasdaq. Selbst die US-Regierung nimmt sich den Ungereimtheiten rund um Facebook und seinem Börsengang an und prüft mittels entsprechenden Aufsichtsbehörden die Vorgänge.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, soll die US-Investmentbank Morgan Stanley bereits die Entschädigung einiger Investoren wegen zuviel gezahlter Beträge überprüfen. Der Gesamtwert des Facebook-Unternehmens sank vom Hype um den Börsengang mit gefeierten 107 Mrd. Dollar innerhalb einer Woche auf ca. 90 Mrd. Dollar.

"Facebook Camera" - die neue Foto-App

Ungeachtet des enttäuschenden Auftritts an der Börse hat Facebook wieder ein neues Projekt gestartet, von dem sich das Unternehmen Erfolg verspricht. Mit digitalem Fotosharing soll das Unternehmen auf dem mobilen Markt stärker vertreten sein. Mit einer eigenen Smartphone-App „Facebook Camera“, die vorerst nur für das iPhone verfügbar ist, will Facebook seinen Wirkungskreis vergrößern. Zuvor hatte Facebook die digitale Foto-Plattform Instagram übernommen. Bereits Anfang April wurde der Kauf von Instagram durch Facebook ausgehandelt. Rund eine Milliarde Dollar ließ sich Zuckerberg das neue Standbein im mobilen Geschäft kosten. Immerhin laden Facebooknutzer täglich rund 300 Millionen Bilder hoch, bei dem ein großer Anteil über Smartphone-Apps läuft. Ob es weiterhin bei der mobilen App nahezu werbefrei bleibt, ist bei dem Potential zu bezweifeln.