
- Am besten Fairtrade - Ira Schneider
Armutsbekämpfung hat viele Gesichter. Das weiß auch Graz. Aber der faire Handel mit den sogenannten Entwicklungsländern bietet Hilfe zur Selbsthilfe und ermöglicht eine Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Familien die Geld auf ihrem eigenen Land erwirtschaften wollen oder als PlantagenarbeiterInnen ihren Lebensunterhalt verdienen. Diese bekommen im Zuge der Auslieferung von Produkten höchster Qualität, faire Preise die ihre Existenz sichern, aber auch die Möglichkeit ihre Kinder in die Schule zu schicken um so dessen Lebensgestaltung und Zukunft entscheidend verbessern zu können.
Für die Stadt Graz, die regional, saisonal und biologisch fairen Handel betreibt, ist es daher ebenso wichtig Umweltbewusstsein in jenen Ländern zu beweisen, die in der sogenannten 3. Welt beheimatet sind.
Graz unterstützt fairen Handel
Die Stadt Graz unterstützt den fairen Handel in den Entwicklungsländern, in dem die ProduzentInnen einen fairen Lohn für ihre Arbeit erhalten und Lebens- und Arbeitsbedingungen geschaffen werden, die menschenwürdig sind.
Mittels einer Sozialprämie werden unter anderem Schulen oder Krankenhäuser gebaut.
Kinder- und Zwangsarbeit wird rigoros abgelehnt. Die Unterstützung von kleinbäuerlichen Betrieben die einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz bieten und die hohe Qualität durch naturnahe Landwirtschaft verschafft diesen Ländern Hilfe zur Selbsthilfe, wobei diese nachhaltig vom positiven Image durch fairen Handel profitieren.
Durch eine lückenlose Kontrolle der Ware vom Ursprung bis zum Endverbraucher, wird der hohe Qualitätsstandard erhalten und mit einem Fairtrade-Code der auf den Waren abgedruckt ist, kann der Endverbraucher im Internet das Produkt vom Ladenregal bis zum Produzenten im entsprechenden Abauland verfolgen.
Durch das Verbot von Pestiziden kann der Schutz der natürlichen Gewässer und des Regenwaldes gewährleistet bleiben und eine gesunde Ernährungspalette geboten werden.
Grazer wünschen sich Fairtrade-Produkte
Mittlerweile wünschen sich über 60% der Menschen in Österreich in der Gastronomie Fairtrade-Produkte. 84% kennen das Fairtrade Gütesiegel und zahlreiche Gastronomiebetriebe, Unternehmen und Institutionen sind begeisterte Anhänger vom fairen Handel.
Daher möchte Graz Fairtrade Produkte leichter verfügbar machen, Fairtrade bei den BürgerInnen vermehrt bewerben und Engagement in einer Fairtrade Arbeitsgruppe zeigen.
Die Stadt Graz auf dem Weg zur ersten Fairtrade-Landeshauptstadt
Damit die Verbindung zwischen Graz und den Erzeugerländern noch stärker und vertrauensvoller wird, lud 2009 der Grazer Fairtrade-Arbeitskreis, in dem das Umweltamt, Fairtrade-Gemeindeservice Steiermark, Südwind, Welthaus und Weltladen involviert sind, eine Delegation aus Honduras ins Umweltamt ein.
Gemeinsam mit den ExpertInnen aus Honduras wurde darüber diskutiert, in wiefern ein globales Denken mit lokalem Handeln in Verbindung gebracht werden könne, sodass Stärken und Schwächen ausgelotet und Umweltbewusstsein in die Tat umgesetzt werden kann.
Graz hat es sich zur Aufgabe gemacht, Fairtrade als wichtiges gesellschaftliches und wirtschaftliches Standbein, zum Wohle der Konsumenten und zur Entwicklungshilfe für die ProduzentInnen der Produkte auf- und auszubauen und sich als erste Fairtrade-Landeshauptstadt einen Namen zu machen.
Graz macht die ersten Fairtrade-Schritte
Um als gutes Beispiel voran zu gehen, hat Graz kurzerhand den Anfang gemacht und eine Umstellung auf Fairtrade-Kaffee im Umweltamt veranlasst und andere Magistratsabteilungen mit Kaffee und Kakao aus Fairtrade zur Nachahmung angeregt.
Desweiteren werden inzwischen in allen Lebensmittelhandelsketten mindestens fünf Fairtrade Produkte angeboten und auch 36 Geschäfte, 18 Gastronomiebetriebe und Cafehäuser bieten Fairtrade-Produkte an.
Grazer Betriebe die noch keine Fairtrade-Produkte führen, werden vom Umweltamt Graz kontaktiert und bei Interesse vom Fairtrade-Gemeindeservice Steiermark fachkundig beraten, wobei auch Seminare des Programmes Ökoprofit zum Thema Fairtrade angeboten werden.
In Kooperation mit der Stadt Graz haben „Südwind“ und „Welthaus“ bereits an 18 Schulen eine Umstellung auf Fairtrade-Produkte in der Schulkantine durchgeführt und das Grazer Gymnasium BRG-Kirchengasse möchte demnächst Projekttage zum Thema „sozial-fairer Handel“ im Schulprogramm aufnehmen.
Informationen zu Fairtrade wird es künftig auch über die Bezirksämter und Servicestellen der Stadt Graz geben.
Quellen:
- Oekostadt Graz
- Umweltamt Graz
- Weltladen Graz
- Südwind Steiermark
