Familienstellen - das Wunder der Veränderung

Herz - Dörthe Huth
Herz - Dörthe Huth
Eine Familienaufstellung schafft Klarheit und bringt Lösungen. Der Psychotherapeut Rüdiger Opelt leitet seit vielen Jahren erfolgreich Aufstellungen.

Aufstellungen sind eine beliebte Methode geworden, Fragestellungen zu sich selbst, der eigenen Familie oder einer Organisation zu klären. Eine Aufstellungsarbeit gibt den Teilnehmern Gelegenheit, ein Problem, einen Konflikt oder eine Verstrickung zu lösen und eine Antwort auf drängende Lebensfragen zu finden. Der österreichische Psychotherapeut Rüdiger Opelt arbeitet seit über 30 Jahren mit Kindern, Familien und Paaren. Eine seiner erfolgreichsten Methoden ist die Familienaufstellung. Dazu ist 2008 sein Buch im xy Verlag erschienen:„Familienmuster: Mit Familienaufstellen den Weg zur eigenen Persönlichkeiten finden“. Über 12 Jahre lang hat er am Kinderspital Salzburg gearbeitet und war dort leitender Psychologe. Als Autor hat sich Rüdiger Opelt zudem sehr intensiv mit dem Thema Liebe und Leid auseinandergesetzt.

Aufstellung zur Lösung eines Familienmusters

Viel stärker, als es uns oft bewusst ist, sind wir eingebunden in die Ereignisse und Schicksale unserer Familienmitglieder. Jeder Mensch gelangt in seinem Leben an bestimmte Stellen, an denen man trotz vielerlei Bemühungen nicht weiter kommt. Nicht selten hängen unsere persönlichen Schattenseiten mit Ereignissen zusammen, die unser Familiensystem als Ganzes belastet haben. Die Wurzeln unserer Probleme reichen manchmal bis zu den Eltern, manchmal aber auch noch bis zu den Großeltern oder Urgroßeltern. „Wenn ein massives Trauma erlebt wurde, welches sich durch Wiederholung in mehreren Generationen bestätigt, dann liegt ein Familienmuster vor, das die Krankheit eines Kindes verursacht. Wenn man die Eltern des Kindes auf diese Zusammenhänge aufmerksam macht, dann wird das Kind meist schnell gesund, weil sich das Familienmuster aus der Erstarrung löst.“ So Opelt in Familienmuster. Der Schmerz über ein Schicksal, das sich über Generationen hält, oder eine Schuld, die ein Angehöriger auf sich geladen hat, können ein Familiensystem generationenübergreifend in eine Schieflage bringen, ohne dass dies den Beteiligten bewusst ist. Manchmal fehlt ein Ausgleich, eine Sühne oder auch einfach die Trauer über einen Verlust.

Wie eine Familienaufstellung ganz praktisch funktioniert

In einer Familienaufstellung gibt es eine Hauptperson. Dieser „Aufsteller“ erzählt in der Gruppe seine Geschichte und entscheidet, welches Thema er in seinem Leben verändern will. Je nach Problemstellung wählt er unter Anleitung aus der Gruppe Leute aus, die seine Familienmitglieder stellvertretend „spielen“. Diese Stellvertreter positioniert der Aufsteller unter Anleitung seinem inneren Bild entsprechend im Raum. Jeder Stellvertreter übernimmt die Rolle eines realen Familienmitglieds, auch für die bereits Verstorbenen. Ein solch konkretes Bild bringt Klarheit über die aktuelle Familiensituation. Die Stellvertreter werden zu ihren Wahrnehmungen und Gefühlen anstelle der echten Angehörigen zum Thema befragt.

„Beeindruckend ist, wenn die Schauspieler genau so reden wie die eigenen Familienmitglieder, obwohl sie diese nicht kennen und wenn Lösungen manchmal schlagartig eintreffen, sobald man vom Seminar nach Hause kommt“, so der Familientherapeut Rüdiger Opelt. Die Aufstellung entwickelt so eine gewisse Dynamik, die der Aufsteller auf sich wirken lässt. Dann werden die Stellvertreter anders aufgestellt, sodass ein neues Bild entsteht, das andere Gefühle in sich birgt. Aus den veränderten Positionen entstehen. Lösungsmöglichkeiten und deren Auswirkungen auf das Familiensystem werden überprüft. „Am Ende kommt ein starkes Gefühl hoch, dann ist die Lösung des Problems erreicht“, so Rüdiger Opelt.

Was eine Familienaufstellung leisten kann

Das Aufstellen erleichtert den Ausstieg aus Problemen, in denen man feststeckt, eröffnet neue Perspektiven, kann Krankheiten lindern und Beziehungen zwischen Familienmitgliedern verbessern. "So kommen die Leute mit den verschiedensten Anliegen in eine Familienaufstellung. Kinder-, Partner- Familienprobleme, berufliche Veränderungswünsche, Krankheiten, Ängste, Selbstwertmangel, Teamprobleme. Man kann Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft aufstellen, Bekanntes und Unbekanntes, Schönes und Verhasstes", sagt der Begründer des Instituts für Persönlichkeit und Familienpsychologie, der auch seit vielen Jahren selbst Fortbildungen zum Familienstellen anleitet.

Wie es funktioniert, aus den eigenen Mustern auszubrechen, beschreibt Rüdiger Opelt unter anderem in seinen Büchern. "Amors vergiftete Pfeile - Nie wieder Pech in der Liebe" oder auch in „Erst lieb ich mich, dann find ich dich. Durch Selbstliebe zum Partnerglück“. Diverse psychotherapeutische Methoden und Techniken werden praxisnah erläutert. „Wenn Ihr Herz ruft, dann folgen Sie ihm. Lassen Sie sich von ihm leiten. Manchmal erscheint die Entscheidung des Herzens unergründlich, unvernünftig, ja sogar chancenlos. Folgen Sie ihm trotzdem“, sagt Opelt 2010.

Bücher von Rüdiger Opelt in Auswahl

Familienmuster: Mit Familienaufstellen den Weg zur eigenen Persönlichkeiten finden. Czernin 2008

Erst lieb ich mich, dann find ich dich: Durch Selbstliebe zum Partnerglück. Kneipp 2010

Amors vergiftete Pfeile - Nie wieder Pech in der Liebe. Kneipp 2009

Dörthe Huth, privat

Dörthe Huth - Als Autorin ranken sich meine Themen rund um Körper, Geist und Seele. In den folgenden Bereichen kenne ich mich besonders gut ...

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