Familientag findet in Korbach statt

Großveranstaltung in Fußgängerzone, Altstadt und Stadtpark

Korbach wird Austragungsort des „Hessischen Familientages" am 20. Juni 2009. Die Stadt wurde von Sozialministerin Sabine Lautenschläger in Wiesbaden vorgestellt.

„Korbach wird Treffpunkt für Familien aus ganz Hessen sein", so die Sozialministerin. Neben dem Land und der Stadt ist die Karl-Kübel-Stiftung für Kind und Familie, Bensheim, dritter Partner der Veranstaltung. Bei der Bekanntgabe der Entscheidung war Vorstandsmitglied Jörg Schmidt ebenfalls zugegen.

Korbach habe sich als Familienstadt profiliert, fand Bürgermeister Klaus Friedrich. Er freute sich daher über die Entscheidung der Landesregierung und verwies auf das vielfältige und ausgeprägte familienfreundliche Engagement der Kreisstadt - nicht nur bei Kinderbetreuung und Bildungsmöglichkeiten, sondern auch mit Angeboten wie Kinderuni, Kinderfesten, Jugendhaus, Jugendgruppen, Integrationsarbeit für Spätaussiedler, Lokaler Agenda 21 mit Bildungs- und Erziehungsthemen und Wickelstation im Rathaus.

"Hessenweit präsentieren"

„Mit der Ausrichtung des Familientages erhält Korbach die Gelegenheit, sich Jung und Alt hessenweit zu präsentieren", erklärte Schmidt. Hauptziel der Veranstaltung sei die Stärkung der Familie. Die Großveranstaltung soll eine Mischung aus Information, Diskussion, Mitmachen und Unterhaltung bieten. Korbach wird den Familientag im Bereich zwischen Altstadt und Bahnhof sowie im angrenzenden Stadtpark ausrichten. „Wir freuen uns darauf, Gastgeber sein zu dürfen", betonte Friedrich und bezeichnete die Entscheidung für Korbach getreu dem Marketingmotto als „goldrichtig". Bereits jetzt würden die Planungen anlaufen. „Wir möchten die Ehrenamtlichen und den Einzelhandel mit ins Boot nehmen." Der 20. Juni solle ein lebendiger, auf der Flaniermeile zudem autofreier Tag werden frei nach dem Motto: „Kurze Wege für kurze Beine".

Im Mai hatten die Stadtverordneten die Bewerbung der Stadt diskutiert. Die Grünen hatten den Sinn angezweifelt, das Stadtsäckel mit Kosten in Höhe von 60 000 Euro zu belasten. „Das Geld hätte man auch besser anlegen können", findet Gundula Schmieding auf Nachfrage immer noch. Vor allem, weil vom Land Hessen im Jahr des ersten Familientages 2002 die Leistungen für soziale Einrichtungen gekürzt worden seien. „Darauf wollten wir damals aufmerksam machen. Bei Debatten um Ausgaben in dieser Größenordnung wird sonst weit mehr diskutiert", so die Grüne weiter.

Einen Vorschlag dazu, die Kosten der Veranstaltung zu senken, unterbreitet SPD-Vorsitzende Gudrun Limperg. „Jetzt gilt es, Sponsoren zu finden. Dass das funktioniert, sieht man ja beim Altstadt-Kulturfest." Die Sozialdemokratin schaut positiv auf das Fest: „Ich freue mich ganz besonders, wenn Korbach einen Gewinn daraus ziehen kann."

Gute Idee

Für eine „gute Plattform, unsere Stadt vorzustellen," hält Dr. Marc Müllenhoff von der CDU den Familientag. Allerdings sieht er die Gefahr, dass am Ende „eine Werbeveranstaltung" für das Land Hessen und die Kübel-Stiftung herauskommen könnte. „Korbach sollte bereits in die Organisation fest eingebunden werden und hier ein gewichtiges Wort mitreden dürfen", so der Christdemokrat.

Der erste Familientag fand am 24. August 2002 im südhessischen Bensheim statt. Wurden bei der Auftaktveranstaltung 12 000 Besucher gezählt, nahmen in den Folgejahren bis zu 36 000 Menschen an der Informations- und Unterhaltungsveranstaltung teil. Dieser Erfolg hätte die Entscheidung bestätigt, den Familientag in Hessen zu einer festen Einrichtung werden zu lassen, so Lautenschläger gestern. Er wird in einem regelmäßigen Turnus alle zwei Jahre in einer anderen Stadt durchgeführt.

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