Familienurlaub in Spanien

Die Costa Dorada in Katalonien ist besonders kinderfreundlich

Urlaub mit Kindern - Reinhard Hefele
Urlaub mit Kindern - Reinhard Hefele
Die Region zwischen Barcelona und Tarragona hat den Tourismus später entwickelt als andere Küsten Spaniens. Dafür hat man als Zielgruppe Familien mit Kindern entdeckt.

Den Tourismus als lukrativen Wirtschaftszweig haben die Katalanen erst verhältnismäßig spät entdeckt, da waren deutsche Urlauber längst schon Stammgäste in Mallorca, der Costa Brava, Costa Blanca und Costa del Sol. Doch die Katalanen sind mächtig stolz auf ihre Industrie, ihre Raffinerien, Zement- und Gummiwerke, die ihre Region reich und, was ihnen besonders wichtig ist, unabhängig von der ungeliebten Zentralregierung in Madrid macht. Wie auch immer, die Region zwischen Barcelona und Tarragona nimmt nun seit den 1980er Jahren auch verstärkt die Vorteile des Tourismus mit.

Wo Kinder zu Königen werden

Gelernt hat man dabei nicht nur Lösungen für Umweltprobleme, sondern gleich auch eine Spezialform der Reiseindustrie: das familienfreundliche Angebot. So sind besonders Vilanova, wirtschaftlicher und kultureller Mittelpunkt der „Goldküste“, wie Costa Dorada übersetzt heißt, und Sitges südlich von Barcelona ideale Ausgangsstationen für einen Urlaub mit Kindern. Dort haben sich zwei Hotelketten mit über 80 Hotels speziell auf Familien mit Kindern eingestellt. Selbstverständliche Attribute dieser Hotels sind natürlich Kinderbetten, Hochstühle, Gärten, Kinderspielplätze und Kinderteller beim Menü.

Kultur und Freizeitspaß

Vilanova hat vor Jahren erst die Stadt um zwei Kilometer zum Meer hin verlängert, weshalb es jetzt die längste „Rambla“, die schnurgerade Hauptstraße in Alleeform in Richtung See besitzt. Und stolz berichtet der Bürgermeister von Vilanova: „Wir haben aus den Fehlern anderer Urlaubsorte gelernt“ und verweist damit auf die moderne Kläranlage, die das Mittelmeer zumindest an dieser Stelle unbelastet lässt.

Sitges wiederum ist nicht nur aufgrund seiner bevorzugten Lage und seiner verwinkelten Altstadtgassen beliebt. Aus diesem Grund bilden sich an solchen Stellen auch immer Malerkolonien. Es besitzt auch ein romantisches Museum mit einer der größten und schönsten Puppenausstellungen. Für die Erwachsenen ein Tipp: das Rusinol-Haus, als Museum umgestaltet mit wertvollen Gemälden von Rusinol, El Greco und Picasso. Von Sitges erreicht man auch das Ebrodelta, attraktives Ausflugsziel, der Camargue vergleichbar, eines der größten Vogelschutzgebiete in Europa mit Wildpferden, Reihern, Flamingos, Reisanbau und Geheimtipp-Sandstränden, die noch nicht überlaufen sind. Dazu gehört eine Schifffahrt mit den Kindern zur Ebromündung, bei der man fasziniert nicht nur die seltensten Vögel aller Art, sondern auch beobachten kann, wie das blaue Mittelmeer den grünen Ebro verschlingt.

Katalanische Schlemmerküche für groß und klein

Mithilfe der katalanischen Küche kann man seine Plagegeister gut von den üblichen Pommes mit Ketchup wegbringen. Sie könnten stattdessen begeistert sein von den Canalones, den mit Hackfleisch gefüllten Teigröllchen, den Tortillas, also Omeletts mit den unterschiedlichsten Füllungen und vor allem von Leckereien wie „Churros con chocolate“, das ist in Fett ausgebackenes Spritzgebäck, in heiße Schokolade getunkt. Natürlich werden sie vor allem die Creme catalana lieben, die Hauptnachspeise ganz Spaniens überhaupt, den Pudding gratiniert mit Zucker.

Umstellungsprobleme werden anfangs bei Erwachsenen wie Kindern die spanischen Essenszeiten bereiten: Mittagessen gibt es halt nicht vor drei Uhr, abends erhalten die Kleinen ihr Essen um neun Uhr, die Erwachsenen auch oft erst um zehn oder elf Uhr nachts.

Dr. Gabriele Hefele, Reinhard Hefele

Dr. Gabriele Hefele - Dr. phil. Gabriele Hefele gewann bereits mit 13 Jahren einen Preis für eine lustige Olympiareportage. Sie schrieb mit 17 ein ...

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