Fanø – dänische Nordseeinsel mit individuellem Charme

Wattenmeer vor Fanø's Südspitze. - Axel Fischer-Lange
Wattenmeer vor Fanø's Südspitze. - Axel Fischer-Lange
Die Nordseeinsel Fanø vor Dänemarks Westküste ist nur per Fähre zu erreichen. Durch ihren individuellen Charme ist sie ein beliebtes Reiseziel.

Wen die natürliche Umgebung einer Wattenmeerinsel reizt, dem bietet Fanø nicht nur Möglichkeiten für sportliche, touristische und kulturelle Aktivitäten. Das facettenreiche Gesicht der Insel wird durch ihre Lage, Entstehung und Geschichte geprägt und reizt viele Besucher, immer wieder hierher zurückzukehren, um in der Weite und Ursprünglichkeit des Wattenmeers zur Ruhe zu kommen.

Lage, Größe und Verkehrsanbindung

Fanø ist die nördlichste dänische Wattenmeerinsel und zirka 56 km² groß. Auf der 16 km langen und an der breitesten Stelle 5 km messenden Insel leben rund 3.200 Menschen. Die Insel kann mit dem eigenen Fahrzeug besucht werden. Verkehrsanbindung zum Festland besteht nur durch die im 20-Minuten-Takt verkehrende Auto- und Personenfähre nach Esbjerg. Dadurch existiert auf Fanø kein störender Durchgangsverkehr. Die Überfahrt dauert lediglich zwölf Minuten.

Fanø's Geschichte

Fanø entstand aus angeschwemmtem Sand des Wattenmeers und wurde im 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Im 17. und 18. Jahrhundert entwickelte sich der Ort Sønderho an der Südspitze zum dominierenden Hafen an der Westküste Jütlands, der allerdings im 19. Jahrhundert durch den Bau des Esbjerger Hafens an Bedeutung verlor. Noch heute zeugen historische Kapitänshäuser vom einstigen Wohlstand Sønderhos. Die Strukturen des ehemaligen Hafens sind durch Rückbau und Versandung verschwunden.

Nach dem Wegfall der Seefahrt als Lebensgrundlage wurde, im Zuge des einsetzenden Badebooms zu Anfang des 20. Jahrhunderts, der Tourismus zu Fanøs Existenzbasis. Heute lebt die Insel vorwiegend von Tourismus, Handel, Kleingewerbe und Landwirtschaft.

Ursprüngliche Natur an Land und im Wattenmeer

Fanø ist geprägt von seiner Lage im Wattenmeer. Der von Wind und Wasser angelandete Sand haben die Insel geformt und verändern ihr Gesicht stetig. Im Laufe der Jahrzehnte bildete der Schwemmsand immer neue Dünenketten, die der Insel unaufhörlichen Landzuwachs bescheren. An der Westküste liegt der über die gesamte Länge der Insel reichende und ca. 500 Meter breite Sandstrand. Durch seinen festen Untergrund ist der Strand mit Fahrzeugen befahrbar und ein Paradies für Schwimmer, Wassersportler, Kitesurfer und Spaziergänger.

Im Landesinneren findet man Heideland und flache Nadelholzkulturen, die von Rad- und Wanderwegen durchzogen sind. Die Insel ist ideal für Fahrradtouren, Wanderungen und zur Vogelbeobachtung. Eine der höchsten Erhebungen Fanøs ist der 21 Meter hohe Pælebjerg. Auf ihm befindet sich ein Aussichtspunkt, der einen herrlichen Panoramablick über die gesamte Westküste Fanøs bietet.

Im Norden der Insel liegt „Søren Jessens Sand“. Diese weitläufige Sandbank ist für Kraftfahrzeuge gesperrt und daher für Spaziergänge ideal. Die Sandbank grenzt im Norden an die Fahrrinne, die in den Esbjerger Hafen führt. Ideal, um Hochseeschiffe ganz aus der Nähe zu beobachten. Im Süden bietet bei Ebbe das „Galgerev“ die Möglichkeit einer ausgedehnten Wattwanderung zu den Seehundbänken mit Blick zur Nachbarinsel Mandø. Vorher sollte man sich jedoch unbedingt über die Tidezeiten informieren, um nicht von der Flut überrascht zu werden!

Sehenswürdigkeiten und Highlights

Beim alljährlich im Sommer stattfindenden Kite-Festival am Strand treffen sich Drachenbauer und -flieger. Das mehrtägige „Dragefestival“ zieht tausende Teilnehmer und Zuschauer an, die aus aller Welt anreisen.

Für Historien- und Kunstinteressierte bietet Fanø zahlreiche Museen, wie das Fanø-Museum und das Schifffahrt- und Trachtenmuseum in Nordby. In Sønderho findet man das Kunstmuseum, das Fliesenmuseum, sowie die mit viel Liebe restaurierte historische Windmühle. „Hannes Hus“ stellt das karge Leben der Menschen auf Fanø zu Beginn des 20. Jahrhunderts dar. Fanø- Brauchtum pflegt man jeden Sommer bei den „Fannikerdagen“. Hier präsentieren Trachtengruppen alte jütländische Lieder und Tänze.

In den Dünen existieren heute noch teilweise intakte Bunkeranlagen, die die deutsche Wehrmacht als Teil des Atlantikwalls errichtet hat. Im Osten der Insel zeigen drei restaurierte Vogelfangstationen, sogenannte „Fuglekojen“, wie vor 150 Jahren Enten durch ein Kanalsystem in Netzreusen gelockt und lebend gefangen wurden. Eine davon wird heute noch zu wissenschaftlichen Zwecken genutzt.

Bernstein

An der Küste Fanøs findet man oft Bernstein - und eine Bernsteinsuche beim Strandspaziergang hat wahrhaft sportlichen Reiz! Vor allem nach Stürmen spült die See bei günstiger Windrichtung große Mengen davon an den Strand. Schleifereien und Kunsthandwerker, die Schmuck und Andenken aus Bernstein herstellen, findet man in Nordby und Sønderho.

Fanøs Atmosphäre und Anziehungskraft

Das Besondere an Fanø ist der beschauliche Charakter der Insel, der Menschen mit Hang zur Ruhe und Individualität immer wieder anzieht. Trotz der touristischen Ausrichtung der Insel findet man in der Natur der Heidelandschaft, dem Meer und der Weite des Wattenmeers Rückzugspunkte, um für sich zu sein.

Der „typische Fanøreisende“ ist nicht auf der Suche nach touristischem Trubel und Kurzweil. Er sucht die Stille und das Für-sich-sein; sucht Ruhe und konzentriert sich auf sein nahes Umfeld. Auf Fanø trifft man immer wieder Menschen, die die Insel schon seit vielen Jahren, oft sogar seit Jahrzehnten, besuchen. Fanø ist ein Ort an dem man, trotz der höheren touristischen Aktivität in den Frühjahrs- und Sommermonaten, Ruhe findet.

Die schönste Zeit für einen Besuch auf Fanø sind der September und Oktober. Die Lichtverhältnisse bieten dann wundervolle Motive für Maler und Fotografen und die Touristenmassen sind verschwunden. Man spürt förmlich, wie die Insel „durchatmet“.

Die wichtigsten Gemeinden auf Fanø

Nordby und Sønderho sind die beiden größten Orte auf Fanø. Die Stadt Nordby im Norden Fanøs spielt die infrastrukturell und verwaltungstechnisch bedeutendere Rolle. Hier leben mit rund 2.800 Menschen die meisten Inselbewohner. Die Hauptstraße bietet eine Vielzahl an Ladengeschäften, Restaurants, Cafés und Kunstgalerien. Verwinkelte Gassen und reetgedeckte Häuser prägen den malerischen Charakter der Stadt.

Sønderho liegt im Süden der Insel und gilt als eines der schönsten Dörfer Dänemarks. Im Rahmen einer Abstimmung wurde es kürzlich sogar zum "Schönsten Dorf Dänemarks 2011" gewählt. Der Ort zählt rund 330 Einwohner. Neben Kunsthandwerkern und Gastronomie findet man hier das Fanø Kunstmuseum. Es beherbergt eine ständige Ausstellung über das Kunstschaffen auf Fanø in den letzten 150 Jahren und veranstaltet wechselnde Ausstellungen mit Werken zeitgenössischer Künstler.

Infrastruktur der Insel

Aufgrund der touristischen Prägung der Insel gibt es auf Fanø ein ausreichendes Angebot an Gastronomie, Einzelhandel, Kunstgewerbe und Supermärkten. In Fanø Bad existiert ein großes Badeland mit Sauna. In Nordby befinden sich Ärztehaus, Rathaus, Post, Polizei, Touristenbüro und der Fährhafen. In der Nebensaison sind viele Läden und Supermärkte geschlossen.

Links:

Kunst auf Fanø

Fanø-Kunstmuseum: Infos zur Sammlung. Webseite auf Dänisch, Deutsch und Englisch

Quelle:

Private Fanoe- Webseite - Seite auf Dänisch

Portal der Gemeindeverwaltung Fanø - Seite auf Dänisch

Axel Fischer-Lange, (Autor)

Axel Fischer-Lange - Schaltjahrskind1968 geboren.glücklich VerheiratetMedienproduktioner/Industriemeister Online und Print. Tätigkeit für ...

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