Begriffe wie Cremello, Palomino, Smoky Cream, Isabelle hat der Pferdefreund vielleicht schon einmal gehört. Aber wenn er die Unterschiede erklären soll, dann kommt das große Fragezeichen. Wie unterscheiden sich die ganzen hellen Pferde voneinander?
Das Cream-Gen
Ein ganz bestimmtes Gen ist beim Pferd für die Aufhellung der Fellfarbe ausschlaggebend. Es wird in Züchterkreisen als Cream-Gen bezeichnet. Dieses Cream-Gen kann nun bei ganz verschiedenen Farbschlägen vorkommen. Es gibt somit Unterschiede, ob dieses Gen z.B. bei einem Rappen vorkommt oder bei einem braunen Pferd oder dem Fuchs. Je nachdem wie stark das Gen durchschlägt gibt es dann auch noch mehr oder weniger deutliche Abstufungen. Auch ob das Gen einfach oder doppelt vorkommt ist ausschlaggebend für die Farbe des Tieres.
Das Cream-Gen beim Rappen
Hat ein Rappe das Cream-Gen in seinem Erbgut, so bringt diese Aufhellung den sogenannten Leuchtrappen oder auch Smoky Black hervor. Diese Pferde haben ein graues Fell und eine graue Mähne. Die Augen sind normal braun oder auch bereits hellbraun.
Hat ein Rappe ein doppeltes Cream-Gen in seinem Erbgut, so entsteht der Smoky Cream. Diese Pferde haben ein weißes Fell, eine weiße Mähne und blaue Augen, dem sogenannten Birkauge. Das Fell schimmert etwas gräulich, was auf seine Zuchtvergangenheit mit Rappen schließen lässt.
Die Aufhellung bei braunen Pferden
Während ein Brauner das typische braune Fell mit schwarzen Langhaaren und dunklen braunen Augen hat, so ist bei einem Cream-Gen das Fell bereits aufgehellt und man nennt diese Farbe Buckskin oder Erdfarben. Die Augen solcher Pferde sind normal braun oder hellbraun. Die Beine sind bei diesem Farbschlag schwarz.
Das doppelte Cream-Gen bei einem Braunen bringt dagegen den Perlino hervor. Ein Pferd mit fast weißem Fell, aber noch dunklen Beinen. Die Mähne ist weißlich oder gelblich und die Augen hellblau.
Das Cream-Gen beim Fuchs
Die Farbvarianten des Cream-Gens bei fuchsfarbenen Pferden ist besonders interessant. Bei einem Cream-Gen entsteht der Palomino oder auch die Farbe Isabell. Hier ist das rote Fell des Fuchses bereits aufgehellt, so dass es golden schimmert. Die Mähne kann noch cremefarben sein oder bereits ganz weiß. Die Augen sind hellbraun. Die Farbe des Palomino wird in den USA als eigenständige Rasse geführt. Dadurch entstehen immer wieder die Streitereien, ob es sich beim Palomino um eine Farbvariante handelt oder um eine eigenständige Rasse – beides ist somit richtig.
Bei einem doppelten Cream-Gen entsteht der Cremello oder Weißisabell. Hier ist sowohl das Fell als auch die Mähne komplett weiß und die Augen hellblau. Bei extremen Cremellos können die Augen bereits rötlich schimmern, wie bei einem vollständigen Albino.
Und wo gehört der Haflinger hin mit seiner hellen Mähne?
Beim Haflinger haben wir es nicht mit dem Cream-Gen zu tun, sondern der Haflinger ist ein Fuchs mit einer sehr hellen Mähne und hellen Schweif, welche durch ein anderes Gen entstehen. Dem sogenannten Flaxen-Gen. Dieses Gen gibt es auch nur bei Füchsen und wirkt sich auch nur auf das Langhaar aus. Füchse, die so gefärbt sind, werden auch als Lichtfüchse bezeichnet.
Eine Besonderheit – der Achal-Tekkiner
Unter den Achal-Tekkinern finden wir fast alle Farbschläge. So entstehen mit dem Cream-Gen auch Buckskins, Palominos oder Isabellen, Cremellos oder Perlinos. Diese Rasse hat ein sehr dünnes und feines Fell und es glänzt besonders „metallisch“. Dies liegt an der Haarstruktur dieser Wüstenpferde. Normalerweise wird das Licht nur an der Haaroberfläche gebrochen. Durch die dünne Haarstruktur mit wenig Haarmark kann das Licht jedoch beim Achal Tekkiner und anderen Wüstenrassen das Haar durchdringen und wie bei einem Kristall wird es dann gebrochen und reflektiert. Andere Rassen mit diesem Merkmal sind z.B. Araber, Vollblüter, Budjonnys. Beim Achal Tekkiner und beim Kinsky ist dieser Effekt jedoch besonders deutlich.
Weitere Faktoren für aufgehellte Pferde und ein neues Gen
Für die Aufhellung des Pferdefelles und damit den vielen verschidenen Farben sind weiterhin der Falbfaktor und der Windfarbenfaktor und das Champagner- Gen zuständig. Vor noch nicht allzu langer Zeit ist außerdem das Pearl-Gen gefunden worden und hat für weitere Überraschungen gesorgt.
Literaturhinweis:
Pferde aus Licht und Schatten von Ursula Schmidt-Basler
Farben und Farbvererbung beim Pferd von Henriette Arriens
