Fasnachtschüechli – Herkunft und Herstellung

Fasnachtschüechli - S. Friedli
Fasnachtschüechli - S. Friedli
Das Fasnachtsküchlein, Fasnachtskiechli, Merveilles oder der sogenannte Chneublätz (Knieplätz) oder Chilbiblätz darf an keiner Schweizer Fasnacht fehlen.

Wer liebt sie nicht, die in jedem Schweizer Geschäft gleich nach der Weihnachtszeit angepriesenen Fasnachtschüechli. Es lässt sich allerdings durchaus auch selbst ohne viele Zutaten herstellen, was ausserhalb der Fasnachtszeit sogar beinahe notwendig ist für den echten Geniesser.

Das Fasnachtschüechli, von den Ägyptern erfunden und der Kirche geächtet

Obwohl das Fasnachtschüechli heutzutage als eine saisonale Schweizer Spezialität gilt, ist es keineswegs eine helvetische Erfindung. Bereits die alten Ägypter kannten ein derartiges Gebäck. Eine Darstellung aus der Zeit von Pharao Ramses III. aus dem Jahre 1200 v. Chr. kann dies belegen. Darauf sind zwei Personen abgebildet, welche mithilfe stabförmiger Werkzeuge ein Fettgebäck in einer Pfanne über offenem Feuer zubereiten.

Das heutige Fasnachtschüechli jedoch geht auf einen Brauch aus dem 15. Jahrhundert zurück. Damals schenkte man sich jeweils zur Zeit der Fasnacht ein solches Gebäck, was auf heidnische Bräuche zurück zu führen ist. Der Überlieferung zu folge wurden die Chüechli jeweils von jungen Frauen gebacken und des Nachts von ihren Verehrern abgeholt, was zu vielerlei Spekulationen führte. Mancherorts soll das sogar soweit geführt haben, dass die Tradition des Chüechli-Schenkens von der Kirche untersagt wurde.

Verbreitung und Saison des Fasnachtsküchleins

Ganz klar hat das köstliche Fettgebäck Saison, sobald die Weihnachtsfesttage vorüber sind und findet kurz vor dem Aschermittwoch seinen Höhepunkt. Danach ist in den meisten Regionen alles vorbei und die 40-tägige Fastenzeit beginnt. Da der Fasnachtsbeginn bereits vor Weihnachten, nämlich am 11.11 um genau 11 Uhr 11 angesetzt ist, finden sich mancherorts bereits ab diesem Zeitpunkt Fasnachtschüechli, jedoch eher vereinzelt. In anderen Regionen, wie etwa in Basel, hingegen gehören sie nicht nur zur Fasnacht, sondern sind auch typische Kirchweihgebäcke und somit noch anzutreffen, wenn an den meisten Orten die Fasnacht bereits Vergangenheit ist.

Rezept und Zubereitung der "Chneublätze"

Zutaten:

  • 2 Eier
  • 4 EL Rahm (Sahne)
  • 1 Prise Salz
  • 1 EL Zucker
  • 250 - 300g Mehl
  • etwas Butter
  • Puderzucker zum Bestreuen
  • Öl zum frittieren

Als erstes gibt man die Eier in eine Schüssel. Zucker, Salz, Rahm und Butter folgen darauf. Als letztes wird nach und nach Mehl zugefügt, untergemischt und gut verklopft, bis der Teig in etwa die Konsistenz eines Hefeteiges aufweist. Der fertige Teig sollte nun eine halbe Stunde ruhen gelassen werden bis mit der Herstellung der Fasnachtschüechli weiter gefahren wird. Anschliessend kann der Teig in jeweils etwa Pflaumengrosse Stücke unterteilt werden. Diese werden kreisrund dünn ausgewallt und über dem mit einem Küchentuch bedeckten Knie hauchdünn ausgezogen, was dem Chüechli auch den Namen Chneublätz bescherte. Danach können die „Blätze“ auf einem Tuch zu trocknen hingelegt werden. Anschliessend werden sie bei 170 Grad schwimmend in der Frittierpfanne gebacken bis sie blass- bis goldgelb sind. Zum wenden und ins Fett hinuntertauchen, wobei sie ihr charakteristisch faltiges Aussehen gewinnen, eigenen sich am besten zwei Holzstiele. Nun müssen sie nur noch mit Puderzucker bestreut und auf Küchenpapier zum abtrocknen hingelegt werden, schon sind sie bereit für den Verzehr.

Bild: (c) Sigrid Rossmann / Pixelio.de

Sarah A. Friedli, Sarah A. Friedli

Sarah A. Friedli - Kurzvita: Geboren wurde ich 1985 in der Schweiz. Nach der Schulzeit absolvierte ich den Vorkurs für Gestaltung und anschliessend ...

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