Ein wenig abseits des großen Karnevalsrummels in den Hochburgen Köln, Mainz und Düsseldorf hat sich in den letzten Jahren die „Fastnacht in Franken“ einen festen Platz in Veitshöchheim bei Würzburg und im „Fernsehfasching“ im Bayerischen Fernsehen gesichert. Schon seit 22 Jahren zeigen die fränkischen Karnevalisten ihr Können und kein bayerischer Ministerpräsident und seine Opposition fehlen bei diesen humorvollen, aber auch zum Nachdenken animierenden Beiträgen der Büttenredner.
Am 5. Februar 2010 ist es wieder soweit, und das Bayerische Fernsehen überträgt die „Kultsendung“, wie Edmund Stoiber sie bezeichnet, live ab 19.00 Uhr aus den Mainfrankensälen in Veitshöchheim. Der Fastnacht-Verband Franken mußte 1997 ein Verlosungsverfahren einführen, um den jährlich bis zu 10.000 Kartenvorbestellungen gerecht zu werden, bei nur 550 Eintrittskarten von denen rund 100 den Ehrengästen vorbehalten sind.
Schon Monate vorher wird geprobt und die Tanzgarden mit ihren Funkenmariechen bereiten sich auf dieses große Fest vor, bei dem die Tanzgarden aus der Metropolregion Nürnberg und Umgebung ihr Können zeigen.Büttenredner und Musikanten aus Franken und der Oberpfalz sind die Stars der Sendung und manche von ihnen, wie die beiden Fürther Martin Rassau und Volker Heißmann, treten in Sendungen wie dem Musikantenstadl auf und betreiben erfolgreich ihr eigenes Theater, die „Comödie Fürth“.
Wussten Sie, dass es ein Fastnachtmuseum gibt?
Es steht in Kitzingen im fränkischen Weinland und besteht aus einem Gebäude und einem schiefen Turm, in denen die verschiedensten Exponate untergebracht sind. Es ist das offizielle Museum des Bundes Deutscher Karneval e.V., der Dachorganisation von momentan rund 4800 Karnevalsgesellschaften, Faschingsvereinen, Narrenzünften und Fastnachtsgilden. Der Falterturm, das Wahrzeichen der Stadt Kitzingen und das ehemalige Bürgerhaus in der Rosenstrasse enthalten eine große Sammlung von Originalen von Masken, Kostümen, fastnachtliche Requisiten und Kultgegenstände. Hier erfährt man Überraschendes und Bekanntes über die geschichtliche Entwicklung des Karnevals. Im Falterturm wird auf sieben Etagen eine Vielzahl an Urkunden und Bilddokumenten gezeigt. Gegründet wurde der Bund Deutscher Karneval e.V. bereits 1963, das Museum öffnete 1966 und wurde 1980 und 2001 erweitert. Daran angeschlossen ist das „Zentralarchiv der Deutschen Fastnacht und die europäische Dokumentationszentrale für fastnachtliches Brauchtum“.
Besuchszeiten sind Montag bis Freitag von 9 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr im Museum in der Rosenstrasse und Samstag, Sonntag und an Feiertagen 14 bis 17 Uhr (Museum im Falterturm).
Auch der Schäfflertanz in München ist ein Faschingsbrauch
In Bayern gehen zahlreiche Faschingsbräuche auf Traditionen bis im 13. Jahrhundert zurück. Der Abend vor dem Beginn der Fastenzeit wurde als „Ausschenken des Fastentrunks“, des „vaschanc“ bezeichnet. Bis Ostern musste nun auf den Genuß von Fleisch verzichtet werden. Davor darf man es sich noch einmal richtig gut gehen lassen und feiern.
Zu den verschiedenen Bräuchen in Bayern zählt auch der bekannte „Schäfflertanz“ in München. Schäffler sind Faßmacher oder Böttcher. Im Jahr 1517 geht in München der „schwarze Tod“, die Pest um. Die Bewohner der Stadt haben Angst und verstecken sich in ihren Häusern. Als die Seuche vorbei ist, wagen die Leute sich noch nicht hinaus und so beginnen die Schäffler als Zeichen der Hoffnung zu neuem Leben ihren Zunfttanz aufzuführen. Sie tanzen um ein Bierfaß mit grünen Gebinden in der Hand durch die Straßen Münchens. Alle sieben Jahre wird der Originaltanz aufgeführt, das nächste Mal 2012 und wird damit wieder zahlreiche Touristen anziehen. Wer nicht so lange warten möchte, kann jeden Tag um 12 Uhr mittags am Münchner Rathaus den Schäfflertanz mit Figuren im Turm des Rathauses sehen und das Glockenspiel hören.
