Nördlich der Bruce Halbinsel am Südufer der Georgian Bay des Lake Huron liegt eine Welt aus kleinen und größeren Inseln, die sich weit verstreut vor Tobermory in Richtung Manitoulin Island erstrecken. Besucht man die Region bei schönem Wetter, kann man sich kaum vorstellen, dass es hier auch zu schweren Stürmen kommen kann. Aber zahlreiche Schiffswracks in diesen Gewässern zeugen davon, dass verschiedene Schiffe dem Sturm und den hohen Wellen des Lake Huron nicht standhalten konnten. Einige davon liegen so nah an der Wasseroberfläche, dass man sie vom Boot aus gut erkennen kann.

Fathom Five Nationalpark - Schiffswracks im einzigen Unterwasserpark in Kanada

Wer hierher kommt, der interessiert sich für Natur, Wasser und sportliche Aktivitäten. Fathom Five liegt in glasklaren Gewässern, deren sauberes Wasser einen ungehinderten Blick in große Tiefen erlaubt. Das bietet ideale Bedingungen für Wracktaucher, aber auch Freunde der Schifffahrtsgeschichte, denn hier können sie den Schiffstragödien nachspüren, die sich während starker Stürme vor der Nordspitze der Bruce Halbinsel einst abspielten. Eine Fahrt mit dem Glasbodenboot ermöglicht es auch Nicht-Tauchern in der Bucht von Big Tub Harbour, einer engen, eigentlich als sicher geltenden Bucht etwas außerhalb von Tobermory, einige dieser Wracks zu besichtigen. Hierher schleppte man die Sweepstakes, einen Schoner, der während eines Sturmes auf offenem See havarierte. Stark angeschlagen wurde das Schiff in die Bucht geschleppt, wo es dann sank. Unweit davon liegt der Dampfer City of Grand Rapids im seichten Wasser des Hafenbeckens.

Wracktaucher können mit Charterbooten weiter auf den See hinaus fahren, wo sie die Überreste weiterer Schiffe im klaren Wasser der Georgian Bay untersuchen können. Insgesamt 22 Schiffswracks warten darauf, erkundet zu werden. Das älteste davon ist mehr als 150 Jahre alt.

Eine Fahrt mit dem Glasbodenboot durch die Inseln des Fathom Five National Marine Park of Canada

Nicht ganz so sportliche Besucher können mit dem Kanu oder Kajak die vielen Buchten um Tobermory und entlang der Bruce Halbinsel erkunden. Oder sie wählen die Fahrt mit dem Glasbodenboot, das zunächst Big Tub Lighthouse und Big Tub Harbor mit seinen Schiffswrack ansteuert, bevor es Kurs nimmt auf die kleinen Inseln Russel und Devil Island und weiter fährt vorbei an Cove Island, South und North Otter Island, bis es eine weitere Attraktion des Fathom Five Nationalparks erreicht: Flowerpot Island.

Diese Insel ist benannt nach zwei markanten Felsformationen, deren Aussehen ein wenig an Blumentöpfe erinnert - daher auch der Name -, bei denen es sich um erodierte Reste der Klippen handelt, die an zwei Enden einer felsigen Bucht stehen. Bei ruhiger See hält das Glasbodenboot hier an, und seine Passagiere haben Gelegenheit zu einem Aufenthalt auf der Insel, die außer den beiden Felssäulen einen hübschen Leuchtturm mit Wärterhaus und einige Wander- und Spazierwege für seine Besucher parat hält. Wenn man sich einen halben oder ganzen Tag Zeit nimmt, kann man die Insel ausgiebig kennen lernen.

Ist das Wasser jedoch zu rau, fährt das Boot an den Hauptsehenswürdigkeiten der Insel vorbei und erlaubt seinen Passagieren die Flowerpots, den Leuchtturm und das Haus des Wärters ausgiebig zu fotografieren. Eine Landung auf der Insel ist an stürmischen Tagen allerdings nicht möglich. Trotzdem lohnt eine Fahrt durch die Inselwelt, die sich dem Besucher erst vom Boot aus richtig erschließt.

Quelle: eigene Recherchen vor Ort mit freundlicher Unterstützung durch Tourism Ontario und die Canadian Tourism Commission