
- Das deutsche FedCup-Team in Stuttgart - Porsche Tennis Grand Prix
Es ist klirrend kalt in Stuttgart, aber von frostiger Atmosphäre kann in der Porsche-Arena überhaupt keine Rede sein. Tag 2 der FecCup-Begegnung Deutschland gegen Tschechien steht an und bereits nach wenigen Ballwechseln tobt die ausverkaufte Halle. Rund 4.000 Tennisfans feiern ihre Sportart und vor allem auch die jeweiligen Akteurinnen auf dem Platz. „Die Zuschauer werden uns sicherlich nach Kräften unterstützen. Mich persönlich motiviert es doppelt, in der Porsche-Arena zu spielen. Allein schon vor zwei Tagen in die leere Halle zu kommen, war ein tolles Gefühl.“ beschreibt Sabine Lisicki was sie anspornt, wenn sie auf den Platz geht.
Das Zwischenergebnis nach Tag 1 lautet 2:0 für den Titelverteidiger Tschechien
Vielleicht zu hochmotiviert verlor Sabine Lisicki überraschend 6:2, 4:6, 2:6 gegen Iveta Benesova. Dabei sah es nach dem souveränen Gewinn des ersten Satzes ganz danach aus, als könnte die Berlinerin, die Nummer 14 der WTA-Weltrangliste, den ersten Punkt für das Porsche Team Deutschland holen. Doch als sie im zweiten Satz einige Breakchancen nicht nutzen konnte, gab sie das Match noch aus der Hand. „Ich habe von Anfang an aggressiv gespielt und bis zum Schluss gekämpft“, sagte sie sichtlich enttäuscht, „aber ich habe nicht hart genug aufgeschlagen und brachte keine Länge in meine Schläge. Das war der entscheidende Punkt, dass ich das Match im dritten Satz nicht mehr drehen konnte.“ Das erlebte Julia Görges ähnlich. In einem wahren Tenniskrimi wuchs Görges, die vor knapp einem Jahr mit dem Gewinn des Porsche Tennis Grand Prix an gleicher Stelle den größten Erfolg ihrer Karriere gefeiert hatte, gegen Petra Kvitova förmlich über sich hinaus. Im dritten Satz der hochklassigen Begegnung hatte sie die Wimbledon-Siegerin und Gewinnerin der WTA Championships 2011 am Rande einer Niederlage, musste sich der aktuellen Nummer 2 der WTA-Weltrangliste dann aber doch noch in drei Sätzen 6:3, 3:6, 8:10 geschlagen geben.
„Im ersten Moment überwiegt nach so einem knappen Match natürlich die Enttäuschung“, sagte sie. „Doch ich muss mir nichts vorwerfen. Ich habe alles gegeben, aber es hat letztendlich nicht ganz gereicht. Trotzdem geben wir die Hoffnung nicht auf. Wir sind ein starkes Team, da geht auch in so einer Situation noch was.“ Über die Rückkehr in die Porsche-Arena sagte sie: „Das war Gänsehaut pur. Ich habe das einfach nur genossen. Es ist ein unglaublich schönes Gefühl, wenn die Leute so hinter einem stehen.“
Tschechien führt uneinholbar 3:0 - Nach vier Jahren steht Angelique Kerber wieder für Deutschland auf dem Platz - Doppel spielen Anna-Lena Grönefeld/Julia Görges
Am Entscheidungstag in Stuttgart steht Sabine Lisicki wieder als erste auf dem Platz - sie eröffnet den Tennistag mit ihrer Partie gegen die tschechische Nummer 1 Petra Kvitova. In einem spannenden Spiel konnte sie den ersten Satz im TieBreak für sich verbuchen, bevor sie sich Kvitova dann wiederum in drei Sätzen geschlagen geben musste. Mit 6:7(2), 6:4, 6:1 sicherte die aktuelle Weltranglisten-Nummer 2 (Stand: 30.01.2012) ihren Landsfrauen den Einzug ins FedCup-Halbfinale 2012.
Angelique Kerber spielt nach vier Jahren erstmals wieder im Fed Cup für Deutschland. „Es ist schön, wieder dabei zu sein“, sagte sie im Vorfeld der Partie. „Ich genieße es, ein Teil dieses tollen Teams zu sein.“ In der zweiten Partie des zweiten Tages spielt sie gegen Lucie Hradecka um den Ergebnis-Anschlußpunkt. Parallel zum Spiel von Lisicki geht auch hier der erste Satz an die Deutsche, allerdings kann sie ihre Partie mit einem glatten 6:4, 6:4 erfolgreich zu Ende bringen. Das abschliessende Doppel hat zwar auch nur statistischen Wert (man hätte lt. Reglement auch darauf verzichten können), doch die Deutschen wissen, dass sie diesem tollen Publikum dieses Engagement schuldig sind und gehen auf die volle Dinstanz. Allerdings ist auch das deutsche Doppel in der Besetzung Anna-Lena Grönefeld und Julia Görges nicht so erfolgreich wie gewünscht, nach einer guten Leistung gaben sie ihr Match gegen das tschechische Doppel glatt in zwei Sätzen 3:6, 5:7 ab - Endstand der Begegnung 4:1 für Tschechien.
Teamchefin Barbara Rittner ist trotz Niederlage zufrieden
„Wir verlassen Stuttgart mit einem tollen Gefühl“, sagte Teamchefin Barbara Rittner in ihrer Bilanz des Fed-Cup-Wochenendes. „Ich bin unheimlich stolz auf die Mädels. Sie haben gezeigt, dass sie sehr viel Potenzial haben und die Menschen begeistern können. Das ist alles sehr positiv, auch wenn es gegen einen sehr starken Gegner nicht zum Sieg gereicht hat. Jetzt hoffen wir auf etwas Losglück für die Relegation und werden dann unser Bestes geben, um in der Weltgruppe 1 zu bleiben.“
