Fehler bei der Pferdehaltung und im Umgang mit Pferden

Auf der Weide passieren häufig Unfälle - Sonja Köhler
Auf der Weide passieren häufig Unfälle - Sonja Köhler
Die Haltung eines Pferdes und das Wissen, das dazu nötig ist, ist äußerst komplex. Über einige häufig gemachte Fehler erfahren Sie hier mehr.

Pferde sind höchst sensible Tiere, bei denen man im Umgang und in der Haltung mehr falsch machen kann, als man denkt. Es gibt nicht wenige Tiere, die mit ihren Besitzern kein gutes Los gezogen haben und deswegen verstört, krank oder völlig verwahrlost sind. Dass man den Stall ausmisten muss und sein Pferd nicht völlig verdrecken lässt, gehört zum gesunden Menschenverstand. Welche nicht ganz so offensichtliche Fehler man machen kann - aber unbedingt vermeiden muss – erfahren Sie hier.

Fehler rund um den Stall des Pferdes

Die Box des Pferdes muss groß und geräumig sein, es muss sich darin ohne Probleme wenden können und es dürfen nirgends spitze Gegenstände herumliegen oder herausstehen. Ein Fenster oder eine andere Lüftungsmöglichkeit muss vorhanden sein, damit es nicht zu feucht wird. Es muss täglich ausgemistet werden und das Pferd muss täglich Auslauf bekommen und regelmäßig bewegt werden, da es ansonsten unausgeglichen und meist „bockig“ wird, außerdem ist mangelnde Bewegung und frische Luft schlecht für die Gesundheit.

Ein Pferd darf niemals allein gehalten werden, dass ist Tierquälerei, da Pferde Herdentiere sind. In der Box selbst muss kein zweites Pferd stehen, allerdings muss es zu Artgenossen Kontakt haben können, das heißt z.B. zur Nachbarbox – vor allem aber auf der Weide.

Fehler beim Ausreiten mit dem Pferd

Erst einmal sollte man natürlich wissen, wie Zaumzeug und vor allem der Sattel zu sitzen hat, da ansonsten schwere Rückenschmerzen, Langzeitschäden, Scheuerstellen und Wunden entstehen können.

Ein Fehler, der häufig von Reitern begangen wird und schwerwiegende Folgen haben kann, ist das Anbinden eines Pferdes mit den Zügeln, obwohl es ein Gebiss im Maul hat. Erschrickt das Pferd und will sich losreißen, kann es sich stark im Maul verletzen und sich sogar den Kiefer brechen.

Nach dem Ausritt sollte man beachten, dass das Pferd kein eiskaltes Wasser in großen Mengen trinkt, da dies bei einem erhitzten Körper zu einem Schock führen kann. Außerdem kann ein Pferd schnell erkranken, wenn es verschwitzt in die Box gestellt wird, ohne eine Decke aufgelegt zu bekommen. Hier ist die Gefahr vor allem bei kalten und windigem Wetter und im Winter groß.

Fehler beim Arbeiten mit dem Pferd

Auf keinen Fall darf das Pferd geschlagen werden, vor allem nicht am Kopf. Das kann das Vertrauen zum Menschen enorm stören oder sogar völlig zerbrechen, sowie Traumen auslösen. Beim Umgang mit der Gerte ist Umsicht und Behutsamkeit gefragt – das bedeutet antippen und leicht treiben, jedoch nicht schlagen oder damit herumfuchteln.

Man kennt das nicht gerade seltene Problem – das Pferd will nicht hinterher gehen. Hier ist ein häufiges falsches Verhalten, dass die Person das Tier anschreit oder sich in seine Richtung dreht und es anstarrt. Diese Methode wird wohl in den seltensten Fällen funktionieren, da Pferde Fluchttiere sind und dann noch mehr weglaufen wollen, wenn man sich in ihre Richtung dreht und laut wird. Man sollte also einen runden Rücken machen, dem Tier den Rücken zudrehen und langsam vorwärts gehen. Hilft das immer noch nicht, ist eine weitere Möglichkeit, das Pferd einmal im Kreis zu drehen und dann direkt aus der Wendung heraus weiterzuführen.

Das intensive und plötzliche Anwenden von Ausbindern bei Pferden, die nicht durchs Genick gehen, kann ebenfalls gefährlich sein, da das Pferd es nicht gewohnt ist, den Hals rund zu machen, sich dann dagegen auflehnt und sich dabei sogar überschlagen kann. Man sollte vor allem bei jungen Pferden also langsam anfangen und vorsichtig mit Hilfszügeln arbeiten.

Fehler auf der Weide

Auf der Koppel passieren die meisten Unfälle – das ist unter Reitern bekannt. Um die Unfallgefahr klein zu halten, ist folgendes zu beachten.

Zu erst einmal ist der Zaun von großer Bedeutung. Das schlimmste, was man dabei machen kann, ist die Verwendung von Stacheldraht. Beim Herumspringen- und Toben kann es sehr leicht dazu kommen, dass das Pferd ausrutscht oder sich auf andere Weise im Zaun verhängt. Der Schmerz und die Überraschung, dass es nicht wieder los kommt rufen sofort Panik und ein Fluchverhalten aus und das Pferd versucht hektisch, sich loszureißen. Dies verursacht immer tiefere und schlimmere Wunden. Zäune, die ebenfalls nicht verwendet werden sollen, sind dünne Litzen, also keine Bänder oder Stricke, sondern feine Drähte oder Schnüre. Gerät das Pferd an eine solche Litze, ist diese unnachgiebig und wirkt wie ein Messer, das sich in die Haut schneidet. Schwere Sehnenverletzungen sind meist die Folge.

Legt man dem Pferd eine Decke auf, da man es beispielsweise gerade geritten hat, sollte man darauf achten, dass sie fest sitzt. Verrutscht sie, etwa beim Wälzen, kann sich das Pferd darin verfangen und kommt nicht mehr hoch oder kann beim Rennen stolpern und stürzen.

Möchte man zwei sich unbekannte Pferde in eine Weide lassen sollte man die beiden erst einmal über einen Nachbarzaun miteinander bekannt machen und sich dann am Strick beschnuppern lassen. Hilfreich ist hierbei eine saftige Weide, damit die Pferde abgelenkt sind und nicht aufeinander losgehen.

Dieser Artikel ist auf dem Wissen der Autorin, die Erfahrungen mit ihren eigenen Pferden sammeln konnte, aufgebaut.

Sonja Köhler, Sonja Köhler

Sonja Köhler - Liebe Leser und Leserinnen, Da ich noch zur Schule gehe, konnte ich bis jetzt keine berufliche Erfahrung als Journalistin oder ...

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