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Zehntausende der vielen Computer in der Welt schalteten sich am Mittwoch, den 21. April ganz plötzlich ab. Betroffen waren Tausende von Büros, aber auch Krankenhäuser. Das Anti-Viren-Programm von McAfee hatte nämlich einen Computer-Schädling entdeckt, der gar keiner war. Ein Fehler in der McAfee-Software hatte die System-Datei Svchost.exe für das gefährliche Virus W32/Wecorl.a gehalten und machte auf der Stelle kurzen Prozess mit ihm. Das hieß in der Praxis: der Besitzer des PC hatte ganze 30 Sekunden Zeit, seine Daten zu speichern, was in der Regel nicht ausreichte. Danach ging gar nichts mehr: der Computer befand sich in einer Reboot-Schleife, fuhr runter, wieder hoch, runter und wieder hoch und immer so weiter. Das hieß für die Techniker von Großunternehmen: jeder PC musste von Hand wieder instand gesetzt werden.
Es traf Windows XP mit dem Service Pack 3
Getroffen hat es die Computer mit der gängigsten Software, dem Betriebssystem Windows XP mit dem Service Pack 3 und der McAfee-Software für Unternehmen. Vista-PCs oder solche mit dem neuen Windows 7 wurde von der Attacke verschont. McAfee hat nur lakonisch dazu geraten, die Updates nicht mehr zu installieren und hat Workarounds veröffentlicht. Ein generelles Patch, das die Fehler automatisch behebt, gab es bis heute noch nicht.
Geschimpft wurde besonders heftig bei Twitter
Geschimpft wurde besonders heftig bei Twitter. „Ich hasse McAfee“ war noch höflich, es gab auch heftigere emotionale Ausbrüche sowie Forderungen nach Entlassungen der verantwortlichen Mitarbeiter von McAfee. Für die Firma McAfee kann dieser Fehler sehr schlimme Folgen haben. Darüber wird natürlich jetzt getwittert, was das Zeug hält. Dabei ist gerade Twitter als ein wesentlicher Anbieter der sogenannten Social-Media-Dienste an der ganzen Geschichte beteiligt. Denn viele der unschuldigen Opfer der Panne hatten den Microblogging-Dienst genutzt, um den ersten Frust los zu werden. Alle fragten sich sehr schnell, wie es denn sein könnte, dass auf einem so weit verbreiteten Betriebssystem offensichtlich nicht genug getestet worden ist, um einen solch schwerwiegenden Fehler zu entdecken. Wieder andere Twitter-Anhänger konnte ihre Schadenfreude nicht verbergen, dass es sie nicht getroffen hatte: sie hatten neuere Windows-Versionen verwendet oder andere Betriebssysteme.
Gut, dass es Twitter gibt
Viele finden es natürlich jetzt sehr gut, dass es Twitter gibt. Die Twitter-Nutzer sind nun in der Lage, ein Problem, dass sonst vielleicht einen kleinen Kreis von Menschen interessiert und betroffen hätte, einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Nun hat McAfee ein großes Problem: wie kann man den hier sehr schnell entstandenen Image-Schaden wieder gerade rücken? Wenn man sich so öffentlich blamiert hat, dann wird das eine Menge Zeit und Arbeit bedeuten. McAfee hat inzwischen ein Info veröffentlicht, das die Probleme beheben soll. Außerdem hat sich das Unternehmen offiziell bei den Betroffenen entschuldigt. Der Sprecher der Firma, Barry McPherson, gab bekannt, dass der Fehler aufgetreten sei, weil man versucht habe, den Schutz vor einer neu entdeckten Bedrohung schnellstmöglich in die Sicherheitssoftware zu integrieren.
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