Wer kennt sie nicht? Würzig-weiche Lebkuchen, ein Gebäck, das traditionell im Spätherbst, also zur Advents- und Weihnachtszeit, so richtig lecker schmeckt. Die braunen Kleinkuchen duften herrlich nach weihnachtlichen Gewürzen wie Zimt, Nelke oder Anis und es gibt sie in vielen schmackhaften Variationen und Formen. Von rund bis rechteckig, mit Oblaten oder ohne, mit Schokoglasur, mit Zuckerguss oder gar ganz ohne; vielleicht lieber als feines Lebkuchen-Konfekt oder eher als „Bausubstanz“ für ein Hexenhäuschen, der Vielfalt dieses würzigen Gebäcks sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Der Nürnberger Lebkuchen hat seinen Ursprung im 14. Jahrhundert und wurde vorwiegend in Männerklöstern gebacken; das Gebäck war sehr beliebt, da es aufgrund seiner Würzigkeit über lange Zeit haltbar war und stets frisch schmeckte. In schlechten Zeiten wurden die Lebkuchen von den Mönchen an das Volk verteilt. Der vorliegende Artikel beschreibt ein leckeres Rezept für feine Lebkuchen nach Nürnberger Art; die Kuchen können direkt nach der Herstellung verzehrt werden und müssen nicht erst einige Zeit liegen, um die Vorweihnachtszeit zu versüßen.
Zutaten für die Lebkuchen nach Nürnberger Art
4 Eier (Klasse M)
250 g feinster Zucker
Je 100 g Orangeat und Zitronat
100g geschälte, fein gehackte Mandeln
250 g Mehl
1 ½ gestrichene TL Backpulver
10 g Lebkuchen-Gewürz
5 große Backoblaten
Geschirrtücher zum Abdecken
1 Päckchen Puderzucker
Zartbitter-Kuvertüre
Gehobelte Mandeln zum Verzieren
Hagelzucker zum Verzieren
Zubereitung des Teiges für die Lebkuchen nach Nürnberger Art
Zur Vorbereitung für den Lebkuchen-Teig werden Orangeat und Zitronat in feine Würfelchen geschnitten. Für die Zubereitung des Teiges werden zunächst die Eier und der Zucker mit dem elektrischen Handrührgerät auf höchster Stufe zu einer schaumigen Creme verschlagen. Im Anschluss daran werden die fein gehackten Mandeln sowie die kleinen Würfelchen an Zitronat und Orangeat zu der Ei-Zucker-Masse hinzu gegeben und unter gerührt. Das Mehl wird mit dem Backpulver und dem Lebkuchen-Gewürz vermischt, Esslöffelweise in den Eierschaum gesiebt und langsam unter gerührt. Die dabei entstehende Teigmasse sollte von einer dicken, schwer vom Löffel reißenden Konsistenz sein, die leicht streichfähig ist. Ist der Teig noch zu weich und flüssig, können je nach Bedarf zusätzlich weitere fein gehackte Mandeln zugegeben werden.
Das Bestreichen der Backoblaten und Backen der Lebkuchen
Die Backoblaten werden in gleichgroße Rechtecke von etwa 3 mal 4 Zentimeter geschnitten und auf mit Backpapier bedeckten Backblechen ausgelegt. Der Abstand der einzelnen Oblaten-Rechtecke sollte ausreichend groß sein, da der Lebkuchenteig beim Backen noch stark verläuft. Die vorher angefertigte Lebkuchenmasse wird im Anschluss dick auf die Oblaten aufgestrichen. Da die Teigmasse sehr klebrig ist, empfiehlt es sich, das Messer bzw. die Tortenpalette von Zeit zu Zeit leicht anzufeuchten. Die Lebkuchen sollten vor dem Backen zugedeckt mit einem Geschirrtuch mehrere Stunden, am besten über Nacht trocknen. Zum Backen sollte der Ofen auf 180 Grad vorgeheizt sein; für Umluft empfiehlt sich eine Backtemperatur von 160 Grad. Die Lebkuchen sollten etwa 30 Minuten backen, bis sie eine schöne goldbraune Farbe angenommen haben. Nach dem Backen sollten die Gewürzkuchen gut auskühlen.
Verzieren der Lebkuchen-Schnitten nach Nürnberger Art
Zum Verzieren der Lebkuchen können die einzelnen Schnitten je nach Belieben dick mit Puderzucker-Guss oder mit Zartbitter-Kuvertüre bestrichen werden. Der Guss bewahrt die Kuchen auch vor weiterem Austrocknen; sie bleiben schön weich und saftig. Auf den Puderzuckerguss können nach Wunsch auch zusätzlich Hagelzucker-Körner aufgestreut werden. Der Schokoladen-Überzug sieht hübsch aus, wenn er mit einigen gehackten Mandeln verziert wird.
Aufbewahrung der Lebkuchen nach Nürnberger Art
Zur Aufbewahrung, damit die Frische und die Saftigkeit der Gewürzkuchen-Schnitten erhalten bleibt, sollte das Gebäck in einem luftdurchlässigen Behälter an einem kühlen und trockenen Ort aufbewahrt werden. Die Lebkuchen können gleich verzehrt werden und brauchen nicht erst mehrere Wochen liegen, um lecker zu schmecken. Und wer kein Fan süßer Kuchen ist, der verwende den Lebkuchen einfach auch für herzhafte Gerichte.
