Felseneremitage bei Bretzenheim

Einer der unbekanntesten ungewöhnlichen Orte Deutschlands

Eingang Eremitage Bretzenheim - Alexander Benra
Eingang Eremitage Bretzenheim - Alexander Benra
Als Eremitage bezeichnet man eine Einsiedelei. Bei Bretzenheim steht die einzige Felseneremitage nördlich der Alpen.

Man kennt die in die Felsen gehauenen Behausungen von Mönchen aus den Mittelmeerländern, wo sie ein Anziehungspunkt für Touristen sind. Kaum jemand weiß, dass es etwas Ähnliches auch in Deutschland gibt. Auf der Landstraße zwischen Bad Kreuznach und Bingen liegt Bretzenheim. Der Ort hat noch am ehesten traurige Berühmtheit durch ein Kriegsgefangenenlager nach Ende des zweiten Weltkrieges erlangt, in dem zeitweise rund 100.000 Kriegsgefangene inhaftiert waren. Hier befindet sich aber auch die einzige Felseneremitage nördlich der Alpen.

Geschichte

Vor rund 120 Jahren starb der letzte Eremit, der noch in der Felseneremitage bei Bretzenheim lebte. Die Geschichte der Eremitage reicht aber viel weiter, sogar bis in römische Zeit zurück. Als Kirche und Wallfahrtsort wird die Eremitage erstmals im 11. Jahrhundert erwähnt. Rund fünfhundert Jahre später wird die dort errichtete Kirche durch einen Erdrutsch verschüttet. Die Gefahr von Felsabstürzen ist wohl auch heute nicht gebannt. Das zeigen in den Felsen eingelassene Sensoren und Stahlträger zur Sicherung. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde eine neue Kirche errichtet, die sich zu einem bedeutenden Wallfahrtsort entwickelte. Aber auch von dieser Kirche ist nicht mehr viel zu sehen.

Der steinerne Ritter

Gut ist dagegen der sogenannte steinerne Ritter zu erkennen, bei dem es sich vermutlich um das Grabmal eines Ritters aus der Umgebung handelt.

Zugänglichkeit

Die Felseneremitage ist nicht einfach zu finden. Obwohl die Felsenwohnungen nördlich der Alpen einzigartig sind, laufen die Touristenströme an dem kleinen Örtchen vorbei. In Bretzenheim selbst ist der Weg ausgeschildert. Er führt über schmale Straßen, die einen manchmal glauben lassen, man habe sich verfahren. Die malerische Landschaft um die Felswand aus rotem Sandstein vermittelt eine eigentümliche Atmosphäre, die verständlich macht, dass an diesem magischen Ort schon in vorchristliche Zeit eine Kultstätte war.

Die Eremitage befindet sich auf Privatgelände, ist aber zugänglich und nicht eingezäunt. Es wird kein Eintrittsgeld erhoben. Die Kreuznacher Diakonie betreibt hier eine Wohnungslosenhilfe. Nussbäume spenden reichlich Schatten und ihre Walnüsse können zu einem Spottpreis käuflich erworben werden. Parkplätze für Besucher sind ausreichend vorhanden. Eine kleine Brücke über einen Bach lädt zu einem Picknick ein.

Allerdings kann die rund 90 Quadratmeter große Felsenwohnung nur von außen besichtigt werden. Aber dieser Anblick alleine lohnt sich und weckt gerade bei Kindern die Phantasie. Wer die steilen Stufen in der Felswand sieht, kann verstehen, dass der über achtzig Jahre alte letzte Eremit durch Absturz von der Felswand gestorben ist.

Die Angaben zu Zutrittsmöglichkeiten, Eintrittspreis und Öffnungzeiten sind nach besten "Wissen und Gewissen" gemacht. Es kann sein, dass es da im Laufe der Zeit Veränderungen ergeben. Gegebenenfalls sollten Sie sich vorab noch einmal über den aktuellen Stand informieren.

Alexander Benra, Alexander Benra - privat

Alexander Benra - Alexander Benra, Jahrgang 1966, ist Jurist mit langjähriger Erfahrung in dem Fachgebiet Arbeitsrecht. Wichtiger Hinweis: Die ...

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