
- Felsenpinguin , Tiergarten Schönbrunn/N.Potensky - Tiergarten Schönbrunn/Norbert Potensky
Weltweit gibt es 17 Pinguinarten, die alle auf der südlichen Halbkugel leben. Eine davon ist der Felsenpinguin. Er gehört zur Gattung Eudyptes, den Schopfpinguinen (Eudyptes chrysocome).
Besser passt zu ihm allerdings noch sein englischer Name „Rockhopper“ (Felsenspringer). Der Felsenpinguin hüpft mit beiden Füßen gleichzeitig und kann mit einem Sprung eine Distanz von bis zu 30 cm überwinden. So kann er seine Nester auch im steilsten Gelände bauen. Ebenfalls ist typisch für ihn, dass er nicht kopfüber ins Wasser springt, sondern mit den Füßen voraus.
Das Aussehen der Felsenpinguine
Er erreicht in etwa eine Größe von 45 cm und ein Gewicht von 2,5 kg. Die Männchen werden etwas größer als die Weibchen. Wie der Name Schopfpinguine schon andeutet, hat auch der Felsenpinguin einen Kopfschmuck. Seine Irokesenfrisur besteht aus schmalen kurzen Federn, die in Gelb gehalten sind. In 2 breiten Bändern ziehen sich diese Schmuckfedern beidseitig vom Schnabel oberhalb der Augen bis zum Hinterkopf. Nicht nur für das Anzeigen der jeweiligen Stimmung, auch für die Balzrituale wird der schöne Kopfschmuck gebraucht, um die Damen gehörig zu beeindrucken..
Das soziale Verhalten des kleinen „Rockhoppers“
Die Felsenpinguine leben in riesigen Kolonien. Meist brüten sie mit den etwas größeren Macaronipinguinen auf der gleichen Insel. Als kleinster der Schopfpinguine ist er ausgesprochen wehrhaft, auch weit größeren Störern gegenüber. Felsenpinguine greifen jedes Tier an, das in die Nähe ihres Nestes kommt, ob andere Pinguine, Albatrosse oder sogar Menschen. So berichtet ein Forscher etwa von wilden Schnabelhieben auf Wade und Knie, begleitet von heftigem Flügelschlagen eines wehrhaften kleinen Gesellen, als er einem Nest zu nahe kam. Ihren Partnern gegenüber sind die Tiere hingegen ausgesprochen zärtlich und soziale Gefiederpflege ist üblich.
Die Geschlechtsreife erreicht das Weibchen mit 3, das Männchen mit 4 Jahren. Wie so viele andere Vogelarten auch, lebt der Felsenpinguin monogam. Die Paarungszeit beginnt in den subarktischen Regionen im Oktober, spätestens im November. Einmal gebildete Paare bleiben für gewöhnlich ein Leben lang zusammen.
Kurz nach der Paarung wird das Nest aus kleinen Steinen und Stöckchen muldig gebaut. Sie benutzen diese Nester übrigens jahrelang. Zwei Eier werden im Abstand von einigen Tagen gelegt, das erste wiegt rund 80 Gramm, das zweite rund 110 Gramm. Nur in ganz seltenen Fällen können beide Eier ausgebrütet werden. Die Brutzeit dauert etwa 33 Tage. Beim Brüten wechseln sich Männchen und Weibchen ab - einer brütet, der andere geht im Meer auf Nahrungssuche.
Sind die Jungen geschlüpft, werden sie weiterhin bestens von beiden Eltern versorgt. Zum Füttern des Nachwuchses schlucken die Eltern die Nahrung zunächst hinunter, umhüllen sie mit einer Schleimschicht, um eine sofortige Verdauung zu verhindern, und würgen sie schließlich wieder hervor.
Die Lebenserwartung eines Felsenpinguins liegt bei 10 bis 12 Jahren.
Verbreitungsgebiet des Felsenpinguins
Der Felsenpinguin ist die am weitesten verbreitete Art der Gattung der Schopfpinguine. Das Verbreitungsgebiet reicht von Südamerika bis nach Neuseeland und umfasst drei räumlich voneinander getrennte Bereiche subtropischer bis subantarktischer Inseln, in die sich auch die drei Unterarten teilen, eine östliche, eine südliche und eine nördliche.
Felsenpinguine sind vorwiegend Krilljäger. Darüber hinaus fressen sie gelegentlich aber auch kleinere Krebstiere, kleinere Fische, Kalmare und ähnliche Tiere. Dabei jagen die Felsenpinguine überwiegend in der Nähe des Meeresbodens. Über 90 Prozent ihrer Nahrung besteht aus Krill. Auf Nahrungssuche gehen Felsenpinguine in der Regel in der Dämmerung oder in der Nacht.
Der Gesamtbestand der Art ist in den letzten Jahrzehnten drastisch um über 30% zurückgegangen. Am dramatischsten war der Rückgang auf den Falklandinseln, dem Hauptverbreitungsgebiet; hier sank der Bestand von 2,5 Millionen Brutpaaren im Jahr 1984 auf rund 300.000 Brutpaare im Jahr 1995, ein Rückgang um 88%. Grund war die Überfischung der Gewässer um die Falklands, die dazu führte, dass die Tiere keine ausreichenden Fettreserven für die Brutzeit aufbauen konnten und zu Hunderttausenden verhungerten.
Der Felsenpinguin wird als gefährdet eingestuft , durch Überfischung, Meeresverschmutzung und Störungen in den Brutkolonien
Bestand der Felsenpinguine in Zoos
Obwohl Felsenpinguine in mehreren Zoos Eingang gefunden haben, ist es bisher erst im Tiergarten Schönbrunn gelungen, sie auch zu züchten. 1993 haben das erste Mal Felsenpinguine im Zoo erfolgreich gebrütet.
“Das exakte Simulieren antarktischer Licht- und Klimaverhältnisse sowie eine lückenlose Überwachung der Nester per Videokamera sind die Zutaten für das Erfolgsrezept für die Schönbrunner Felsenpinguinzucht“ laut Zoo.
Im Mai 2011 sind nun wiederum Junge geschlüpft.
Ein weiterer glücklicher Pinguin, allerdings der größte, der Kaiserpinguin: Happy Feet
Quellen: Boris Culik, Pinguine, Spezialisten fürs Kalte, BLV München
Bildhinweise: Bilder Felsenpinguin + Junges: Tiergarten Schönbrunn/Norbert Potensky, Daniel Zupanc
