Urlaub in Nordfriesland

Strand, Watt und schöne Städte im Norden Deutschlands

Atemberaubende Natur, seltene Tiere und ein abwechslungsreiches Hinterland: Nordfriesland gehört zu den schönsten und beliebtesten Ferienregionen Deutschlands

Gelber Sandstrand, grünes Marschland, waldreiche Geest, dazwischen kleine gemütliche Städte, mächtige Bauernhöfe und stolze Menschen - Nordfriesland ist nicht nur der nördlichste Landkreis der Bundesrepublik Deutschland, er ist auch sicher einer der schönsten.

Ferien für Menschen und Rast für Zugvögel

Faszinierend ist die sich immer wieder verändernde Küstenlinie: Jahr für Jahr holt sich die vom Wind aufgepeitschte Nordsee Teile von ihr zurück, während die Menschen schon seit dem 14. Jh. versuchen, andernorts Land zurück zu gewinnen. Dem Land, arm an ausbeutungswürdigen Bodenschätzen, blieben große Industriekomplexe erspart. In der Marsch widmet man sich noch heute der Viehzucht und dem Ackerbau, in den Städten der Kultur. Die Wirtschaft Nordfrieslands - mit den manchmal mondänen, manchmal verträumten Inseln und Küsten - lebt heute hauptsächlich von den jährlich ca. eine Mio. Touristen. Die Naturliebhaber unter ihnen genießen vor allem die Nordsee mit ihrem Wattenmeer.

Das Wattenmeer ist Rastplatz für mehr als zwei Mio. Zugvögel und Sommerfrische für ca. 100 000 alljährlich brütende Vögel, Brandgänse, Eiderenten, Möwen und Schwalben. Außerdem ist das Watt Kinderstube für Heringe, Seezungen und Schollen sowie Lebensraum für Kegelrobben, Seehunde und Schweinswale: Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer bietet über 3000 verschiedenen Tier- und Pflanzenarten paradiesische Zustände. Und das von der dänischen Grenze bis zur Elbmündung auf einer Fläche von über 4000 Quadratkilometern.

Das Wattenmeer - ein nahrungsreiches Ökosystem

Schleswig-Holstein war das erste Bundesland, das die nördlichen Flächen des Wattenmeeres unter Schutz stellte. Seit 1985 ist es Nationalpark, seit 1990 Biosphärenreservat. Aufgeteilt wurde der Nationalpark Wattenmeer in drei Schutzzonen: In der ersten Zone, dazu gehören beispielsweise die Seehundbänke, dürfen sich Menschen gar nicht oder nur auf ausgewiesenen Wegen aufhalten, Teil der zweiten Schutzzone ist z.B. das Waldschutzgebiet. Die dritte Zone dient der Fischerei, dem Tourismus und auch der Erdölförderung. So grau und leblos, wie sich das Wattenmeer den Besuchern auch darstellen mag - es ist ein perfektes und besonders nahrungsreiches Ökosystem. Viele Tier- und Pflanzenarten haben sich sogar auf den Lebensraum Salzwiesen eingestellt. Zu den bekanntesten zählt der Wattwurm.

"Land unter!" - alljährlich überschwemmt die Nordsee den Lebensraum Hallig

Besuchermagnete Nordfrieslands sind neben den schönen Inseln wie Sylt, Föhr, Amrum und Pellworm auch die Halligen. „Land unter!" heißt es auf den insgesamt zehn Halligen mehrfach im Jahr vor dem Festland Nordfrieslands. Dann, wenn die herbstlichen Stürme über das Meer fegen, bleibt von den kleinen Überbleibseln ehemaliger Inseln oder den winzigen Landfetzen des einstigen Festlandes nicht mehr viel übrig: Wiesen und Weiden werden überflutet, das Vieh wird eilig in die Stallungen getrieben, die Fenster verschlossen und dann beginnt das Warten und das Hoffen. Das Warten auf das Ende der Flut und das Hoffen, dass nicht einer der Bullen in der Enge der Warft durchdreht.

Nur wenige Menschen leben auf den Warften der Halligen, jener aufgeschütteten Hügel, auf denen die Wohn- und Wirtschaftsgebäude der Landwirte stehen. Sie leben ein einsames Leben im Winter und ein durchaus turbulentes im Sommer. Dann kommen die Touristen, um sich dieses Leben anzuschauen. Fünf der Halligen sind bewohnt und bewirtschaftet: Gröde, Hooge, Langeneß, Nordstrandischmoor und Oland. Langeneß ist mit ihren 956 ha, 16 Warften und 110 Einwohnern die größte. Die kleinste Hallig ist Habel. Sie ist nur 7 ha groß und unbewohnt. Die weiteren wie beispielsweise Norderoog und Süderoog haben Vogelschutzstationen, die teilweise ganzjährig besetzt sind, und gehören zum Schutzgebiet des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und können während herrlicher Wattwanderungen besichtigt werden.

Husum und Friedrichstadt - reizvolle Ausflüge zurück in den Trubel

Und wer von all der überwältigenden Natur eine Pause in der Zivilisation benötigt, fährt einfach nach Husum oder nach Friedrichstadt. Oder besichtigt am besten gleich beide Orte. Theodor Storm (1817 - 1888) nannte Husum einst in seinen Erzählungen „die graue Stadt am Meer". Heute ist sie alles andere als grau. Die kleine Stadt an der Westküste Schleswig-Holsteins ist mit ihren 21 000 Einwohnern, ihren schönen Giebelhäusern im pittoresken Stadtkern, ihrem Schloss aus dem 16. Jhd. und dem Binnenhafen seit vielen Jahren kultureller Mittelpunkt Nordfrieslands.

Und ein Ort mit vielen Ausflugsmöglichkeiten: Nordstrand, eine Insel, die mit dem Festland durch einen 2,5 km langen Straßendamm verbunden ist, wurde 1990 zum Nordseeheilbad ernannt und bietet vor allem interessante Informationszentren zum Nationalpark Wattenmeer. Friedrichstadt, ein kleiner Ort 13 km südlich von Husum verzaubert durch sein holländisches Flair. Herzog Friedrich III. von Schleswig-Gottorf gründete die Stadt 1621 für niederländische Glaubensflüchtlinge. Mit ihren Grachten und den kleinen Giebelhäusern wähnt man sich in einer holländischen Kleinstadt.

Friederike von Bülow, Friederike von Bülow

Friederike von Bülow - Friederike v. Bülow ist Journalistin und Buchautorin (7 Buchveröffentlichungen), Bildhauerin und Pferdetherapeutin. Sie hat sich ...

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