Fernsehserie "Percy Stuart" – ein Rückblick

Die erfolgreiche Krimiserie mit Claus Wilcke im ZDF ist unvergessen

Claus Wilcke 2008 - Claus Wilcke
Claus Wilcke 2008 - Claus Wilcke
In den Jahren 1969 bis 1972 zog die Serie bis zu 20 Millionen Zuschauer je Folge an. Gibt es eine Fortsetzung der Abenteuer? Das ZDF scheint dagegen.

1962 feierte James Bond seine Leinwandpremiere. Die Missionen von 007 begeistern bis heute Millionen von Zuschauern. Viele Menschen mittleren Alters wissen noch, dass es in Deutschlands Vorabendfernsehprogramm schon 1969 einen "James Bond light" gab, der mit seinen Abenteuern die Fernsehfans zu fesseln wußte: "Percy Stuart"!

Die preisgekrönte ZDF-Serie "Percy Stuart" lief 1969 bis 1972

"Percy Stuart, das ist unser Mann, ein Mann, ein Mann, ein Mann der alles kann" – dies waren die letzten Worte des Refrains der Titelmelodie zur erfolgreichen und mehrfach preisgekrönten ZDF-Fernsehserie mit Claus Wilcke und Horst Keitel. Ausgestrahlt von 1969 bis 1972 gehörten die 52 Abenteuer des gutaussehenden Draufgängers und Jungamerikaners Percy Stuart und seines vermeintlichen Aufpassers Sir Reginald Prewster zu den Highlights im Vorabendprogramm; adaptiert für das Fernsehen aus der Groschenromanreihe, die um 1908 erschienen ist: Percy Stuart wollte unbedingt in den honorigen "Club der 13" aufgenommen werden und hatte dazu mehrere Aufgaben zu lösen: In jeder Folge eine Aufgabe.

Bis zu 20 Millionen Zuschauer verfolgten die Straßenfeger; auch wenn es damals nur zwei Sender gab, war das ein großer Erfolg. Viele Menschen erinnern sich auch heute noch an die humorvolle, aber auch spannende und teils actionreiche Krimiserie, deren Hauptdarsteller sowie an die sehr einprägsame Titelmelodie. Ein Fundament für eine Neuauflage?

In den letzten Jahren hat sich so mancher Filmschaffender an Erfolge früherer Zeiten erinnert

"Miami Vice" fand den Weg zurück in die Gegenwart ebenso, wie "Drei Engel für Charlie" oder "Starsky and Hutch". Steven Spielberg ließ "Indiana Jones" auferstehen und in Deutschland öffnete die "Schwarzwaldklinik" wieder ihre Türen. Wolfgang Rademann produzierte zwei Spielfilme auf der Basis der in den Achtzigern erfolgreichen Fernsehserie im Glottertal.

Der erste Film der "Schwarzwaldklinik" wurde am 20. Februar 2005 ausgestrahlt und erreicht 12,57 Millionen Zuschauer ab drei Jahren und damit einen Marktanteil von 32,5 Prozent – ein Rekord für das ZDF und diesen Sendeplatz. Nicht sehr überzeugend jedoch war das Drehbuch zur zweiten Ausgabe, die rund ein Jahr später mit 7,33 Millionen Zuschauern zwar noch sehr erfolgreich war, aber nicht an die Topzahlen des ersten Films anknüpfen konnte. Rademann lehnte die Neuauflage einer ganzen Serie ab.

Bereits 2002 starteten die Arbeiten an einem Drehbuch zur Fortsetzung zu "Percy Stuart"

Motiviert wurden die Arbeiten an einem Drehbuch zur Fortsetzung zu "Percy Stuart" vor allen Dingen dadurch, dass deutsche Fernsehkrimis trotz thematischen Tiefgangs durch unendlich ausgewalzte Dialoge mehr oder minder langweilen: Kommissare reden hier, Kommissare reden dort, Kommissare fahren mit den Autos (meistens Mercedes C-Klasse) von Ort A nach Ort B und bieten sehr wenig für die Optik. Actionelemente, Spannung, große Schauplätze sind eher selten. Krimireihen wie "Donna Leon: Commissario Brunetti" mit Uwe Kockisch oder "Commissario Laurenti" mit Henry Hübchen in den Titelrollen, die in Venedig oder Triest spielen, sind die Ausnahme. Doch auch da wird mehr auf Dialog gesetzt, als auf actionreiche Unterhaltung à la James Bond oder Alarm für Cobra 11.

Wie kann die Neuauflage der Serie "Percy Stuart" aussehen?

Der Anlagebetrüger Robert Webber setzt sich mit seiner Assistentin, Leibwächterin und Geliebten Lucia de Winter mit ergaunerten Millionen seiner Investmentkunden ins Ausland ab. Einer der Geschädigten ist der Großspediteur Charles Cocoon, durch den Percy Stuart senior mit dem Fall Webber in Verbindung kommt.

Stuart senior betreibt gemeinsam mit seinem Freund und Rechtsanwalt Sir Reginald Prewster seit Jahren eine Anlagefirma in den Docklands der Themsestadt. Er will das Geld für die Geschädigten zurückholen, Webber finden und den Ruf der Branche retten. Dabei helfen ihm Reginald Prewster sowie beider Nachwuchs, Percy junior und Julia Prewster. So verfolgen die auch Scotland Yard als Problemlöser der besonderen Art bekannten Stuarts die Spuren der Gangster nach Malta. Doch als die Tochter Robert Webbers, die 17 jährige Juliette, von Charles Cocoons Leuten entführt wird, weil der erpresst wird und sein Geld schneller zurückbenötigt, ist Webber gezwungen, nach London zurückzukehren. Doch er wird zuvor ermordet. Die wahre Drahtzieherin des Millionenraubes tritt in Aktion, um an einen Zahlencode zu kommen, den nur Juliette kennt.

Percy Junior und Julia müssen bei der Jagd nach den Millionen actionreich aufbieten, was sie können. Mal krachts, mal knistert es auch zwischen ihnen. Aber selbst Percy senior und Reginald Prewster zeigen im Kampf gegen die Russen, die Cocoon erpressen, was seit den Tagen des "Club der 13" noch in ihnen steckt.

Zwei "Percy-Stuart"-Filme im Jahr waren angedacht, doch das ZDF lehnt (zunächst?) ab

Eine gut gemachte Spielfilmreihe floppt in der Regel nicht, während Serien es schwieriger haben, sich neu zu etablieren. Um dieses bei "Percy Stuart" auszuschließen, sollte die Firma Moovie the art of entertainment von Starproduzent Oliver Berben eine Neuauflage als Spielfilmreihe platzieren (also zwei Spielfilme pro Jahr), doch dort setzte man auf die Wiederbelebung als Serie. Das ZDF befürchtete jedoch die zu hohen Kosten, die durch eine Serie entstehen, die permanent im Ausland spielt. Ob es dennoch eine Neuauflage der Erfolgsserie gibt – von einem anderen Produzenten und als Spielfilm realisiert – bleibt abzuwarten. Claus Wilcke und Horst Keitel jedenfalls wollen wieder dabeisein. Der Erfolg der "Schwarzwaldklinik" zeigt, dass auch "Percy Stuart" wieder erfolgreich sein kann. Doch zunächst erscheint der erste Teil der Neuauflage als Roman und eBook.

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