Feste der Juden rund ums Jahr

Die jüdische Tora - Dieter Schütz
Die jüdische Tora - Dieter Schütz
Die jüdischen Feste sind vor allem den Taten Gottes gewidmet. Rund ums Jahr finden traditionelle, an geschichtlichen Ereignissen gebundene Feste statt.

Die Feste der Juden sind heutzutage immer noch eng verbunden mit der Zeit des Alten Testaments. Die Taten Gottes, die im Laufe der Zeit die jüdische Kultur geprägt haben, werden in ihren Feiern in Erinnerung gerufen. Das Judentum hat eine andere Zeitrechnung als das Christentum. Bei ihnen hat die Zeit 3760 / 3761 v. Chr. mit der Erschaffung der Welt angefangen zu laufen. Zudem beginnt ein neues Jahr für die Juden bereits im Herbst, nachdem die bäuerlichen Erntearbeiten ihren Ausklang finden. Demzufolge finden die Feste der Juden auch in einer abweichenden Zeit von den der Christen statt. Die Monate werden auch nur bis 29 oder 30 gezählt und finden ihren Ausgleich durch Schaltjahre.

Pessach (Passafest)

Der Vollmond, der im Monat Nissan (März / April) erscheint, leitet das Fest Pessach ein. Die Feier wird der Befreiung aus Ägypten gewidmet, die durch Gottes Hilfe erreicht werden konnte. Das „Fest der ungesäuerten Brote“ (Mazzenfest) steht in enger Verbindung mit dem Pessach. Deshalb werden innerhalb dieser Festtage Sauerteige aus den Küchen verbannt und es wird nichts Gesäuertes getrunken und gegessen.

Früher opferte und aß man zum Feste Passalämmer. Doch nach der Zertrümmerung des Tempels in Jerusalem 70 n. Chr. wird das Lamm nur noch als Knochen symbolisiert. An einem Abend findet das Passamahl statt, an dem sich Familien und Gemeinden zusammenfinden und nach fester Tradition den „Sederabend“ feiern. Alle Gäste haben am festlich gedeckten Tisch eine „Haggada“ vor sich. Dies ist ein Buch mit Schriften der Gottesdienstordnung. Der gastgebende Hausvater leitet die Feier durch die Segensworte der vier Becher Wein, des ungesäuerten Brotes und des begleitenden Festmahls ein. Es folgen die Psalmgebete, jüdische Lieder und die Geschichte über die Befreiung aus Ägypten, die den Anlass widerspiegelt. Nach Passa findet sieben Wochen lang, das Schawout (Wochenfest) statt. Das Fest soll an die Gottesoffenbarung am Sinai gedenken.

Sukkot (Laubhüttenfest)

Sukkot heißt Laubhütten und ist daran angelehnt, dass die Juden in der Festwoche viel Zeit in diesen Hütten für ihr Torastudium und für die Mahlzeiten verbringen. Der Vollmond des Monats Tischri (September / Oktober) stellt den Beginn des Festes dar. Die Bitte um Regen und der Erntetag sind mit der Einleitung dieser Feier verknüpft. Das weit größere Motiv besteht jedoch im Gedenken der Wüstenwanderung. Die Israeliten mussten zu jener Zeit in Notbehausungen leben.

Das Beten in der Synagoge halten die Juden mit Feststräußen, bestehend aus Myrte, Weide, Zweige einer Palme und einer Zitrusfrucht, ab. Der letzte Tag des Sukkot wird insbesondere der Tora, als Quelle der Freude gewidmet. Die Lesung der Tora wird abgeschlossen und wieder neu begonnen.

Rosch ha-Schana (Neujahr)

Das Neujahrsfest findet ebenfalls im Monat Tischri in den ersten zwei Tagen statt. Hierbei wird der Widder, der anstelle von Isaak von Abraham geopfert wurde, hoch gelobt. Das Widderhorn (Schofar) spielt mit seinen Klängen an diesen Tagen demnach eine große Rolle. Das Fest wird zur Musterung der Menschen vor dem unbestechlichem und sanftmütigem Schöpfer genutzt.

Jom Kippur (Versöhnungstag)

Dieser ernsthafte Fasttag, an dem viele Juden zum ganz täglichen Gottesdienst ihre weißen Sterbegewänder tragen, findet am 10. Tischri statt. Es ist der Tag der Sühne und die Juden bekennen sich zu ihren Sünden und bitten um Vergebung. Der Gesang „Kol Nidre“ ist in der Zeremonie charakteristisch. Vor der Zerstörung des Tempels wurden die Sünden sogar symbolisch auf einen Bock (Sündenbock) getragen, der im Anschluss in die Wüste geschickt wurde.

Chanukka (Tempelweihe, Lichterfest)

Am Abend des 24. Kislew (November / Dezember) wird das achttägige Fest Chanukka eingeläutet. Es ist eine Gedenkfeier der Neueinweihung des Tempels 164 v. Chr. Dem Chanukka-Leuchter wird täglich eine Kerze mehr durch die Hilfsleuchte angezündet, bis zum Ende des achttägigen Festes alle acht Lichter brennen. Zur Offenbarung des angehörigen Judentums, wird dieser Chanukka-Leuchter an Fenster oder Türen errichtet.

Purim

Am 14. teilweise auch 15. Adar (Februar / März) wird Purim, als Gedenkfeier der Rettung aus der Bedrohung der Judenverfolgung abgehalten. Das biblische Buch Esther erzählt die Geschichte einer geplanten Judenverfolgung durch den symbolischen Feind Haman, die jedoch abgewehrt werden konnte. Im Gottesdienst wird diese Erzählung vorgetragen und Kinder machen bei der Aufführung des Namen Hamans mit ihren Rasseln Lärm. Heutzutage wird das Fest zu einer Art Karneval neugestaltet, bei dem vor allem Kinder mit ihren Kostümen lebhaft feiern.

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