Fett-ABC: Arachidonsäure - Zwanzig Grad Celsius

Alles für das Fettgewebe: Butter, Margarine, Öle, Schmalz und Talg

Buttersäure macht ranzige Butter anrüchig - Dr. Gerald Albach
Buttersäure macht ranzige Butter anrüchig - Dr. Gerald Albach
Wir lieben den Geschmack von Fetten und Ölen, misslieben aber unser allzu üppiges Depotfett. Essentielle Fettsäuren kann man mit Seefischen und Pflanzenölen aufnehmen.

Tierische Fette können uns Menschen tierisch auf den Nerv gehen, besonders wenn wir trotz Diät den Kopf senken und unsere Füße nicht mehr sehen. Im tierischen Organismus kommen Fette als Depotfett in Fettgeweben vor. Menschliche Wasserratten profitieren durch den Auftrieb der Fettdepots im Wasser. Einige Ernährungs-Experten meinen, die Deutschen seien keine Wasserratten und zu dick und zu fett, andere drücken nochmal beide Fettaugen zu und halten das für eine überfettete Milchmädchenrechnung. Die Fettsäuren der Fette sind wichtige Bestandteile unserer Körperzellen: Einige müssen als essentielle Fettsäuren mit der Nahrung aufgenommen werden, andere stellen wir uns selbst her.

Arachidonsäure

Arachidonsäure ist eine ungesättigte Fettsäure und wurde wie die gesättigte Arachinsäure nach der Erdnuss "Arachis hypogaea" benannt, kommt jedoch im Gegensatz zur Arachinsäure in Pflanzenfetten überhaupt nicht vor. Tiere und Menschen stellen den wichtigen Phospholipid-Bestandteil der Zellmembran selbst her: aus der essentiellen Omega-6-Fettsäure Linolsäure.

Butter

Butter gibt es als Handelsklassen wie "Deutsche Markenbutter" und "Deutsche Molkereibutter", daneben als Handelssorten wie "Mildgesäuerte Butter", "Sauerrahmbutter" und "Süßrahmbutter".

Cholesterin

Cholesterin senkende Margarine gibt es seit der Einführung von "Becel pro aktiv" in Deutschland. Phytosterine können die Cholesterinaufnahme vermindern, sie können aber auch die Vitaminaufnahme behindern. Gesunde Menschen, Schwangere, Stillende und Kinder brauchen cholesterinsenkende Produkte nicht.

Depotfette

Depotfette teilt man in braunes und weißes Fettgewebe ein. Braunes Fettgewebe findet man vor allen bei Jungtieren und Winterschläfern. Bei menschlichen Langschläfern wie Säuglingen ist das braune Fettgewebe überwiegend an Hals und Brust. Beim Erwachsenen kommt fast nur noch weißes Fettgewebe vor; vor allem, wenn man den Kopf senkt und die Füße nicht mehr sieht.

Erwachsene

Erwachsene leiden sehr selten an einem Mangel der beiden essentiellen Omega-Fettsäuren Linolsäure und Alpha-Linolensäure, beide können im Fettgewebe gespeichert werden.

Fischöle

Fischöle der fetten Seefische sind durch den Gehalt der Omega-3-Fettsäuren Docosahexaen-Säure (DHA) und Eicosapentaen-Säure (EPA) sehr wertvoll. Deswegen werden ein bis zwei Seefisch-Mahlzeiten pro Woche mit fetten Seefischen empfohlen.

Griebenschmalz

Griebenschmalz ist Schweineschmalz mit Grieben: Die Grieben sind Reste der ausgebratenen Speckteile aus dem Bauchwandspeck oder Rückenspeck der Schweine.

Hydrierung oder Härtung

Hydrierung oder Härtung von Fetten nennt man die Anlagerung von Wasserstoff an die unvollständig besetzten Kohlenstoffatome der C=C-Doppelbindungen ungesättigter Fettsäuren.

In Deutschland

In Deutschland gibt es bisher keine offizielle Empfehlung für eine Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl-Kapseln.

Jesaja 25, 6

"Und der HERR Zebaoth wird allen Völkern machen auf diesem Berge ein fettes Mahl, ein Mahl von reinem Wein, von Fett, von Mark, von Wein, darin keine Hefe ist."

Kilokalorien

Kilokalorien liefern Fette als Energielieferanten genügend: Ein Gramm Fett entspricht etwa neun Kilokalorien (kcal).

Lipid

Lipid ist der Sammelbegriff für Fette und Öle: Das griechische "lipos" bedeutet "Fett".

Maiskeimöl

Maiskeimöl besteht wie andere reine oder sortenreine pflanzliche Speiseöle zu 100 Prozent aus Maiskeimen.

Nativ, naturbelassen oder naturbedingt

Native, naturbelassene oder naturbedingte Speisefette & Speiseöle werden aus nicht erhitzter Rohware durch Pressen oder durch andere schonende mechanische und physikalische Verfahren gewonnen. Für Olivenöl gelten detaillierte EG-Verordnungen.

Olivenöl

Olivenöl hat durchschnittlich folgende Fettsäureanteile: Arachinsäure 0,6 Prozent, Behensäure 0,2 Prozent bis 0,3 Prozent, Eicosensäure 0,4 Prozent, Heptadecansäure 0,3 Prozent, Heptadecensäure 0,3 Prozent, Lignocerinsäure 0,2 Prozent, Linolsäure 4 bis 21 Prozent, Linolensäure 1 Prozent, Myristinsäure 0,1 Prozent, Ölsäure 55 bis 83 Prozent, Palmitinsäure 8 bis 20 Prozent, Palmitoleinsäure 0,3 bis 4 Prozent, Stearinsäure 0,5 bis 5 Prozent.

Pflanzenfette oder Pflanzenöle

Pflanzenfett oder Pflanzenöle die als rein bezeichnet werden, müssen zu 100 Prozent aus Speisefetten oder Speiseölen pflanzlicher Herkunft bestehen. Pflanzenöle wie das Distelöl, Maiskeimöl und Sonnenblumenöl sind wichtige Lieferanten für Omega-6-Fettsäuren.

Qualität

Qualitäten des Geschmackssinns unserer Zunge sind die Unterscheidung der fünf Geschmacksrichtungen bitter, salzig, sauer, süß und umami. Eine weitere sechste Geschmacksqualität vermittelt vermutlich das Glycoprotein CD36 für Fett: Mäuse in Labormäuseversuchen lieben Linolsäure.

Rindertalg

Rindertalg von besonders hoher Qualität nennt man Premier Jus und ist ein tierisches Fett mit hoher Schmelztemperatur. Schmalz schmilzt dagegen bei niedrigeren Schmelztemperaturen.

Schweineschmalz

Schweineschmalz bekommt Flügel, wenn es zur Konsistenzverbesserung mit einem Anteil von maximal 10 Prozent zu Gänseschmalz gemischt wird: Die Beimischung ist kennzeichnungspflichtig.

Triglyceride oder Triacylglycerine

Triglyceride oder Triacylglycerine werden die Fette oder Neutralfette genannt. Es sind die simpelsten aus Glyerin und Fettsäuren gebildeten Lipide.

Unterschied

Unterschiedliche Fettsäuren bilden die Triglyceride unserer Nahrungsfette: Triglyceride bestehen aus drei Fettsäuren, jeweils eine der drei Fettsäuregruppen ist über eine Esterbindung mit einem einzelnen Glycerinmolekül verbunden.

Vollfettmagarine

Vollfettmagarine enthält zwischen 80 und 90 Prozent Fett, Dreiviertelfettmargarine 60 bis 62 Prozent Fett, Halbfettmargarine 39 bis 41 Prozent Fett.

Wintermilch

Wintermilch und Sommermilch der Kuh unterscheiden sich zum Beispiel durch den Selengehalt in Milch und Butter, die Wiederkäuer käuen im Winter und Sommer anderes Wiederkäuerfutter.

X v. H.

X v. H. können Milchstreichfette an Milchfettgehalten enthalten: zwischen 62 und 80 Prozent, zwischen 41 und 60 Prozent oder weniger als 39 Prozent.

Yak-Milch

Yak-Milch kommt vom Yak "Bos mutus". Die asiatische Rinderart wird mittlerweile auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz gezüchtet wird.

Zwanzig Grad Celsius

Zwanzig Grad Celsius spaltet Speisefett und Speiseöl in zwei Fettgruppen: Speisefette sind bei 20 Grad Celsius fest oder halbfest, Speiseöle dagegen flüssig.

  • Bild-Informationen. Photorealistische Szene erstellt mit "Persistence of Vision Ray-Tracer". Molekülstruktur nach RCSB Protein Data Bank: Kohlenstoff-Atome (schwarz), Sauerstoff-Atome (rot), Wasserstoff-Atome (weiß).
Dr. Gerald Albach, Dr. Gerald Albach

Dr. Gerald Albach - Schreiben macht Spaß: mit Licht und mit Worten! Damit ich weiß, worüber ich schreibe, habe ich als Diplom-Biologe in der ...

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