Fides Becker - Die Künstlerin

Sex, Gewalt und Konsumrausch verarbeitet sie in der Malerei

Der Artikel beschreibt die Kunst von Fides Becker, die sich intensiv mit dem Thema Feminismus auseinandersetzt. Sie visualiert dies auf unterschiedlichste Weise.

Fides Becker, 1962 in Worms geboren, ist bekannt geworden durch ihre ironisch-kritische Auseinandersetzung mit dem Rollenbild der Frau in der Gesellschaft.

Die seit 1996 in Frankfurt am Main lebende Künstlerin persifliert in ihrer Malerei das Bild der Frau im Alltag und in der Öffentlichkeit - eine Kombination von Haushalt und Sex-Appeal - wobei Sexualität ins Absurde abgleitet.

Serie „Perfect Housekeeping“

In ihrer “Perfect Housekeeping“-Werkreihe etwa hat sie weibliche Rollenklischees in der modernen Gesellschaft ironisch und kritisch hinterfragt. Eingebettet in tapetenartige Rapporte von Ornamenten und üppiger Pflanzenvegetation, erfahren groß ins Bild geratene Dinge des alltäglichen Gebrauchs, wie Lebensmittel, Reinigungsmittel und industrielle Haushaltshelfer wie Staubsauger, eine radikale symbolische Aufwertung. Dies Alles malt sie auf großen Bildformaten, in denen Waschlappen oder Flokatifelle wie beim “Combine painting“ appliziert sein können. In ihren präzise konstruierten Arrangements - das Modell ist sie selbst - kommentiert sie die Rollenverteilung der Geschlechter. In der paradiesischen Isolierung mutiert sie selbst zum Ornament.

Schönheitsindustrie und Kommerz

Neben der Selbstinszenierung, durch die sie wiederholt Themen wie Verführung, Sex, Gewalt oder auch Konsumsucht und Schönheitswahn visualisiert, finden sich zunehmend auch Motive wie Puppen, Spielzeuge, Betten oder auch Details weiblicher Körper, die mittels malerischer Strategien inhaltlich aufgeladen werden. Der Interpretationsfreiraum wird dadurch größer, das Bild öffnet sich. Zugleich wird noch deutlicher, dass Fides Becker die feministischen Fragestellungen in ihren Arbeiten nicht isoliert, sondern im Kontext einer größeren Debatte über die Auswirkung der Medialisierung unserer Gesellschaft oder die Dominanz der Schönheitsindustrie und des Kommerzes betrachtet sehen will.

Feminismus in der der Kunst

Der Hauptaspekt ihrer Kunst liegt auf dem Spiel mit feministischer Kultur, der narzisstischen Darstellung des eigenen Körpers in Verbindung mit der traditionellen Malerei. In vielen ihrer Arbeiten greift Fides Becker auf bekannte Bilder vergangener Jahrhunderte zurück. Besonders eindringlich wird dies bei einer vierteiligen Hommage an Eduard Manets "Olympia", das einerseits bereits eine Erinnerung an alte Vorbilder darstellt, anderseits selbst als Skandalbild im 19. Jahrhundert für Aufsehen erregte. Von was die fast nackte Hausfrau träumt, während sie genüsslich eine Praline im Mund zergehen lässt, wird in kleinen Sequenzen im Bild deutlich gemacht: mixen, Eier trennen und kochen.

Thema „Reise“

Seit einigen Jahren widmet sich, die in Frankfurt, Rotterdam und Berlin ausgebildete Malerin, intensiv einem anderen Thema - der Reise. Sie beschäftigt sich mit dem Thema des Reisens sowohl geographisch als auch in der Fantasie. Dabei bedient sie sich kunsthistorischer Vorbilder, insbesondere des Rokoko. Immer wieder finden sich Anlehnungen an diese Epoche höfischen Lebens, der Fêtes galantes von Antoine Watteau und der üppig verzierten Formensprache des 18.Jahrhunderts

Fides Becker entführt den Betrachter in eine Phantasiewelt, in der Prinzessinnen in Luftschlössern und lichten Parkauen wandeln. Mit einer meisterhaften Technik gelingt es ihr, die Scheinwelten zu konstruieren. Es bleibt jedoch nicht bei der Illusion einer scheinbaren Zauberwelt. Die Szenen bestehen aus sorgfältig komponierten Arrangements, wobei die Künstlerin den bestechenden Realismus ihrer Bilder stets zu brechen versteht.

Komplexe Werke mittels Materialmix

Die Werke, deren Faszination durch die Kombination verschiedener Motive, Mustern und zusammengenähten Stoffen entsteht, sind sehr komplex. Insbesondere durch die verfremdet eingesetzte Farbe erhalten ihre Bilder eine individuelle Aura. Figuren, Lüster, Roben, neblige Landschaften hüllt sie in unterschiedliche Rot- und Blautöne und erweckt so Assoziationen an altmeisterliche Rötelzeichnungen sowie an die Porzellanmalerei.

Bekannt geworden ist die in Frankfurt am Main lebende Künstlerin durch ihre ironisch-kritische Auseinandersetzung mit dem Rollenbild der Frau in der modernen Gesellschaft. Bekannt geworden ist die in Frankfurt am Main lebende Künstlerin durch ihre ironisch-kritische Auseinandersetzung mit dem Roll Seit einigen Jahren beschäftigt sich die in Frankfurt, Rotterdam und Berlin ausgebildete Malerin intensiv mit dem Thema des Reisens – sowohl geografisch als auch in der Fantasie. Dabei zitiert und interpretiert sie souverän und