Fifa-Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland

Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland - Bernd Teuber
Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland - Bernd Teuber
Holten die Fußballerinnen des DFB-Teams wieder den WM-Titel?

Die Endrunde der 6. Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen fand vom 26. Juni bis zum 17 Juli 2011 in Deutschland statt. Millionen Menschen in der ganzen Welt fieberten mit "ihrer" Mannschaft um jedes Tor und jeden Punkt. Es war übrigens das erste Mal, dass eine Frauen-WM auf deutschem Boden stattfand. Und auch für die Spielerinnen der DFB-Auswahl mit ihrer Bundestrainerin Silvia Neid dürfte es der Höhepunkt ihrer Karriere gewesen sein, als sie das Turnier vor heimischer Kulisse bestritten.

Neu bei einer Frauen-WM war der Verzicht auf die sogenannten Doubleheader. Es wurden also keine zwei Spiele an einem Tag im gleichen Stadion gezeigt. Das Organisationskomitee versprach sich davon eine Aufwertung der einzelnen Partien.

Frauenfußball live und im Fernsehen

Mehr als 74.000 Menschen passen in das Berliner Olympiastadion, und es war ausverkauf, als die deutschen Frauenfußballerinnen am 26. Juni ihr Eröffnungsspiel gegen Kanada absolvierten. Zu den weiteren Austragungsstädten gehörten Augsburg, Dresden, Bochum, Leverkusen, Frankfurt/M., Mönchengladbach, Sinsheim und Wolfsburg.

Auch im Fernsehen drehte sich in den vier Wochen alles um das runde Leder. Die öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten ARD und ZDF übertrugen 28 der 32 Turnierspiele live. Die übrigen vier wurden bei Eins Festival und ZDF Iinfo gezeigt. Der Sender Eurosport übertrug ebenfalls alle Begegnungen live.

Umfangreiches Rahmenprogramm rund um die Frauen-WM

Außerdem wurde rund um die Frauen-WM ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten. In Augsburg zelebrierten Videojockeys das Tanzspektakel "90-Minuten-Rave". Die Poetry-Tour "Slam the WM!" brachte den Frauenfußball in die Clubs und Bars. Mönchengladbach veranstaltete einen Wettbewerb zur künstlerischen Gestaltung einer Hausfassade, die sich gegenüber dem Geburtshaus von Günter Netzer befand.

Ergänzend dazu gab es auch einige überregionale Projekte, die sich mit der Geschichte des Frauenfußballs auseinandersetzten, wie das Fußballfilmfestival "11 mm", die multimediale Ausstellung "Pionierinnen des deutschen Frauenfußballs", das Turnier Discover Football und das Bühnenprogramm "Gegnerinnen-Aufklärung" der Heinrich-Böll-Stiftung. Bildende Künstler hatten sich ebenfalls mit dem Thema Frauenfußball befasst. In Dresden und Berlin wurden Ausstellungen gezeigt. Fußballskulpturen und Flaggen-Installationen gab es in Leverkusen, Frankfurt/M., und Sinsheim zu sehen.

Frauen sind erfolgreicher als ihre männlichen Kollegen

In zwei bis drei Wochen müssen die Mannschaften bei der WM jeden zweiten oder dritten Tag ein Spiel absolvieren. Zuerst sind es 16 Mannschaften, die sich in der Vorrunde qualifizieren. Davon bleiben 8, dann 4, die unter sich die beiden Teilnehmer am Endspiel ausmachen. Zum ersten Mal schaffte die deutsche Frauen-Nationalmannschaft 2003 den Sieg bei der Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten von Amerika. der Zweite folgte 2007 in der Volksrepublik China. Außerdem wurden sie 1989, 1991, 1995, 1997, 2001, 2005 und 2009 Europameister. Mit dieser Bilanz sind sie weitaus erfolgreicher als ihre männlichen Kollegen (zum Vergleich: DFB-Männer Weltmeister 1954, 1974 und 1990, Europameister 1972, 1980, 1996). Es sprach also viel dafür, dass die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft auch in diesem Jahr wieder Weltmeister werden würde.

Doch das Schicksal meinte es diesmal anders. Die Mannschaft wurde mit drei Siegen zwar Gruppensieger, konnte dabei allerdings nur im Spiel gegen Frankreich überzeugen. Nach 15 Spielen ohne Niederlage bei Weltmeisterschaften ging Deutschland diesmal im Viertelfinale gegen Japan als Verlierer vom Platz. Durch einen Sieg im Elfmeterschießen gegen die USA sicherte sich die japanische Mannschaft schließlich ihren ersten WM-Titelgewinn.

Quellen:

  • www.dfb.de (Website des Deutschen Fußball-Bundes)
  • Ronny Galczynski: "Frauenfußball von A-Z", Humboldt Verlag 2010, ISBN 978-3-86910-169-0