Der Sportjounalist Thomas Kistner ist Redakteur der Süddeutschen Zeitung und wurde für seine journalistische Arbeit bereits mehrfach ausgezeichnet. Er engagiert sich gegen die organisierte Kriminalität im Sportbereich und hat besonders die Fifa im Fokus. Am 2. Mai 2012 erschien im Droemer Knaur Verlag sein hochbrisantes Buch "Fifa Mafia - die schmutzigen Geschäfte mit dem Weltfußball", in dem der Autor das Verhalten der Fifa und seines Präsidenten Sepp Blatter kritisch unter die Lupe nimmt.

Die unbekannte Seite des Fußballs

Fußball ist ein Sport, für den sich Millionen Menschen begeistern. Für diese sportbegeisterten Fans steht Spaß am Spiel an erster Stelle. Der Präsident der Fifa, Sepp Blatter, hingegen sieht den Fußball als reine Einnahmequelle und als Mittel zur Macht. Und ihm zur Seite stehen eine Menge Unterstützer im Hintergrund. Sepp Blatter hat es geschafft, dass viele Menschen aus Politik, Werbung und dem Sport in seine Abhängigkeit gerieten. Seine Organisation ist weltweit sehr gut vernetzt und nur er als Präsident hat dort die alleinige Entscheidungsgewalt. Unter Insidern steht der Name Sepp Blatter für Korruption. So stellt die Fifa bei internationalen Begegnungen ihre eigenen Bedingungen auf. Dazu gehört unter anderem die Freistellung der Teilnehmer von jeder Einreisekontrolle. Das öffnet natürlich den uneingeschränkten Umtausch fremder Währungen in begehrte Währungen, wie zum Beispiel den Euro oder Schweizer Franken. Da liegt der Verdacht auf Geldwäsche natürlich sehr nah.

Einfluss auf Politik und Wirtschaft

Bezeichnend für die Methoden der Fifa und ihres Präsidenten sind die Einflussnahme auch außerhalb des Fußball-Sports. Als im Dezember 2011 die WM-Auslosung stattfand, sollte das Turnier eigentlich im klimatisch völlig ungeeigneten Wüstenstaat Katar ausgetragen werden. Da liegt die Vermutung nahe, dass für diese Entscheidung Gelder in die Kassen der Fifa-Verantwortlichen geflossen sind. Thomas Kistner beschreibt, dass der Sport ein autonomer Bereich ist, der rechtlich für sich allein verantwortlich ist. Das öffnet den korrupten Sportfunktionären Tür und Tor.

Fazit

Thomas Kistners Enthüllungsbuch "Fifa Mafia - die schmutzigen Geschäfte mit dem Weltfußball" zeigt deutlich, dass es auch im Sport eigentlich nur um Geld und Macht geht. Nicht ohne Grund hat der Verband Fifa seinen Sitz in der Schweiz - dort wo die Steuergesetze anderer Länder keinen Einfluss haben. Seit fast 20 Jahren beschäftigt sich der Autor mit den Machenschaften der Fifa- er verfügt daher über fundierte Kenntnisse der mafiösen Strukturen des Fußballverbandes. Ein Sachbuch, dass durchaus mit den spannendsten Krimis mithalten kann. Nur besteht hier ein großer Unterschied: es beruht alles auf belegten Tatsachen! Für jeden Fußball-Fan ein absolutes Muss!

Fifa Mafia - die schmutzigen Geschäfte mit dem Weltfußball" von Thomas Kistner, erschienen am 2. Mai 2012 im Droemer Knaur Verlag, gebunden, 432 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-426-27586-3

Bildnachweis: copyright Droemer Knaur Verlag

Die Autorin bedankt sich beim Droemer Knaur Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.