Film-Diva Elizabeth Taylor ist tot

Elzabeth Taylor - Jason Johnson
Elzabeth Taylor - Jason Johnson
Sie galt in den 60er Jahren als schönste Frau der Welt. Jetzt starb die Schauspielerin Elizabeth Taylor am 23. März in Los Angeles. Sie wurde 79 Jahre alt.

Für Elizabeth Taylor war der Film das Leben und das Leben der Film. Liebe, Haß, Leidenschaft, bis zur Selbstzerstörung - alles Emotionale lebte sie im Film wie im Leben aus. Am heftigsten und intensivsten mit ihrem Lebens- und Filmpartner Richard Burton, den sie gleich zweimal heiratete.

Elizabeth Taylor war schon als Kind ein Star

Geboren am 27. Februar 1932 als Elizabeth Rosemond Taylor in Hampstead/London, verbrachte sie ihre Kindheit in London und Beverly Hills. Mit 10 Jahren betrat Elizabeth Taylor schon die Film-Studios und spielte in Lassie-Filmen mit, zum Beispiel "Lassie - Held auf vier Pfoten" oder "Heimweh", dann in damals typischen Teenager-Dramen wie "Kleines Mädchen, großes Herz", "Wirbel um Jo", "Kleine, tapfere Jo" und "Cynthia". Schauspiel-Unterricht hat das scheue Mädchen übrigens nie genommen.

Vom scheuen Teenager zur Diva Elizabeth Taylor

Ihre makellose Schönheit mit stahlblauen Augen und schwarzen Haaren begeisterten die Studiobosse und natürlich auch die Presse. Mehrmals zierte Elizabeth Taylor die Titelseite des Life-Magazins und wurde zu einem frühen Sex-Symbol - die schönste Frau der Welt, wie es immer wieder hieß. Vertreter der damaligen männlichen Top-Riege der Schauspieler wurden zu ihren Film-Partnern und nicht nur das. Ihr erster künstlerischer Erfolg gelang mit "Ein Platz an der Sonne" mit Montgomery Clift. Regie führte George Stevens. Clift war einer ihrer schauspielerischen Lehrmeister. Weitere Partner waren Marlon Brando, Paul Newman, Rock Hudson und James Dean. Die letzten beiden agierten mit der Taylor in "Giganten". Dean hat die Premiere nicht mehr erlebt, er starb im Produktionsjahr 1955 bei einem Autounfall. An der Seite von Paul Newman spielte Elizabeth Taylor in der Tennessee-Williams-Verfilmung "Die Katze auf dem heißen Blechdach".

Anfang der 60er Jahre erfolgte der internationale Durchbruch für die Schauspielerin mit "Telefon Butterfield 8", der auch gleich mit ihrem ersten Oscar belohnt wurde. Die Charakterdarstellerin Elizabeth Taylor war geboren.

"Cleopatra": Dann kam Richard Burton

Bei den Dreharbeiten zu "Cleopatra" im Jahr 1963 lernte die Atrice Richard Burton kennen, der in dem Streifen Marc Anton verkörperte. Von da an veränderte sich ihr Leben schlagartig. Der renommierte Shakespeare-Darsteller aus Wales wurde ihre große Liebe, die sie 1964 heiratete. Ein weiterer großer Lehrmeister - den die Taylor aber bald an die Wand spielen sollte. In "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" bekamen beide eine Oscar-Nominierung - Elizabeth Taylor aber ihren zweiten Oscar. Ihr Triumph soll bei Burton Depressionen ausgelöst haben, ebenso wie ihre Gagenforderungen bei den Filmproduzenten Kopfschmerzen. Unter 2 Millionen Dollar wollte die Diva gar nicht mehr antreten.

"Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" spiegelte das Psychogramm des berühmten Ehepaares wieder. Ein Auf und Ab der Gefühle, Liebe-Haß, Selbstmitleid, Neid, Angst, bis zur Selbstzerfleischung und bis zur Volltrunkenheit. Beide sollen um die Wette gesoffen haben, bis zum Geht-nicht-mehr - vornehmlich Whiskey. Das Leben war für Taylor und Burton der Filmset und umgekehrt, stürmisch und skandalträchtig. Das war den beiden irgendwann egal. Das Tauziehen der Seelen führte zur Scheidung. 1974 trennten sie sich, um ein Jahr später wieder zu heiraten. Elizabeth Taylor und Richard Burton konnten nicht miteinander und nicht ohne einander, versuchten aneinander irgendwie festzuhalten, was letzten Endes doch scheiterte. 1976 trennten sie sich endgültig.

Elizabeth Taylor hatte insgesamt sieben Ehemänner

Die Diva heiratete insgesamt achtmal. Weitere Ehemänner waren Hotelier Conrad Hilton, die Schauspieler Michael Wilding und Eddie Fischer, Filmproduzent Michael Todd, Senator John Werner und zuletzt der Bauarbeiter Larry Fortensky. 1995 war diese Ehe auch vorbei.

Die Alkoholprobleme von Elizabeth Taylor waren es dagegen nicht. Die begnadete Schauspielerin kam mit ihrem Ruhm nicht zurecht. Diverse Entziehungskuren folgten. In ihren letzten Jahren erkrankte sie an Hautkrebs, kämpfte mit einem Hirntumor und war an den Rollstuhl gefesselt.

Trotz Krankheiten ließ sich Elizabeth Taylor nicht unterkriegen

Elizabeth Taylor ließ sich trotz aller Widrigkeiten nicht unterkriegen. Sie engagierte sich mit Fundraising-Aktivitäten für die AIDS-Aufklärung und wurde deshalb mit dem Ehren-Oscar für humanitäre Verdienste ausgezeichnet. 1999 erhob die Queen Elizabeth Taylor in den Adelsstand. Von da an war sie Dame Commander des Britischen Empire.

Das American Filminstitute setzte die Diva auf Platz 7 der 25 größten weiblichen Stars der US-Geschichte. Sie drehte über 50 Filme. Über nachfolgende junge Filmstars meinte sie einmal: "Alles nur Hühnchen."

Elizabeth Taylor - zuletzt vereinsamt - starb an einem Herzfehler. Ihre vier Kinder, darunter eine Adoptivtochter, waren bei ihr.

Heinz-Jürgen Rippert, Blende11, Hamburg

Heinz-Jürgen Rippert - Jahrgang 1954, absolvierte ich den zweiten Bildungsweg bis zum Abitur in Braunschweig. Davor fuhr ich zwei Jahre als Marinesoldat zur ...

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