
- Neugieriger Weißer Hai - Marco Schlüter, Pixelio
Die Spannung war in beiden Fällen nur mittelmäßig, zumal die Handlung sowohl im Film „Raging Sharks“ als auch bei „Shark Attack 3: Megalodon“ eher vorhersehbar war. Gleichzeitig waren Parallelen zum Film-Klassiker „Der Weiße Hai“ („Jaws“) aus dem Jahr 1974 teilweise unübersehbar, insbesondere, was den Schluss von „Shark Attack 3“ betrifft. Wie im Film „Jaws“ wurde der Megalodon auch in „Shark Attack 3“ in die Luft gesprengt.
Schlechte Tricktechnik insbesondere bei „Shark Attack 3 – Megalodon“
Abgesehen davon, dass solche Filme dem Zuschauer glauben machen wollen, dass der Carcharodon Megalodon, der Vorläufer des heutigen Weißen Hais, bis in unsere heutige Zeit überlebt hat und dementsprechend eine genauso große Bedrohung darstellt wie andere Haiarten – insbesondere der Weiße Hai – war auch die Tricktechnik bei „Shark Attack 3“ einfach nur grottenschlecht und durchschaubar. Lebende Weiße Haie wurden im Meer gefilmt und mittels Computer-Animation künstlich vergrößert, sodass die bis zu sieben Meter langen Raubfische noch größer wirken sollten, als sie ohnehin schon sind. Die Szene, in der der vermeintliche Megalodon in Gestalt eines computervergrößerten Weißen Hais einen Anti-Hai-Sack inklusive Insassen mit einem Happs herunter schlingt, zeigte deutlich, wie schlecht die Vergrößerung eines lebenden Weißen Hais gemacht war, der in Wirklichkeit lediglich mit geöffnetem Maul auf ein Boot zu schwamm.
Auch die Szene im Film „Raging Sharks“, in der ein Weißer Hai einen Taucher angreift und verspeist, überzeugte nicht wirklich. Es war deutlich zu erkennen, dass die Szene mit einem echten Hai gedreht wurde und dieser sich nicht in einen Taucher, sondern in einen blutigen Köder verbissen hatte. Auch die Hai-Modelle, die teilweise zum Einsatz kamen, wirkten sehr künstlich. Selbst „Bruce“, also die Hai-Attrappen, die im Klassiker „Jaws“ verwendet wurden, wirkten weitaus lebensechter als die Hai-Modelle in „Raging Sharks“. Ebenso unecht wirkte die an sich charakteristische Dreiecksflosse des Weißen Hais, die lediglich zu sehen ist, wenn das Tier nahe unter der Oberfläche schwimmt. Die Rückenflosse war viel zu schmal und spitz geraten.
Unfreiwillig komischer Einstieg bei „Raging Sharks“
In der Eingangssequenz von „Raging Sharks“ werden Außerirdische gezeigt, die in ihrem Raumschiff fröhlich und ebenso unverständlich vor sich hin brabbeln – bis ihr Raumschiff nahe des Planeten Mars mit einem anderen Raumschiff kollidiert und somit beide Flugkörper explodieren. Natürlich knallt die Kapsel des einen Raumschiffes auf ein Fischerboot im Ozean, sodass es auch dort einige Tote gibt. Gleichzeitig befindet sich in der Kapsel ein roter, leuchtender Klumpen, der offensichtlich dafür sorgt, dass sich Weiße Haie, die normalerweise eher Einzelgänger sind und nicht im Rudel jagen, zu großen Gruppen zusammenschließen und alles attackieren, was ihnen vors Maul kommt – insbesondere die Crew der Unterwasserforschungsstation Oshona. Auch hier werden Parallelen zu „Jaws“ deutlich, denn insbesondere im dritten Teil wurden Taucher bei Reparaturarbeiten vom Weißen Hai angegriffen.
Weiterer Kritikpunkt an „Raging Sharks“ und „Shark Attack 3“: Das schlechte Image der Haie
Insbesondere seit „Jaws“ wurde die Angst vor Haien, speziell dem Weißen Hai, noch mehr gefördert und wird zusätzlich noch durch entsprechende Medienberichte nach Hai-Angriffen an beliebten Badestränden überall auf der Welt geschürt. Auch „Raging Sharks“ und „Shark Attack 3“ zeigten die Weißen Haie abermals als gewissenlose, blutrünstige Killer, die ständig Jagd auf Menschenfleisch machen – ein Klischee, gegen das Haiforscher und Haischützer seit Jahrzehnten mehr oder weniger erfolgreich ankämpfen. Wie auch in der einschlägigen Literatur nachzulesen ist, verzehren Weiße Haie sehr selten ihr menschliches Opfer – man könnte sie eher Menschenbeißer als Menschenfresser nennen (vgl. u. a. Mark Carwadine: Haie). Durch solche reißerischen Filme wie „Raging Sharks“ oder „Shark Attack 3“ werden jedenfalls die negativen Vorurteile gegenüber Weißen Haien wieder neu entfacht.
Selbst Peter Benchley, der mit seinem gleichnamigen Roman die Vorlage für „Jaws“ lieferte, bedauert bis heute trotz des kommerziellen Erfolgs seines Werkes, welche Konsequenzen sein Buch und der daraus resultierende Spielfilm für die Haie hatten. Er sagt, dass er mit seinem heutigen Wissen über die Tiere nie wieder den gleichen Roman schreiben könnte und setzt sich seit vielen Jahren aktiv für den Schutz der Haifische ein.
Hat Megalodon überlebt? Eine gern aufgegriffene Frage in Spielfilmen
Der Carcharodon Megalodon ist seit etwa 11.000 Jahren ausgestorben und bis dato ist es noch keinem Wissenschaftler gelungen, nachzuweisen, dass der riesige Raubfisch aus der Urzeit bis heute überlebt hat. Nach Augenzeugenberichten sollen auch schon Weiße Haie mit einer Größe von über elf Metern durch die Ozeane geschwommen sein, doch diese Berichte haben sich bis dato immer als Übertreibung oder Verwechslungen mit dem harmlosen Riesenhai herausgestellt, bei dem es sich um einen friedfertigen Planktonfiltrierer handelt.
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Bildnachweis:
Neugieriger Weißer Hai bei Ozeansafari: (c) Marco Schlüter, Pixelio
Weißer Hai_Modell: (c) wrw, Pixelio
Sandtigerhai: (c) Ulla Trampert, Pixelio
