
- Der Lepard von Locarno - Filmfestival
Die ganz große Klasse ihrer Eltern hat sie noch nicht erreicht, aber sie ist ja auch erst 36 Jahre jung. Indessen: Chiara Mastroianni, Spross einer Liebesgeschichte zwischen Catherine Deneuve und Marcello Mastroianni, Halbschwester auch von Christian Vadim, hat am ersten Augustwochenende beim Filmfestival in Locarno einen begehrten Preis, den „Excellence Award“, erhalten. Und so hat sie sich nach der Preisverleihung am Samstagvormittag einem begeisterten Publikum im Forum zu Locarno in einer Art „öffentlichen Interview“ strahlend präsentieren können.
Chiara Mastroianni: Die Muse einer ganzen Generation
Mit dem „Excellence Award“ ehrt das Tessiner Filmfestival jährlich herausragende internationale Darsteller und Darstellerinnen. Unter den in den vergangenen Jahren Ausgezeichneten befinden sich beispielsweise Susan Saradon, John Malkowich, Willem Dafoe oder Michel Piccoli. „Chiara Mastroianni gehört zweifellos zu den talentiertesten Schauspielerinnen ihrer Generation“, kommentierte der künstlerische Leiter des Festivals, Olivier Père, die Entscheidung der Jury. Und weiter: „Talent und Schönheit, die ihr in die Wiege gelegt worden sind, weiß und wusste sie meisterhaft zu nutzen“. Davon zeuge „eine namhafte Filmografie“; sie sei „zur Muse einer ganzen Generation junger französischer Autoren geworden“.
Eine italienische und französische Karriere
So gab es in diesen Festival-Tagen am Lago Maggiore nicht wenige, die der Meinung waren, Chiara Mastroianni sei nicht nur in die Fußstapfen ihrer Eltern getreten, sondern habe inzwischen auch aus deren Schatten heraus gefunden. Seit 15 Jahren ist sie als Schauspielerin erfolgreich. Dabei hat sie mit einigen Meistern des zeitgenössischen Films gearbeitet; so mit Robert Altmann, Raùl Ruiz, André Téchiné oder Manoel de Loiveira. Ihm hatte sie in „La Lettre“ ihre erste große Rolle zu verdanken. Sie ist auch eine der Hauptdarstellerinnen in dem französischen Film „Homme au Bain“, der am Wettbewerb teilnimmt. Insgesamt – dass Chiara Mastroianni zweisprachig aufgewachsen ist, hat sich in ihrer Karriere bestens ausgezahlt.
Die Nebenrolle in „Hundert und eine Nacht“ fiel dem Schnitt zum Opfer
Chiara stand mit 21 Jahren an der Seite ihrer Mutter erstmals vor der Filmkamera, in André Téchinés Familiendrama „Meine liebste Jahreszeit“. Für dieses Filmdebüt wurde sie 1994 für einen César als beste Nachwuchsdarstellerin nominiert, musste sich jedoch Valeria Bruni Tedeschi – der Schwester der Ehefrau des französischen Staatspräsidenten – geschlagen geben. Aber auch mit dem Vater hat sie zusammen gespielt, beispielsweise in der US-Komödie „Prêt-à-Porter“, an der Seite von Sophia Loren und Julia Roberts. Mit beiden Eltern zusammen in einem Streifen – das war ihr Traum. Der verwirklichte sich in „Hundert und eine Nacht“. Hier hatte sie eine Nebenrolle, die aber anschließend dem Schnitt zum Opfer fiel.
Chiara Mastroianni hat einen inzwischen 14 Jahre alten Sohn aus einer Verbindung mit Pierre Torreton. Von 2002 bis 2005 war war sie mit dem französischen Sänger Benjamin Biolay verheiratet. Aus dieser Ehe stammt eine Tochter.
