
- Locarno und der Leopard - Filmfestival
Die 63. internationalen Filmfestspiele von Locarno sind am Abend des 14. August 2010 zu Ende gegangen; und Publikum wie Kritik waren des Lobes voll. Das bestärkt den neuen jungen künstlerischen Direktor, Olivier Père, in seinen Vorstellungen, Locarno am Lago Maggiore ganzjährig zu einer Stadt des Films zu machen. Er will nicht nur Jungregisseure, sondern auch die Filmindustrie über das alljährlich veranstaltete Festival hinaus an die Stadt binden.
Goldener Leopard für chinesischen Film "Han Jia" (Winterreise)
Das jetzt zu Ende gegangene Festival endete mit einem chinesischen Triumph: Den Goldenen Leoparden im Internationalen Wettbewerb gewann "Han Jia" (Winterreise) des Regisseurs LI Honqi.
Die weiteren Preisträger bei den 63. internationalen Filmfestspielen von Locarno
Silberner Leopard für den zweitbesten internationalen Film: "Morgen" von Marian Crisan (Frankreich/Rumänien/Ungarn).
Leopard für die beste Regie: Denis Côté für "Curling" (Kanada)
Leopard für die beste Schauspielerin: Jasna Durici für "Beli Beli Svet" (White White World) (Serbien/Deutschland/Schweden).
Leopard für den besten Schauspieler: Emmanuel Bilodeau für "Curling" (Kanada)
Den Leoparden für den besten Erstlingsfilm gewann "Foreign Parts" von Verena Paravel und JP Sniadecki (USA/Frankreich). In dieser Kategorie fand „Ivory Tower“ von Adam Traynor (Kanada/Frankreich) "besondere Erwähnung".
Den Publikumspreis für den besten Film, der auf der Piazza Grande gezeigt wurde, erhielt der Streifen "The Human Ressources Manager" von Erik Riklis (Israel/Deutschland/Frankreich).
"Locarno Summer Academy": Pilotprojekt für junge Filmemacher
Bei den Organisatoren des Festivals wächst nach den erfolgreichen Filmtagen die Hoffnung, dass mit gezielter Nachwuchsförderung Locarno über das Festival hinaus stärker ins Blickfeld des Filmschaffens rücken könnte. Ein Anfang wird jetzt gemacht mit dem Pilotprojekt "Locarno Summer Academy". Diese Initiative soll junge Filmemacher nach Locarno holen, um ihnen hier die Chance zu geben, mit renommierten Regisseuren und Fachvertretern in intensiven Kontakt zu kommen. Das ist auch ein besonderes Anliegen des Festival-Direktors, der schon in der Konzeption des 63. Filmfestivals von Locarno den Akzent auf die Präsentation der jüngeren Generation gelegt und damit zugleich der Verzettelung entgegengewirkt hat.
Ein "Haus des Films" am Lago Maggiore
Viel verspricht man sich im Tessin nun auch von den Plänen, eine "Casa del Cinema", ein Haus des Filmes, einzurichten. Der Kanton Tessin hat zum Start bereits einen Kredit von 77.000 Schweizer Franken bereitgestellt. Kino- und Veranstaltungsräume sollen in dieser "Casa del Cinema" entstehen; ein weiterer Schritt, in Locarno ganzjährig dem Film zu huldigen, Projekte zu entwickeln und Nachwuchs zu fördern. Dazu soll auch eine Art wirtschaftliches Standbein kommen; schließlich kann auch der talentierteste Filmemacher nur leben, wenn sein Werk finanziell gestützt und gut vermarktet wird. Ein Anfang wird gemacht mit "Industry Days", einem Treffpunkt der Filmindustrie. Insgesamt will Locarno künftig filmisches Schaffen in all seinen Spielarten bündeln. Festivaldirektor Olivier Père ist ein dynamischer Antreiber.
