Mit Machete kommt der gleichnamige Film zum Fake-Trailer heraus. Und dieser ist ein klassischer Rodriguez geworden.
Machete – Vom Trailer zum Film
Die Produktionsgeschichte von Machete ist schon außergewöhnlich. Zunächst war der Film nur eine Idee im Kopf von Regisseur Roberto Rodriguez und Schauspieler Danny Trejo. Später erschien aber im Rahmen des filmischen Doppelpack Death Proof und Planet Terror ein Fake-Trailer zu Machete. Dieser Trailer gefiel sowohl Rodriguez als auch Trejo und dem Publikum sowieso. Ein dazugehöriger Film musste also her. 2010 war es dann soweit. Regisseur Rodriguez und Hauptdarsteller Trejo brachten Machete in die Kinos. Die Frage war natürlich, ob man um den Trailer herum eine spannende und funktionierende Handlung aufbauen konnte? Nein, das haben die beiden keineswegs geschafft. Dies war aber auch nicht das vordergründige Ziel. Machete sollte ein brutaler, schwarzhumoriger Film im Sinne der 80er Jahre werden. Dieses Vorhaben ist zweifelsohne gelungen. Auch wenn sich besonders Rodriguez deutlich zu viel vorgenommen hat.
Machete (Danny Trejo) war einmal der härteste Polizist von Mexiko. Seit er aber bei einem Auftrag hintergangen wurde, lebt er in den USA. Hier fristet er ein tristes Dasein als illegaler Einwanderer und schlägt sich mit Gelegenheitsarbeiten durch. Eines Tages kommt der aalglatte Geschäftsmann Booth (Jeff Fahey) zu Machete. Der Mexikaner soll den extrem rechten Politiker McLaughlin (Robert DeNiro) töten. Machete willigt ein, muss aber feststellen, dass Booth nicht ganz mit offenen Karten spielt.
Machete – Prominenz in jeder Rolle
Bei Machete fällt besonders der extrem verrückte Cast auf. Danny Trejo spielt die Hauptrolle und bekommt es im Film unter anderem mit Jessica Alba, Michelle Rodriguez, Lindsay Lohan und Robert De Niro zu tun. Auch Schauspieler aus Roberto Rodriguez’ vorherigen Filmen wie Jeff Fahey, Tom Savini oder Cheech Marin spielen mit. Dazu gesellen sich außerdem die Altstars Don Johnson und Steven Seagal. Zweifelsohne ist Machete gut besetzt. Aus der prominenten Besetzung ergeben sich aber auch einige Schwierigkeiten. Jeder Star braucht natürlich genug Leinwandzeit und einen skurrilen Auftritt. Bei Robert De Niro oder Jessica Alba funktioniert das auch recht gut. Sowohl De Niro als rechter Politiker als auch Alba als Agentin der Einwanderungsbehörde haben wunderbare und überzeugende Auftritte. Auch Michelle Rodriguez, Jeff Fahey oder Don Johnson wissen mit ihren einfachen Figuren viel anzufangen und spielen herrlich überzogen. Bei Lindsay Lohan und Tom Savini verhält sich die Sache leider anders. Besonders Lohans Figur ist überflüssig und bremst die Handlung aus. Savini ist als Auftragskiller zwar eine gute Besetzung, aber seine Figur hat einfach nicht genug Auftritte. Stevens Seagal spielt zwar sehr selbstironisch, aber auch hier mangelt es an Leinwandzeit, um wirklich überzeugen. Alle Figuren haben aber gemein, dass sie nur Träger für die Filmsstars sind. Eigentlich bräuchten sie nicht mal einen Namen.
Eine Wucht ist jedoch Danny Trejo. Sein Machete ist zwar keine anspruchsvolle Figur, aber der amerikanisch-mexikanische Schauspieler spielt sie mit einer ungemeinen Coolness und besonders seine trockenen Einzeiler sorgen für Lacher.
Machete – ein abgefahrenes Actionsspektakel
Machete will keine schlüssige Handlung oder tiefgründige Charaktere präsentieren. Der Film will ein abgefahrenes Actionspektakel sein. Dies muss dem Zuschauer von vornherein klar sein. Roberto Rodriguez ist dabei der richtige Mann hinter der Kamera. Er bewies bereits mit From Dusk Till Dawn oder Planet Terror, dass er dieses Filmgenre bestens versteht. Auch bei Machete finden sich abgedrehte und vor allem brutale Kampfszenen. Die Eingangssequenz, in der Machete ein ganzes Haus voller Bösewichte zerschlägt, gibt die Marschrichtung vor. Brutal, überzogen, aber auch saukomisch. Dabei ist Machete nichts für zarte Gemüter. Der Titelheld verwendet auch schon mal einen Dickdarm als Seil oder einen Rasenmäher als Waffe. Die Brutalität ist aber auch ein großes Plus. Hier wird nicht mit einem Auge auf die Alterfreigabe geschaut. Stattdessen toben sich Regisseur und Hauptdarsteller richtig aus. Die Geschichte um die Szenen herum ist dabei sekundär. Die Racheidee ist ein aufgewärmtes Thema und auch die vielen Figuren sorgen nicht für einen Handlungsfluss. Auch die einzelnen Episoden, wie der Plot um die illegalen Einwanderer oder der um den extrem rechten Politiker, dienen mehr zu Figurenzeichnen als für die Handlung.
Fazit – Erwartungen erfüllt
Bei Machete weiß der Zuschauer, was er bekommt. Der Film strotzt vor wahnwitziger Action und skurrilen Ideen. Rodriguez inszeniert dabei ohne einen Funken Ernsthaftigkeit und mit viel Witz. Nur die vielen Figuren beziehungsweise die einzelnen Stars stören den Filmfluss deutlich und trüben den Spaß. Auch eine ausgereifte Handlung sucht man bei Machete vergebens. Dennoch fügt sich der Film nahtlos in die Vita von Rodriguez ein, obwohl Machete nicht sein Glanzstück geworden ist.
6/10
