Paranormal Activity 2 ist die logische Fortsetzung zum Überraschungshit und kommt mit unfassbar wenig Ideen daher.
Paranormal Activity 2 – alles, was man an Fortsetzungen nicht mag
Über Sinn und Unsinn von Fortsetzungen von Filmen wurde schon viel geschrieben und endlos diskutiert. Generell haftet Fortsetzungen aber das Prädikat der reinen Profitgier an. Selten findet man einen zweiten oder dritten Teil, der einstimmig von Fans und Kritikern angenommen wird. Nach Terminator 2, Der Pate 2 oder Aliens – Die Rückkehr hört die Einstimmigkeit meist auf. Da sich im 21. Jahrhundert ein Trend zu weniger Risiko bei den Filmemachern bemerkbar macht, kommt eine wahre Flut von Fortsetzungen in die Kinos. Mit mehr oder weniger qualitativen Erfolg. Im Falle von Paranormal Activity 2 ist es eindeutig weniger.
Die Handlung von Paranormal Activity 2
Daniel (Brian Boland) lebt zusammen mit Tochter Ali(Molly Ephraim) und Ehefrau Kristi (Sprague Grayden) ein glückliches Leben. Erst vor kurzem wurde die Familie um Sohn Hunter erweitert und das Glück könnte kaum perfekter sein. Kristis Schwester Katie (Katie Featherston) bemerkt aber, dass im Haus böse Energien sind. Daniel schenkt ihr keinen Glauben, aber schon bald zeichnen die Überwachungskameras merkwürdige Ereignisse auf.
Paranormal Activity 2 – das Gleiche in grün
Eigentlich kann man bei Paranormal Activity 2 kaum von einer Fortsetzung sprechen. Dies liegt nicht daran, dass der Film eher ein Prequel zu Paranormal Activity ist, sondern daran, dass man das etablierte Konzept einfach aufwärmt. Dies fängt bereits mit dem Handlungsaufbau an. Mit nur minimalen Abweichungen wird die Geschichte des Vorgängers einfach erneut erzählt. Sogar die Protagonisten haben dieselben Eigenschaften wie die aus Paranormal Activity. Daniel übernimmt den Part des Zweiflers und Technikfreak, den vorher bei Micah lag. Die Figur von Katie, aus dem ersten Teil, wird auf die Tochter und Frau von Daniel aufgeteilt. Bei den Figuren finden sich somit kaum neue Nuancen oder irgendwelche interessante Eigenschaften.
Es geht aber noch schlimmer. Denn Paranormal Activity 2 verwendet auch die gleichen Schockmomente wie der erste Teil. Zufallende Türen, sich von selbst bewegende Objekte oder Menschen, die von einer unsichtbaren Kraft mitgerissen werden, dominieren auch in Paranormal Activity 2. Auch hier finden sich kaum Abweichungen, sondern der Film baut ganz auf das Konzept des Erstlings auf. Dadurch wirkt der Film nicht nur sehr uninspiriert, sondern auch gänzlich ohne Überraschungen. Jede Szene ist berechenbar und kaum ein Schockeffekt sitzt. Nicht mal beim Twist am Ende stellt sich ein großer Aha-Effekt ein.
Paranormal Activity 2 – Verlust der Stärken, Beibehalten der Schwächen
Paranormal Activity 2 beraubt sich somit der Stärken des Vorgängers, der noch von den Überraschungen und vom Ungewissen lebte. Offensichtlich wussten dies auch Regisseur Tod Williams und seine drei (sic!) Drehbuchautoren. Denn man versucht dem zweiten Teil durch Installation eines Babys und eines Hundes ein wenig mehr Bedrohlichkeit zu entlocken. Wirklich genial fügen sich beide Ideen nicht ein, wobei dadurch das Ende immerhin etwas funktioniert. Ansonsten verhält es sich mit Paranormal Activity 2 wie bei ersten Teil. Wirklich interessant wird es nur selten und ansonsten herrscht Langeweile, die auch die ordentlichen Schauspieler kaum überbrücken können. Da helfen auch keine altbekannten Einfälle wie das Quija-Brett.
Ein paar neue Ideen hat Paranormal Activity 2 dann aber doch noch. Beispielweise mit der Vervielfachung der Perspektiven. Hierdurch gestaltet sich die Beobachtung der Szenerie als ein Suchbild, wodurch der Film tatsächlich ein wenig Spaß macht. Auch Tochter Ali erlebt die ein oder andere innovative Episode, beispielsweise wenn sie sich aussperrt. Um die neuen Einfälle zu zählen bedarf es aber keiner großen Anstrengung, da dieser sich wirklich auf ein Minimum beschränken.
Paranormal Activity 2 – wo ist der Profitgier-Stempel?
Paranormal Activity 2 enttäuscht auf der ganzen Linie. Zu jeder Zeit haftet dem Film die Profitgier an. Man serviert den Publikum den ersten Teil mit nur minimalen Abweichungen erneut und fügt nur geringfügige Änderungen hinzu. Auch der abschließende Twist, wo man endlich, endlich, endlich erfährt, was im ersten Teil wirklich passiert ist, ist nicht mehr als ein Durchschnittsende. Somit gehört Paranormal Activity 2 zu den dreistesten Produktionen der letzten Zeit. Vollkommen uninspiriert und kaum fesselnd hinterlässt sie zu jeder Sekunde den Beigeschmack, dass man nur das schnelle Geld wollte. Offensichtlich hat dies funktioniert. Denn 2011 erscheint tatsächlich der dritte Teil der Reihe. Und diesmal soll man wahrhaftig erfahren, was es mit den ersten beiden Teilen wirklich auf sich hat! Na dann.
2,5/10 Punkten
