
- The Amityville Horror - 20th Century Fox
Ryan Reynolds, der „Sexiest Man Alive“, als abgewracktes Opfer unheimlicher Phänomene.
„Amityville Horror“ und „Poltergeist“ - Spuk im Wohnzimmer
Im Jahr 1979 wurde ein Film fertiggestellt, der wohl als ein Wegbereiter des Geisterfilms gesehen werden kann. „Amityville Horror“ von Regisseur Stuart Rosenberg, der sich der Thematik eines Spukhauses annahm und nach der Vorlage des gleichnamigen Romans von Jay Anson arbeitete, erblickte das Licht der Welt. Es folgten im Laufe der Jahre weitere Fortsetzungen, die dem Original aber nie das Wasser reichen konnten.
1982 war dann das Jahr, in dem eine weitere Perle die Filmwelt beglücken konnte. Sie wird als der Geisterfilm überhaupt angesehen: „Poltergeist“ von Steven Spielberg. Wie zuvor in keinem anderen Film wusste man mit den Ängsten der Zuschauer zu spielen und sie zitternd im Kinosaal zurückzulassen. Mit stimmungsvoller Musik und unheimlich anmutenden Bildern gelang es Spielberg einen Kultfilm zu schaffen, mit dem sich alle weiteren darauf folgenden Spukhaus-Filme messen mussten.
Es kam schließlich das Jahr 2005 und im Kino durfte sich mal wieder schön gegruselt werden. Regisseur Andrew Douglas nahm sich der Thematik des 1979 erschienenen „The Amityville Horror“ an und entwarf einen wunderbaren Horror-Thriller in bester altmodischer Manier, der sich nicht verstecken muss.
Die Handlung von „The Amityville Horror - Eine wahre Geschichte“
Im Film geht es um die Familie Lutz, die sich ein sehr günstiges Haus kaufen will, um dort ihren Familientraum zu leben. Nach dem tragischen Verlust des leiblichen Vaters soll dies ein Neuanfang für die Kinder werden. Die Veränderung will man dazu nutzen, eine stärkere Verbindung zum Freund der Mutter aufzubauen. Eine Zeit der Harmonie und des Glücks hält Einzug, die allerdings nicht lange währt, da auf dem Anwesen ein Fluch zu lasten scheint. George Lutz beginnt Stimmen zu hören, die ihn an seinem Verstand zweifeln lassen, und Tochter Chelsea beginnt mit einem imaginären Mädchen zu spielen. Die Tage vergehen und die psychischen Veränderungen lassen die einst glückliche Familie Stück für Stück zerbrechen, bis die Lage eines Nachts zu eskalieren droht.
Filme „nach einer wahren Geschichte“ - Fluch oder Segen?
Viel zu oft konnten Filmfreunde in den letzten Jahren den Untertitel „Nach einer wahren Geschichte“ auf den Covern von Filmen entdecken, wobei es sich meist um schlecht heruntergekurbelte Real-Crime-Verfilmungen handelte. Doch was ist mit Amityville? 1974 lebte dort tatsächlich eine Familie Lutz, die aufgrund merkwürdiger Ereignisse schon nach kürzester Zeit wieder das Haus verließ. Die Gerüchte um geisterhafte Vorkommnisse konnten sich noch jahrelang halten, und auch heute noch zählt das Haus in der Ocean Avenue 112 zu den beliebtesten Spukorten (Bericht über Amityville). Dies als Hintergrund, der 1979 schon Stuart Rosenberg für sein Haunted-House-Original diente, brachte Andrew Douglas auf die Idee seine Adaption als Remake zu verwirklichen. Dabei muss beachtet werden, wie weit die Konstruktionsmechanismen auf Wahrheit und Fiktion basieren, um den Untertitel „Nach einer wahren Geschichte“ tragen zu können. In diesem Falle schwer abzuwiegen, kann man jedoch sagen, dass der Film „The Amityville Horror“ mehr Segen als Fluch für Filmfans ist.
„Amityville Horror“, mehr als nur Mittelmaß
Im Großen und Ganzen wurde mit diesem Film eine sehr gute Haunted-House-Version geschaffen. Es ist ein eher geschmeidig daherkommender, aber mit gruseligen Momenten aufwartender Genrespaß, der für einen gemütlichen DVD-Abend sorgen kann. Besonders hervorzuheben ist die schauspielerische Leistung von Ryan Reynolds, der es schafft, als Stiefvater und Opfer des Fluches den Zuschauer mitfiebern und schaudern zu lassen. Ein Film, der Spuk ins Wohnzimmer bringt.
8/10 Punkte
„The Amityville Horror - Eine wahre Geschichte“
Infos zum Film:
OT: The Amityville Horror
Genre: Horror-Thriller
Lauflänge: 89 Min.
Altersfreigabe: 16
Land: USA
Erscheinung: 3.11.2005
Infos zu Cast & Crew:
Regie: Andrew Douglas
Drehbuch: Sandor Stern, Scott Kosar
Darsteller: Ryan Reynolds, Melissa George, Jesse James, Jimmy Bennet, Philip Baker Hall
