Bei The Tournament geht es zwar nicht zu wie bei einem Picknick, aber Freude bereitet der Film dennoch. Regisseur Scott Mann und seine Topbesetzung liefern eine der unterhaltsamsten DVD-Premieren seit Langem ab.
The Tournament – eine kleine, zynische Perle
Was soll ein Film eigentlich leisten? Soll er zum Denken anregen? Soll ein Film die Welt verbessern? Soll ein Film nicht einfach nur unterhalten und für zwei Stunden die Welt vergessen machen? Eine Frage, die man hier nicht beantworten kann. Bei The Tournament fällt die Antwort aber sehr einfach aus: Der Film verbreitet zynischen, sarkastischen Spaß ohne Rücksicht auf Verluste oder politische Korrektheit. Eine tolle Spaßbombe für einen Abend mit Bier, Chips und Freunden.
Alle sieben Jahre wird irgendwo auf der Welt ein Turnier der 30 weltbesten Profikiller abgehalten. Die Regeln sind simpel: Wer als Letzter noch steht, gewinnt 10 Millionen Dollar. Diesmal ist ein englisches Städtchen der Austragungsort des perfiden Spiels von Geschäftsmann Powers (Liam Cunningham). Auch diesmal kommen die besten Mörder zusammen. Aber wer wird gewinnen? Der Champion Joshua Harlow (Ving Rhames), der durchgedrehte Miles Slade (Ian Somerhalder), die ebenso schöne wie tödliche Lei-Lei Zhen (Kelly Hu) oder der unfreiwillig am Geschehen teilnehmende Priester MacAvoy (Robert Carlyle)?
Wenig Handlung – viel Action
Aus der Handlung von The Tournament gibt es wenig herauszuholen. Das Spiel ist schnell erklärt und um Logik muss man sich auch kaum Sorgen machen. Auch die angedeutete Medienkritik oder der Storytwist um Champion Harlow sind nicht ausgereift und bremsen den Spaßfaktor eher. Sieht man aber von diesen kleinen Schwächen ab, kann man sich auf einen spaßigen Film freuen. The Tournament bietet Action am laufenden Band. Das beginnt schon mit der Eröffnungsszene in der Ving Rhames einen der coolsten Moves des Filmes vollzieht. Auch danach hält Regisseur Scott Mann das Tempo hoch. Wahnwitzige Verfolgungsjagden mit dem Bus oder dem Polizeiauto, packende Shootouts in der Kirche oder einem Striplokal oder eine einfache Schlägerei – The Tournament bietet abwechslungsreiche und durchgestylte Action. Scott Mann macht dabei alles richtig und inszeniert angenehm straff und mit einer moderaten Laufzeit.
Überzogen zum Erfolg
Die Darsteller sind sich ihrer schablonenhaften Figuren jederzeit bewusst und machen das Beste daraus. Sie haben Freude am Schauspiel. Ving Rhames hat dabei noch die anspruchsvollste Rolle. Sein Joshua Harlow wird von einer anderen Motivation getrieben als der Rest des Teilnehmerfeldes, was seine Figur dreidimensional erscheinen lässt. Hauptsächlich ist er aber einfach nur die coolste Sau unter der Sonne, und das ist auch gut so. Kelly Hu und Robert Carlyle übernehmen unterdessen die Rollen der Hauptdarsteller und fungieren als Zugang für den Zuschauer. Beide sind ideal besetzt und meistern ihre Aufgaben mühelos. Besonders Carlyle als versoffener Priester ist dabei an Zynismus kaum zu übertreffen und immer für einen Gag gut. Ein weiteres Highlight ist Ian Somerhalder als Miles Slade. Der texanische Auftragsmörder ist gnadenlos überzeichnet und entbehrt jeder logischen Grundlage. Aber es macht mächtig Laune, den verrückten Cowboy in seinen Szenen zu sehen. Auch der französische Parkourläufer Bogart (Sebastien Foucan) und der russische Elitekämpfer Petrov (Scott Adkins) haben denkwürdige Auftritte und können überzeugen.
Fazit
Bei The Tournament kann man keine tiefgründige Handlung oder ausgefeilte Charaktere erwarten. Außerdem sollte man sich klar sein, dass in dem Film Menschen auf ziemlich grausame Weise getötet werden. Wer sich dessen aber bewusst ist, der wird mit The Tournament viel Freude haben. Der Film bietet wahnwitzige Action und einige zynische Oneliner. Zum Glück nimmt sich der Film dabei keine Sekunde ernst, sondern unterhält einfach bestens. Möglich machen das eine furiose Darstellerriege, eine straffe Inszenierung und viele verrückte Ideen.
7,5/10 Punkten
Quellen:
