Filmkritik: Die Hochzeitscrasher mit Vince Vaughn und Owen Wilson

Die Hochzeitscrasher können mit wenig Tiefgang und Witzen unter die Gürtellinie nicht überzeugen.

Sie wollen eine sinnlose, wenig komischen Komödie sehen? Dann sind Sie bei „Die Hochzeitscrasher“ genau richtig. Leider ist es nicht untypisch, dass Hollywoodkomödien aus flachem Humor bestehen, bei diesem Film fällt es jedoch schwer, überhaupt gute Witze zu finden.

Komödie ohne rechten Witz

An Witzen fehlt es nicht, allerdings sind die wenigsten wirklich zum Lachen, die meisten eher unter der Gürtellinie oder einfach von sehr befremdendem Humor. Ansonsten gibt es keine Gags, die nicht schon mal in einem Hollywoodstreifen vorgekommen wären. Die Fernsehvorschau verspricht auch zu viel, denn die dort angepriesenen Witze, z.B. der vom Arschgeweih als schriftliche Einladung, spielen im Film so gut wie keine Rolle.

Männlicher Humor

Wenn es zumindest attraktive Hauptdarsteller gäbe... aber damit kann der Streifen leider auch nicht dienen. Ebenso sind die angedeuteten Liebesgeschichten wenig mitreißend. Vielleicht ist diese Sichtweise auch etwas zu weiblich, und männlichen Zuschauern gefällt die Masche von John Beckwith (Owen Wilson) und Jeremy Grey (Vince Vaughn) besser.

Inhalt des Films

Die beiden Scheidungsschlichter gehen nämlich hobbymäßig und uneingeladen auf Hochzeiten, um dort mit allerhand Tricks Frauen abzuschleppen und sich umsonst zu verköstigen. Anfangs wirkt das ja auch noch einigermaßen erheiternd, aber als sich dann auf und nach der Hochzeit einer Ministertochter völlig abstruse Konflikte und Missgeschicke häufen, wird der Film einfach nur noch unglaubwürdig. John und Jeremy machen sich an die anderen beiden mehr oder weniger ledigen Töchter des Ministers heran und werden sogar übers Wochenende auf das Anwesen der Familie eingeladen. Dort findet das Chaos seinen Höhepunkt.

Die Liebesgeschichte

Natürlich darf auch eine Liebesgeschichte in diesem Film nicht fehlen. Jedoch möchte man meist lieber wegschauen vom vielen Fremdschämen. Die Hochzeitscrasher bandeln mit den beiden Töchtern aus guten Hause an und eine von ihnen zeigt sich als sehr, sehr anhänglich und entwickelt sich zu einer regelrechten Nymphomanin.

Der Beerdigungs-Crasher

Weder die Männerfreundschaft der Protagonisten noch deren Probleme sind recht nachvollziehbar. Wirklich gar nicht mehr lustig ist es, wenn aus einem der eingefleischten Hochzeitscrasher (beinahe) ein Beerdigungscrasher wird, der trauernde Frauen aufreißen will. Dieser wohnt noch bei seiner Mutter und macht die arme Frau regelmäßig nieder und nutzt sie als Koch- und Putzfrau aus. Eine dritte Figur, die sehr unsymphatisch wirkt. Ebenso läuft der Versuch des Films, gegen Ende etwas von der wahren Liebe zu vermitteln, leider schief. Insgesamt bleibt diese (angebliche) Komödie und ihr abgehobener Humor Geschmacksache.

Hauptdarsteller: Owen Wilson, Vince Vaughn Regie: David Dobkin Länge: 119 Minuten FSK: ohne Angaben Verleiher: Warner Bros. Wedding Crashers. USA 2005.