Wer nicht selbst ein Profil bei facebook.com hinterlegt hat, wird zumindest schon einmal davon gehört haben. Das weltweit größte soziale Netzwerk im Internet gehört nach google zu den am häufigsten aufgerufenen Seiten im world-wide-web.
Der Film "the social network" unter der Regie von David Fincher befasst sich nicht nur mit der Entstehungsgeschichte von facebook sondern auch mit den Chancen und Risiken, die eine innovative Idee mit sich bringen kann.
Regisseur David Fincher ist u.a. bekannt für Kultfilme wie "Sieben" oder "Fight Club". Mit "the social network" begibt er sich in ein völlig anderes Genre. Kein psychopathischer Mörder und kein schizophrener Terrorist steht im Vordergrund, sondern ein verschrobener Harvard-Student, der mit einer genialen Idee zum jüngsten Milliardär aller Zeiten wird. Wenngleich der Film keine reine Biografie des Erfinders Mark Zuckerberg (gespielt von Jesse Eisenberg) ist. Er zeigt außerdem die Hintergründe für den Erfolg des Konzepts von facebook auf, macht deutlich, welche Faktoren es braucht, ein solches Konzept gewinnbringend zu vermarkten und lässt vor allem die zwischenmenschliche Komponente nicht außer acht.
Worum geht es in "the social network"?
Mark Zuckerberg (Jesse Eisenberg) verfügt nicht gerade über ausgeprägte soziale Kompetenzen. Das wird direkt zu Beginn des Films in einem Zwiegespräch mit seiner (Noch-)Freundin deutlich. Dafür ist er ein genialer Informatiker. Diese Tatsachen werden u.a. dadurch verdeutlicht, dass er betrunken in kürzester Zeit eine Seite ins Netz stellt, mit der Studentinnen nach Attraktivität miteinander verglichen werden können und er gleichzeitig noch seinen Frust über seine Ex-Freundin blogt.
Den Zuspruch für diese website, der zu guter Letzt im Zusammenbruch des gesamten Harvard-Netzwerkes mündet, erklärt sich Mark Zuckerberg damit, dass sich die Personen untereinander kannten.
Inwieweit der Tatsache, dass er von den Winklevoss-Zwillingen (in einer Doppelrolle: Armie Hammer) und einem ihrer Kommilitonen engagiert wurde, ein soziales Netzwerk für Harvard-Studenten zu entwickeln, die Idee für facebook entsprang, bleibt ungeklärt. Jedenfalls verklagen die Zwillinge Zuckerberg auf Entschädigung wegen des Diebstahls geistigen Gedankenguts. Ob es nun eine Rolle spielte oder nicht, Mark Zuckerberg realisiert die Idee, dass Menschen wissen möchten, was ihre Freunde gerade so machen mit "thefacebook.com". Partner, bester Freund und Geldgeber für die Umsetzung ist Eduardo Saverin (Andrew Garfield). Dieser fühlt sich nach Auftauchen des napster-Mitbegründers Sean Parker (Justin Timberlake) ins Abseits gedrängt. Parker unterstützt Zuckerberg bei der bisher erfolglos von Saverin betriebenen Vermarktung von facebook.com. Die Entfernung des "the" war hierbei der erste Schritt; der erfolgreichste lag in einer erheblichen finanziellen Beteiligung von Peter Thiel (Wallace Langham).
Die Probleme zwischen Saverin und Zuckerberg gipfeln letztlich darin, dass Saverin das Firmenkonto, das er gesponsert hat, sperrt und im Gegenzug durch die Kapitalerhöhung mittels anderer Geldgeber seine Anteile an facebook gen Null gefahren werden. Daraufhin verklagt auch Saverin seinen ehemals besten Freund.
Bewertung und Kritik
Gleich vorweg: "the social network" ist ein sehr kurzweiliger Film. Auch wenn sehr viele Fachbegriffe insbesondere aus dem Informatik-Sektor genutzt werden ist es auch für IT-Laien unproblematisch, dem Inhalt zu folgen.
facebook-Erfinder Mark Zuckerberg wird als eigenbrödlerisch, exzentrisch (egal bei welchem Wetter und Anlass, er trägt immer Badelatschen) und wenig sozialkompetent dargestellt, ohne ihn dabei vollkommen unsympathisch wirken zu lassen. Jesse Eisenberg füllt diese Rolle gut aus. Die Thematik mit Zuckerbergs Ex-Freundin Erica wird passend in die Geschichte eingebunden, ohne diese kitschig wirken zu lassen. Die Szene am Schluss des Films, wo Mark ihr über facebook eine Freundschaftsanfrage sendet, rundet die Gesamtthematik des Films sehr schön ab.
Die Dialoge sind gelungen; auch ist immer wieder ein Lacher dabei, der nie albern wirkt oder die dargestellte Figur lächerlich erscheinen lässt. Selbst Justin Timberlake, der mit der Rolle des Sean Parker einen der unsympathischten Charaktere übernommen hat, muss sich keine Sorgen machen, seine (insbesondere weibliche) Fangemeinde verloren zu haben. Die Balance zwischen Überheblichkeit und Charisma ist auch bei diesem Charakter gut gelungen.
Die Hintergründe der Geschichte, wie facebook entstehen konnte, warum es so erfolgreich sein konnte und wie elementar die richtige Vermarktungsstrategie war, sind gut und schlüssig herausgearbeitet. Rundum ein gelungener Film!
Entspricht "the social network" der wahren Geschichte über facebook und Mark Zuckerberg?
Diskussionen gibt es über die "Authentizität" des Films. Es gibt unterschiedliche Aussagen, inwieweit dieser die Realität, also die tatsächlichen Ereignisse und die wahren Charaktere wiedergibt. Je nach Betroffenem und je nach Perspektive wird dies unterschiedlich beurteilt.
Natürlich kann das auch hier nicht geklärt werden. Es soll nur der Hinweis erfolgen, dass der Film hinsichtlich der tatsächlichen Geschehnisse kritisch betrachtet werden sollte.
