
- Filmplakat "Submarine" - Optimum Releasing
Die britische Tragikomödie „Submarine“ von Richard Ayoade, nach dem gleichnamigen Roman von Joe Dunthorne, war bereits bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin zu sehen. Als Filmstart in den deutschen Kinos ist der 17. November 2011 angesetzt.
Das Leben des Oliver Tate
Der Film “Submarine” zeigt das Leben des 15-jährigen Oliver Tate (Craig Roberts), der vor allem zwei Ziele verfolgt: Noch vor seinem nächsten Geburtstag seine Jungfräulichkeit zu verlieren und die wieder aufleuchtende Flamme zwischen seiner Mutter (Sally Hawkins) und ihrem Ex-Lover (Paddy Considine) erlöschen zu lassen. In der Schule kämpft Oliver mit den üblichen Problemen eines Teenagers im täglichen Kampf populär zu sein. Als seine hübsche dunkelhaarige Klassenkameradin Jordana (Yasmine Paige) Interesse an ihm zeigt, ist er entschlossen der beste Freund der Welt zu sein. Dieses Vorhaben wird allerdings ein wenig in Mitleidenschaft gezogen durch die verkorkste Beziehung seiner Eltern und seine Bemühungen diese zu reparieren. Als der Ex-Freund seiner Mutter im Nebenhaus einzieht, unternimmt Oliver so einige unorthodoxe Pläne, die aber nicht immer gut enden.
Die Geschichte des jungen Oliver Tate ist auf erfrischende Weise umgesetzt. Während er eine relativ realistische Sichtweise vom Leben hat, flieht er doch immer wieder in seine eigene Welt. Dort scheint alles möglich zu sein, dennoch nehmen seine Geschichten aber nicht immer einen idealistischen Ausgang. Er ist klug, aber in seinen Handlungen auch oft naiv und unschuldig. Mit seiner Pilzkopffrisur und dem zugeknöpften Parka, den er den ganzen Film hindurch nicht wechselt, erinnert er an einen jungen Beatle. Der Film zeigt ein Wechselspiel seiner Erzählungen und seinem inneren Erleben. Durch die perfekte Abstimmung von Bildern, visuellen Effekten, Ton, Musik (Alex Turner), Schnitt und Kameraführung mit der Handlung beziehungsweise dem Erzählten, werden seine Gefühle auch für den Zuschauer zugänglicher gemacht und sind leicht nachzuempfinden. Der Film „Submarine“ lebt vor allem auch von seinen Metaphern und Assoziationen.
Von Beziehungen und anderen Dramen
Olivers Beziehung zu Jordana ist erfrischend ehrlich und direkt, sie ist unschuldig und grenzenlos offen für Neues. Ohne Regeln oder Konventionen zu folgen verhalten sie sich erwachsener als alle Erwachsenen. Jordana gibt den Ton an, sie sagt Oliver, was er zu tun hat und er folgt ihr. Als er aber durch die Krise seiner Eltern abgelenkt ist, macht sie mit ihm Schluss und tauscht ihn durch jemand anderen regelrecht aus. Schlussendlich spielt nun doch auch viel Stolz mit im Verhältnis der beiden zueinander. Einen starken Kontrast dazu bildet die Beziehung der Eltern. Sie trauen sich kaum zu sagen was sie denken. Angst oder Scham werden versucht zu überspielen, aber die Unsicherheit dabei kommt doch zum Vorschein.
Fazit zum Film „Submarine“
Die Tragikomödie „Submarine“ enthält viel Wahrheit und zeigt unverblümt den Alltag zwischen Schule, Job, Beziehungen und anderen Dramen. Dabei sind gute Intentionen oft nicht ausreichend und Verständnis, Einsicht oder Entschuldigungen oftmals zu spät. Man kann aber dennoch immer auf ein Happy End hoffen, während man sich von Dialogen und Bilderwelten des Filmes inspirieren lässt.
