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Filmmuseum Potsdam

Filmhistorie im königlichen Pferdestall

Filmmuseum in historischem Gebäude - Filmmuseum Potsdam
Filmmuseum in historischem Gebäude - Filmmuseum Potsdam
Das einzig erhaltene Gebäude des Potsdamer Stadtschlossensembles beherbergt eine in Deutschland einzigartige Sammlung zu Filmen von UFA, Defa und Studio Babelsberg.

Ein Besuch des Filmmuseums in Potsdam lohnt schon alleine wegen der außergewöhnlichen Architektur. Der Marstall ist das älteste erhaltene Gebäude im historischen Zentrum Potsdams gibt einen Vorgeschmack auf den geplanten Wiederaufbau des Potsdamer Stadtschlosses. Ursprünglich sollten in dem 1685 neben dem Schloss errichteten Bau mediterrane Pflanzen aus dem nahe gelegenen Lustgarten überwintern. Der strenge Soldatenkönig Friedrich I hatte jedoch mit der Pflanzenpracht nicht viel im Sinn. Er ließ den Lustgarten zum Exerzierplatz planieren und nutzte die Orangerie als Pferdestall. Sanssouci-Baumeister von Knobelsdorff erweiterte das Gebäude im Jahr 1746 und verlieh ihm seine bis heute erhaltene barocke Pracht.

Bombenangriff auf Potsdam

Im 2. Weltkrieg wurde das Gebäude bei den Luftangriffen auf Potsdam teilweise beschädigt. Die Potsdamer Garnisonskirche sowie das Stadtschloss wurden gesprengt. Nur der Marstall blieb als einziges Gebäude des Stadtschlossensembles erhalten. Nach einer provisorischen Instandsetzung nutzte man das Gebäude zunächst als Notunterkunft und als Depot des Potsdamer Heimatmuseums. Fast wäre der königliche Stall der sozialistischen Stadtplanung zum Opfer gefallen. Zum Glück kam man aber auf die Idee in dem historischen Bauwerk ein Museum zur Filmgeschichte und -technik einzurichten, um damit den Rang Potsdams als Filmstadt zu würdigen. So begann man 1977, das Gebäude umzubauen und mit heutigem Museumsstandard auszustatten.

Filmmuseum der DDR

Das 1981 eröffnete Filmmuseum der DDR war das erste seiner Art in Deutschland Erst später gab es ähnliche Häuser in Frankfurt und Düsseldorf. Das Museum überstand auch die Wende mit all ihren Turbulenzen und zeigt heute Schaustücke aus Filmen von Ufa, DEFA und Studio Babelsberg. Der Museumsbestand umfasst nicht nur Kostüme und Requisiten, sondern auch eine umfangreiche Sammlung historischer Filmtechnik. Thematische Wechselausstellungen, zum Beispiel zum Sandmännchen der DDR oder zu Schauspielerlegenden wie Marilyn Monroe, ergänzen das ständige Programm.

Kino für jung und alt

Natürlich gibt es im Filmmuseum auch ein Kino. Ein umfangreiches Kinderprogramm sorgt für Unterhaltung der Kleinen mit Märchenfilmen, wenn es dann mit den Eltern in den alten Gemäuern doch zu langweilig wird. Für die Erwachsenen gibt es anspruchvollere Kost. Aus dem Archiv werden Klassiker mit Romy Schneider oder Manfred Krug gezeigt. Das Wunschfilmarchiv hält 120 DEFA-Klassiker bereit. Aber auch aktuelle Produktionen stehen auf dem Programm. Montags ist Kinotag. Der Eintritt kostet dann nur 3 Euro.

Das größte Exponat im Potsdamer Filmmuseum ist die Welte-Kino-Orgel. Wenn ein Organist das klanggewaltige Instrument zu einem Stummfilm Klassiker mit Charlie Chaplin spielt, dann fühlt man sich zurück versetzt in die aufregende Frühzeit des Kinos. Eine Vorführung der Orgel findet für Gruppen nach vorheriger Absprache statt.

Peter Steinhauer, Christoph Steinhauer

Peter Steinhauer - Ich arbeite als freier Journalist in Berlin für Print und Internet. Studiert habe ich in Bonn und Köln die Fächer ...

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