Filmreview "Deadheads": True love never dies

Szenenfoto aus dem Film Deadheads - Splendid Films
Szenenfoto aus dem Film Deadheads - Splendid Films
Auch 2011 hat das Fantasy Filmfest eine Zombiekomödie mit im Gepäck: In "Deadheads" schicken Brett und Drew Pierce zwei Untote auf eine turbulente Quest.

Was wäre ein Fantasy Filmfest ohne Zombies? Richtig: nur halb so gruselig! Die schlurfenden Gesellen mit der ungesunden Hautfarbe und ständigem Verlangen nach Gehirn und Menschenfleisch zeugen von wenig Kommunikationsbereitschaft, dennoch sind sie ein beliebter Hauptdarsteller in zahlreichen Horrorfilmen. In diesem Zusammenhang sind George A. Romeros Klassiker "Night of the living Dead", "Dawn of the Dead" oder "Diary of the Dead" zu nennen.

Natürlich war es da nur eine Frage der Zeit, bis man das komödiantische Potential der Zombies entdeckte und Komödien wie "Shaun of the Dead" oder "Zombieland" die Leinwand eroberten. Der neueste Streich im Genre "Zombedy" ist "Deadheads" des Brüderpaars Brett und Drew Pierce, die schon an Trickserien wie "American Dad" oder "Futurama" beteiligt waren.

"Deadheads": Ein Zombie mit Liebeskummer

Nach drei Jahren erwacht Mike (Michael McKiddy) aus einem langen Schlaf. Heilsam war der jedoch nicht: Er ist ein Zombie. Sein neues, untotes Leben startet nicht gerade einfach, denn Zombies streifen durch Amerika und werden gnadenlos gejagt. Auch Mike begegnet den wortkargen Schlurfern und wird von Brent (Ross Kidder), ebenfalls ein Zombie, gerettet. Die beiden sind jedoch anders als die anderen Zombies. Zwar haben sie eine ungesunde Hautfarbe, riechen streng nach Verwesung und verlieren ab und zu diverse Körperteile, doch sie können ihre Situation analysieren und erinnern sich an ihr früheres Leben. So weiß Mike noch, dass der Vater seiner Liebsten Ellie (Natalie Victoria) ihn umgelegt hat – die Kopfschüsse trägt er sichtbar auf der Stirn mit sich herum. Und das, bevor er ihr einen Heiratsantrag machen konnte.

Zombiekumpel Brent beschließt, diese Mission mit Mike zu beenden. Schließlich steht das zehnjährige Jubiläum von Mikes High School-Abschluss an – die perfekte Gelegenheit. Doch schwer bewaffnete Zombiejäger (Benjamin Webster, Greg Dow und Thomas Galasso) haben andere Pläne mit den beiden. Ein irrer Trip beginnt…

Skurriler Zombiespaß mit ruhigen Momenten

So abgefahren und skurril es klingt, so witzig ist "Deadheads" auch. Brett und Drew Pierce überzeugen mit intelligentem Wortwitz und abgefahrener Situationskomik. Zwar sind die Witze nicht neu, aber die beiden sympathischen Hauptfiguren schaffen es immer wieder, das Publikum zum Lachen zu bringen. Auch wenn Brent sein bestes Stück abfällt und er es seitdem in der Hosentasche mit sich herum schleppt oder Mike zum wiederholten Mal seinen Arm abgerissen bekommt.

Die Badass-Attitüde der Zombiejäger nimmt man allen voran dem toughen McDinkle (Benjamin Webster) ab. Mit Machosprüchen lässt er den harten Kerl heraus hängen und nimmt seine Aufträge sehr ernst – viel zu ernst, dass es einfach zu komisch ist ihm bei der Arbeit zuzusehen.

Aber "Deadheads" bietet auch ruhige Momente, schließlich geht es um die Liebe. Auf ihrem Trip treffen Brent und Mike den alten Vietman-Veteran Cliff (Harry Burkey). Mit der Asche seiner verstorbenen Frau im Gepäck fährt er zu deren Lieblingsurlaubsort, um sie dort zu verstreuen. Begleitet von Brent und Mike erreicht Cliff sein Ziel, stirbt jedoch, bevor er die Asche verstreuen kann. Betroffen und traurig erfüllen die Zombies seinen letzten Wunsch. Eine bewegende Szene in all dem ulkigen Zombiespaß.

Die Welt aus Sicht der Zombies

Anders als bei anderen Zomedys wird die Welt aus Sicht der Zombies wahrgenommen. Das funktioniert sehr gut, was allerdings auch daran liegt, dass Mike und Brent bis auf ihr Aussehen sehr menschlich geblieben sind. So fällt Mike bei seinem Klassentreffen nicht sonderlich negativ auf – blendet man seine schusselige Bemerkung zu einer ehemaligen Klassenkameradin aus. Trotzdem ist Mike zu schüchtern Ellie gegenüberzutreten und verkleidet sich als Highschool-Maskottchen und checkt mal seine Chancen. Bevor er sich ihr offenbaren kann, greifen die Zombiejäger zu. Aber, soviel sei verraten, es kommt zu einem Happy End.

Perfektes Popkornkino

An "Shaun of the Dead" oder "Zombieland" reicht "Deadheads" nicht heran, dazu sind die beiden Zombies Brent und Mike zu menschlich und wäre ihr zombiehaftes Aussehen nicht, könnten sie als Jungs von nebenan und der Film als Buddy-Komödie durchgehen. Auch ist die Handlung zu seicht, ein bisschen mehr Zombieschocker hätte dem Film gut getan.

Die Zombiejäger stehlen den Untoten oft die Schau, der plötzliche Sinneswandel von Thomas Jeremiah (Thomas Galasso), den Zombies zu Hilfe zu kommen, ist nicht nachvollziehbar. Auch ist so einiges an der Handlung unausgegoren und endet zu abrupt. Es bleiben viele Fragen offen. Da kann auch das Happy End nicht drüber hinweg täuschen.

Trotzdem ist "Deadheads" ein perfekter Spaß fürs Popkornkino. Als spaßigen Appetizer für einen Zombiefilmabend taugt der Streifen alle mal.

Die DVD zum Film erscheint laut Splendid Film am 25. November 2011.

Weitere Informationen zum Film gibt es auf der offiziellen Webseite zum Film "Deadheads"

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