Filmrezension zu "Lord of the Dance"

Michael Flatley und seine irischen Tänzer - Michael Flatley
Michael Flatley und seine irischen Tänzer - Michael Flatley
Rezension des Film "Lord of the Dance" in 3D von Michael Ryan Flatley. Es handelt sich um einen Originalmitschnitt eines Auftritts aus Dublin.

Die 3D-Verfilmung eines Auftrittes des legendären Tänzers Michael Ryan Flatley beginnt mit der von ihm gesprochenen Einführung in die Arbeitsabläufe, in der er sich und sein Ensemble vorstellt. Seine Laufbahn beginnt mit der Idee, eine alte irische Geschichte tanzend zu erzählen und sie mit Hilfe des irischen Volkstanzes zum Leben zu erwecken. Den negativen Warnungen und allen Unkenrufen seiner Freunde zum Trotz beginnt er mit Konsequenz seine Idee zu verfolgen und stellt eine Truppe mit bis zu 50 Personen auf die Bühne.

Optisch 1A

Er berichtet sehr langatmig und die Einführung ist sehr von seinem Ego geprägt. Er verweist dann aber doch auf die viele Arbeit mit seinen Tänzern um den perfekten Gleichklang und die Synchronität zu erzielen. Sein Temperament und sein unbedingter Wille sind gut zu spüren. Durch sein phänomenales Können reißt er seine Truppe mit und führt sie zur absoluten Perfektion.

Die Geschichte handelt von Gut und Böse, von Liebe, Neid und Konkurrenz, wird mit vielen Effekten erzählt, zum Beispiel wird das Böse im Bühnenbild mit Dunkelheit und dem Mond assoziiert und das Gute mit der Sonne und einem Schwarm Vögel. Die einfache Treppe in der Mitte des Bühnenbildes ist dominant, wird von den Tänzern jedoch perfekt in ihre Choreographie mit eingebunden. Der Charme des Auftritts liegt auch in den Kostümen die klassisch in Schwarz-Weiß, also Gut und Böse, gehalten wurden, der bunte Clown im hautengen reizenden Kostüm führt als Erzähler durch das Programm, mit seiner kleinen Flöte, die er Leider nicht selbst spielt. Auch ein Feuerwerk durfte zum Schluss der Show nicht fehlen.

Die Atmosphäre bleibt auf der Strecke

Das Bühnenbild wird durch die 3D Wirkung sehr gut in Szene gesetzt, was der tänzerischen Leistung ein wenig die Schau stiehlt. Die schnellen Stepps kommen nicht zur Geltung da man meinen könnte die Tänzer schweben über dem Tanzboden. Andere Filme in dieser Art sind besser zu genießen, vielleicht liegt es am Tempo der Beine, oder der Entfernung dazu. Jedenfalls wirkt es sehr gekünstelt und das ist schade, da der Genuss eigentlich im Detail liegen sollte. Das gesamte Können der Tänzer lässt sich live einfach besser genießen als auf der Kinoleinwand.

Der Hauptdarsteller spielt manchmal sehr überzogen wobei sein tänzerisches Können in keinster Weise zu kritisieren ist. Die Mimik der Darsteller ist der Rolle entsprechend und zeigt die körperliche Kondition ohne Verkrampfung, mit einer Leichtigkeit schweben sie über die Bühne.

Zwei Damen mit Geige heizen dem Temperament entsprechend ein. Die Irischen Weisen gehen gut ins Ohr, die Beine der Zuschauer wippen fast von alleine mit und nur die Aufforderung ans Publikum mit zu klatschen konnte im Kino leider nicht umgesetzt werden.

Fazit: Kein Fest für Freunde des irischen Tanzes

Wer den Tanz der Iren liebt und sie im Original gesehen hat der vermisst hier vielleicht die mitreißende Atmosphäre und den großen Einblick auf die Steppschuhe da sie für diese 3D Technik einfach zu schnell in der Bewegung ist.