Filmtipps der 61. Berlinale 2011: "Red Dog", "Tales of the night"

Red Dog, Australisches Kino - Berlinale
Red Dog, Australisches Kino - Berlinale
Im Februar 2011 fanden wieder mit großem Erfolg die Berliner Filmfestspiele statt. Zwei Film-Highlights waren ein australischer und französischer Film.

Zwei Filmhighlights der 61. Berlinale waren der französische, aufwändige Scherenschnitt-3D-Independent-Film „Tales of the night“ (Wettbewerb), der alle Sinne forderte, und der australische Film ohne Zielgruppe „Red Dog“ (Generation), der vor allem auch beim jungen Publikum sehr gut ankam.

Rührender und witziger australischer Film „Red Dog“

Der australische Regisseur Kriv Stenders wollte mit „Red Dog“ (nach dem gleichnamigen Buch von Louis De Bernières, Drehbuch Daniel Taplitz) einen Film für alle und für keine bestimmte Zielgruppe machen, was ihm äußerst gut gelang! Um den passenden Hund für die Hauptrolle zu besetzen, wurde durch ganz Australien gereist, um Koko zu finden (für den Dreh setzte man außerdem zusätzlich weitere Hunde ein).

Westaustralien, Dampier im Jahre 1971: Hier kann man gutes Geld verdienen. Bei Hamersley Iron arbeiten Arbeiter aus aller Welt (Stahlkocher, Bergleute, Raupenfahrer). Im einzigen Pub treffen sich die Malocher und saufen, prügeln sich, um ihre Wut abzulassen. Im Hinterzimmer liegt ein Hund, den alle kennen und mit dem jeder eine Geschichte verbindet: Red Dog. Jeder, der sich mit dem Hund einließ, wurde bekehrt. Peeto, den Trouble-Maker, verwandelte Red Dog und ließ ihm eine weiche, sentimentale Seite zeigen, von der niemand etwas ahnte. Für den einsamen Italiener Vanno fand Red Dog die Liebe seines Lebens und auch der finstere Bergmann Jocko konnte auf einmal lächeln und freundlich zu seinen Mitmenschen sein. Als Red Dog auf den Herumtreiber John, der bei Hamersley Iron Busfahrer wurde, trifft, weicht er ihm nicht mehr vom Beifahrersitz. Doch bald ereignen sich für Red Dog unbegreifliche Ereignisse... „Red Dog“ ist ein Wechselbad der Gefühle. Eben musste man noch herzhaft lachen, schon ist man wieder den Tränen nahe. Hundeliebhaber werden diesen Film vergöttern, andere werden ihn lieben und australisches Kino neu entdecken!

3D-Independent-Kino aus Frankreich: „Tales of the night“ („Les contes de la nuit“)

In einem heruntergekommenen Kino, das ein Geheimnis hütet, treffen sich jede Nacht ein Mädchen, ein Junge und eine ältere Technikerin. Dieses Kino ist nämlich ein magischer Ort. Die drei Freunde denken sich Dinge aus und lassen diese dort wahr werden. Während Werwölfe heulen, tauchen Elfen und Zauberer auf, Prinzessinen werden von Stallburschen umgarnt. Städte aus Gold und Wäldern, aus denen niemand den Weg mehr herausfindet! Himmlische Chöre umgeben von magischen Trommeln: Animationsfilmer Michel Ocelot schafft es kunsttechnisch mit „Tales of the night“ das Publikum zu verzaubern. Ganz ohne Mimik unterhalten die Schattenfiguren bestens in 3D! Vor Hundert Jahren hatte der Silhouettenfilm sich etabliert, doch richtig magisch wird er jetzt mit der alten Technik der Scherenschnitte, kombiniert mit tollen, modernen Hintergründen und 3D-Technik. Absolut sehenswert und mit sehr viel Witz und Tragik!

  • Beide Filme sind noch ohne deutschen Filmstart.
Döringer, Martin, (c) Marlonski

Martin Döringer - Martin schreibt nicht nur Online-Reviews, sondern moderierte/interviewte live bei Radio-ALEX und stellte TV-Clips her, diente dabei ...

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